Chickens 1x01

Chickens 1x01

Die britische Comedy Chickens erzählt die Geschichte von drei jungen Männern, die sich während des Krieges fernab der Front und inmitten einer weiblichen Übermacht wiederfinden. Obwohl nicht alle Witze zum Lachen anregen können, darf doch zumindest geschmunzelt werden.

Johnny Sweet, Joe Thomas und Simon Bird mimen in „Chickens“ drei junge Männer umgeben von Frauen. / (c) Sky 1
Johnny Sweet, Joe Thomas und Simon Bird mimen in „Chickens“ drei junge Männer umgeben von Frauen. / (c) Sky 1

Wir schreiben das Jahr 1914. Der Erste Weltkrieg hat begonnen und Millionen von Männern kämpfen und sterben an den Fronten. Besonders witzig ist diese Ausgangslage fraglos nicht. Trotzdem spielt die neue britische Comedy Chickens ausgerechnet in diesen turbulenten Zeiten. Jedoch nicht an der Front, sondern in dem beschaulichen Dörflein Rittle-on-Sea. Die drei zentralen Charaktere der Serie, die sich aus verschiedenen Gründen nicht im Schießpulverdampf wiederfinden, werden von Joe Thomas und Simon Bird (Simon und Will aus The Inbetweeners) und ihrem Kollegen Johnny Sweet porträtiert. Anstatt wütenden Deutschen ins Gesicht zu schauen, sehen sich die drei mit einer Übermacht aus Frauen konfrontiert, die ihnen jedoch kaum weniger feindlich gesonnen sind.

„The Inbetweeners 2“?

Die Rezensentin kennt die The Inbetweeners nur aus dem Trailer und einigen Ausschnitten aus ihrer erfolgreichen Serie. Dennoch scheinen die Ähnlichkeiten zwischen den Schülern, die Thomas und Bird dort mimen und den ungelenken Männern an der Heimatfront sofort ins Auge zu springen.

George, Bert und Cecil

Bei George (Thomas) handelt es sich um einen Pazifisten und Kriegsdienstverweigerer. Er müht sich, den Unsinn der Kampfhandlungen aufzuzeigen, indem er sich ein Stück weit mit den Deutschen solidarisiert. So bindet er beispielsweise seine Krawatte - äußerst gewagt - mit einem deutschen Knoten („Der Flumsgemeiner“) oder legt Beethoven auf. Im krassen Gegensatz zu George - der seine Rolle in der Friedensbewegung ebenso überschätzt wie die Gefühle seiner Verlobten Winky (Sarah Daykin) - steht sein Schicksalsgenosse Bert (Sweet). Er nimmt nichts und niemanden ernst und vergisst gerne, gegen wen man in diesem belanglosen Krieg noch einmal gerade kämpft. Ohnehin betrachtet er die Kampfhandlungen nur als Chance, möglichst viele einsame Frauen ins Bett zu bekommen. Er ist dermaßen ignorant, dass er seinem Freund Cecil (Bird) - der eigentlich sehr gerne kämpfen würde - ein Taschentuch mit der Aufschrift „Cecil, Bert and George - Takin' it easy 1914“ schenkt. Dieses pietätlose Stückchen Stoff bringt Cecil - der aufgrund seiner Plattfüße ausgemustert wurde - im Verlauf der Pilotepisode noch in Verruf bei der weiblichen Bevölkerung. Und zwar dermaßen, dass am Ende öffentlich und unter großem Gejohle eine Cecil-Strohpuppe verbrannt wird.

Joe Thomas; Simon Bird und Johnny Sweet in der britischen Comedy %26bdquo;Chickens%26ldquo;. © Sky 1
Joe Thomas; Simon Bird und Johnny Sweet in der britischen Comedy %26bdquo;Chickens%26ldquo;. © Sky 1

Ist das witzig?

Obwohl die heikle Thematik von Chickens leicht den Unwillen derjenigen auf sich ziehen könnte, die tatsächlich von einem Krieg betroffen sind, ist das Format doch so harmlos geraten, dass sich wohl kein Soldat dafür in seiner Ehre gekränkt fühlen dürfte. Zudem werden diejenigen, die an der Front für ihr Vaterland darben, stets respektvoll thematisiert.

Die drei Männer, die im Fokus der Comedy stehen, sind mal mehr und mal minder unterhaltsam. Während Bert es mit seiner Geilheit zuweilen übertreibt, und sein Stumpfsinn ruhig noch etwas facettenreicher gehalten sein könnte, kann man besonders den schnurrbärtigen Cecil schnell ins Herz schließen, der am Ende - trotz aller ehrbaren Bemühungen - immer wieder zum Buhmann unter den Buhmännern gemacht wird.

Cecil neidet einem benachbarten Städtchen deren Bombenfabrik und schließt sich notgedrungen dem lokalen Strickclub an, damit er „ein bisschen weniger enthusiastisch verabscheut“ wird. Auch der Zorn der Frauen kann von Zeit zu Zeit zum Schmunzeln anregen. So haben sie beispielsweise das Haus der drei Heimgebliebenen mit kreativen Sprüchen wie „German Embassy“, „Buy your wurst here“ oder einem aussagekräftigen „just die“ verziert.

Fazit

Während der Auftaktepisode von Chickens bekommt man nicht die Gelegenheit, sich vor Lachen auf dem Boden hin- und herzurollen. Außerdem sind einige der Charaktere - wie die alte, gelbzähnige Furie, die jeden nicht kämpfenden Mann am liebsten tot sehen würde - noch zu überzeichnet, um den Zuschauern auch nur ein Schmunzeln abringen zu können. Doch dafür kann man sich für die drei Protagonisten verhältnismäßig schnell erwärmen. Ihre Dialoge, die zeitweise der Geschwindigkeit eines Maschinengewehres Konkurrenz machen, bringen in einer verlässlichen Regelmäßigkeit erquicklichen Irrsinn hervor. Der bisweilen derbere Umgangston ist ebenso Geschmackssache wie die Tatsache, dass der Humor beizeiten die Grenze zum Slapstick überschreitet. So zum Beispiel, wenn für eine Weile mit einer scharfen Bombe jongliert wird.

Besonders die Freunde von The Inbetweeners dürften daran ihre Freude haben, dass zwei Schauspieler mit von der Partie sind. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch verschiedene Angaben darüber, wie viele Episoden die Jungfernstaffel der Sky 1-Comedy umfassen wird. Fest steht aber, dass sich irgendwann mit Barry Humphries noch ein weiterer Mann unter den frauenlastigen Cast mischen wird. Und da es Humphries war, der im Film „Der Hobbit - Eine unerwartete Reise“ den gruseligen König der Goblins verkörpert hatte, darf man sich von ihm vielleicht einen etwas boshafteren Einschlag erhoffen...

Verfasser: Thordes Herbst am Freitag, 23. August 2013
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Chickens 1x01)
Titel der Episode im Original
Bonfire Night
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Donnerstag, 22. August 2013 (Sky 1 UK)

Schauspieler in der Episode Chickens 1x01

Darsteller
Rolle
Simon Bird
Jonny Sweet

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?