Central Park: Review der neuen AppleTV+-Zeichentrickserie

Central Park: Review der neuen AppleTV+-Zeichentrickserie

Die Macher von Bob's Burgers dürfen sich nun auch bei AppleTV+ austoben und präsentieren daher mit Central Park eine Zeichentrickserie, wie gemacht für alle Fans der Belchers und ihrer musikalischen Ader.

Wie ist die neue AppleTV+-Zeichentrickserie Central Park gelungen? (c) AppleTV+
Wie ist die neue AppleTV+-Zeichentrickserie Central Park gelungen? (c) AppleTV+
© ie ist die neue AppleTV+-Zeichentrickserie Central Park gelungen? (c) AppleTV+

Alle Fans von Bob's Burgers sollten sich wohl schleunigst ein Konto bei AppleTV+ einrichten, denn die Serienmacher, darunter Loren Bouchard, aber auch Josh Gad und Nora Smith haben dort ihre neue Serie Central Park platziert. Und schon in den ersten drei Minuten der Auftaktfolge sollte jedem Zuschauer klar sein, ob das etwas für einen persönlich ist oder nicht. Denn der Erzähler des Stücks Birdie (Josh Gad) stellt uns diese Version des New Yorker Parks auf charmante Art und Weise gesungen vor.

Anmerkung: Diese Kritik basiert auf der Sichtung der ersten vier Folgen.

Worum geht es in Central Park?

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Im Zentrum steht die Familie Tillerman, die tatsächlich in einem kleinen Anwesen inmitten des New Yorker Central Parks wohnt. Owen (Leslie Odom Jr.) ist der Park-Manager, seine Frau Paige (Kathryn Hahn) ist als Lokaljournalistin tätig und die Kinder Molly (Kristen Bell) und Cole (Tituss Burgess) wachsen beide bei ihnen auf und sind relativ normale Teenager. Molly schwärmt für einen Jungen und hat leicht obsessive Züge gegenüber dem sogenannten Kite Boy und Cole ist ein wenig ein Muttersöhnchen, aber an sich ganz lieb, besonders auch, wenn es um Tiere geht. Die Geschwister mögen sich und sind nicht unbedingt Rivalen, wie etwa Bart und Lisa bei The Simpsons. Die Familie versucht, den grünen Zufluchtsort zu erhalten und bestreitet damit auch ihren Lebensunterhalt. Das Leben macht ihnen derweil die Hotelerbin Bitsy Brandenham (Stanley Tucci) schwer, die von ihrer Assistentin und La­kai­in Helen (Daveed Diggs) unterstützt wird, welche den Park gerne zu Luxusapartments umfunktionieren würden. Berliner kennen das vielleicht auf ähnliche Art und Weise vom Areal am ehemaligen Flughafen Tempelhof...

Dabei wird recht häufig in der Serie gesungen und anders als in vielen anderen amerikanischen Comedyzeichentrickserien wird hier eine fortlaufende Handlung erzählt, also eher wie bei Big Mouth und Rick and Morty als bei „The Simpsons“ oder Family Guy. Bei letzteren beiden kann es zwar auch mal Elemente und Entwicklungen geben, die bleiben (zum Beispiel Lisa als Vegetarierin, Figurentode oder der Umzug von Cleveland Brown), aber im Prinzip gibt es ja pro Folge einen Reset wie bei einem strikten Procedural. Bei „Central Park“ hingegen bauen alle Folgen komplett aufeinander auf, weswegen es sogar charmante und gesungene Recaps durch Birdie gibt.

Weirdos make great super heroes...

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Es geht zwar in der Serie nicht um Superhelden, aber eine Songzeile aus der ersten Staffelhälfte meint genau das. Tatsächlich sind die Songs ein weiterer Einschaltgrund, wenn man die Gestaltung von Bob's Burgers ohnehin schon mag, denn der Cast der Serie ist wie gemacht für einen wunderbaren Soundtrack, den man sich auch außerhalb der Handlung anhören möchte. Jedenfalls ging es mir sofort so. Die vier mir zur Verfügung gestellten Folgen habe ich dabei recht schnell hintereinander geschaut und wollte gerne wissen, welche wunderbare Songideen und Genres noch auf uns zukommen. Die Schurkin erinnert dabei etwas an Cruella De Vil aus „101 Dalmatiner“, CM Burns aus The Simpsons oder auch Mom aus Futurama. Sie ist eine verschrobene reiche Person, die megalomanische Züge hat, aber tief in ihrem Inneren wohl viel Ballast von früher mit sich herumschleppt.

Was schon bei „Bob's Burgers“ immer passte: die Wärme, die die Figuren aus der Familie füreinander, aber auch für ihre Mitmenschen haben. Mancher mag vielleicht Probleme haben mit dem Animationsstil, doch die Verschrobenheit gehört klar zum Charme dazu und trifft zumindest bei mir genau ins Schwarze.

The loophole is the best kind of hole

Dazu kommt ein besonderer Sinn für Timing, Wortwitze und Randgags, die oft sehr subtil eingebracht werden, aber doch immer wieder für Schmunzler sorgen. Das kann manchmal wirklich nur ein Satzfetzen, ein Wortspiel oder eine Betonung sein, die Macher haben einfach ein Gespür für die kleinen sprachlichen Details.

Während in der ersten Folge beispielsweise ein Dognapping im Zentrum der Handlung steht, gibt es im weiteren Verlauf etwas zum politischen Leben in New York und der Budgetierung des Parks, aber auch mehr zum ganz normalen Familienleben. Dazu gehört es auch ab und an mal, eine Grippe auszukurieren. Ebenfalls anders als bei vielen anderen Formaten ist die Tatsache, dass es einen Erzähler gibt, der per eingeblendeten Lyrics oder Grafiken die Handlung auflockert und auch die Fantasie von Tochter Molly wird bisweilen in kleinen Cartoons zum Leben erweckt.

Fazit

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Central Park ist wie für Zuschauer wie mich gemacht. Nämlich für diejenigen, die von Bob's Burgers und Comedy-Musicals nicht genug bekommen können und die eine es lieben, wenn Figuren nett zueinander sind und Serien-Familien Wärme ausstrahlen, anstatt immer nur gemein und zynisch zu sein. Dazu gibt es wunderbar Wortwitze und Dialoge der Sprecher zu hören. Apple TV+ hat einen weiteren charmanten Hit im Repertoire. Jetzt muss man nur noch daran arbeiten, dass die Serien des Streamingdienstes von der breiten Bevölkerung besser wahrgenommen werden.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen US-Zeichentrickserie „Central Park“:

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