Caught: Review der Pilotepisode

© llan Hawco in „Caught“ (c) CBC
Die kanadische Serie In seinen Händen ist nicht nur eine Serie über Cops, Drogendealer und zerbrochene Freundschaften, sondern auch ein Zeitsprung zurück in die 70er Jahre. Die Frisuren, das ständige Rauchen, der salonfähige Sexismus, die Musik, die Autos - die vielen kleinen Details formen das gesamte Bild zu einem authentischen Setting.
Am 26. Februar lief die erste von fünf Folgen der kanadischen Miniserie bei CBC. Sie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Moore. Allan Hawco ist nicht nur einer der Hauptdarsteller, sondern auch Showrunner der Serie.
Bereits die ersten Minuten bestimmen den generellen Ton von „Caught“. Dunkel, rauh, spannend. Es ist das Jahr 1978. David Slaney (Hawco) flüchtet aus der New Brunswick Haftanstalt und rennt begleitet von CCRs Up Around The Bend durch den nächtlichen Wald. Zwar ist nicht viel mehr als Schatten und dunkle Umrisse sichtbar, doch die aufgebaute Atmosphäre holt den Zuschauer prompt mitten ins Geschehen.
Die Story
Wie ist Slaney überhaupt ins Gefängnis geraten? Etwas mehr als fünf Jahre zuvor lässt er sich von seinem damaligen besten Freund Brian Hearn (Eric Johnson) zu Drogendeals und illegalen Geschäften überreden. Für die Aussicht auf das große Geld riskiert Slaney sogar seine große Liebe, die ihn vor der letzten großen Aktion zu einer Entscheidung zwingt - sie oder Brian. Slaney entscheidet sich für seinen Freund und wird wenig später bitter enttäuscht. Der geplante Deal platzt, Slaney wird geschnappt und Hearn kann fliehen. Während Slaney fünf Jahre im Gefängnis verbringt, baut sich Hearn ein Leben im Wohlstand in Cancun auf.
Der ungebrochene Wunsch nach Rache an seinem früheren Kameraden, lässt Slaney einen Pakt mit Detective Roy Patterson (Paul Gross), einer ehemals schillernden aber inzwischen gestürzten Polizeifigur, abschließen. Dieser hilft ihm bei der Flucht unter dem angeblichen Deckmantel einer Spezialoperation, um an Hearn heranzukommen. Wie sich herausstellt, gibt es diese Operation nicht, denn Patterson möchte die Jagd auf Hearn nutzen, um sein Image wieder aufzupolieren. Also befinden sich ein gefallener Cop und ein sensibler Ex-Häftling auf gemeinsamer Mission. Beide müssen dafür sorgen, dass ihre persönlichen Ziele am Ende nicht auf der Strecke bleiben.
Die Wirkung
Von mir erhält „Caught“ ganze vier Sterne, denn die Pilotepisode hat mich überzeugt und gefesselt. Ich finde die Story sehr gut, die Schauspieler passen zum Plot und zu ihren Rollen und die konstruierte Indie-Stimmung trifft meinen Geschmack. Hinzukommen die unterschiedlichen Persönlichkeiten, die alle auf ihre Art mit besonderen Schicksalen umgehen müssen und durch genau diese zu dem wurden, was sie heute sind. Es wird interessant zu sehen sein, wie sie ihre individuellen Bedürfnisse durchsetzen und/oder mit den Befindlichkeiten der anderen Akteure abstimmen. Die teilweise innere Zerrissenheit der Beteiligten wird durch die mehrfach benutzte Split-Screen-Technik untermauert. Außerdem führt die Serie so ihre Handelnden in verschiedenen Kombinationen zusammen. Ein Appell an alle Serienjunkies: Schaut mal rein and get „Caught“.