C*A*U*G*H*T: Kritik zur australischen Militärserie mit Sean Penn

© Stan
Schwarze Komödien über die Absurditäten des Kriegs kennen wir spätestens seit dem Kubrick-Klassiker „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964). In der jüngeren Vergangenheit gab es auch „War Machine“ (2017) bei Netflix oder die Hulu-Eventserie Catch-22, die im Jahr 2019 große Namen wie George Clooney und Hugh Laurie aufbot. Aus Australien kommt nun ein ähnliches Format mit vergleichbar starker Besetzung. Die Rede ist von der Stan-Militärsatire C*A*U*G*H*T, deren Titel auf die 70er-Jahre-Sitcom „M*A*S*H“ verweist, die in dieser Auflistung natürlich ebenfalls Erwähnung finden muss.
„C*A*U*G*H*T“ unterscheidet sich in einem Punkt von all den anderen genannten Titeln: Statt die Geschichte in einem echten militärischen Konflikt anzusiedeln, hat man sich lieber für ein fiktives Land entschieden, in das die Australier einmarschieren. Es handelt sich dabei um die kleine Inselnation Behati-Prinsloo, die eine blutige Rebellion erlebt, bei der auch die westlichen Mächte mitmischen wollen. Dummerweise schicken die Aussies nicht gerade ihre Topleute in den Einsatz.
Zum erweiterten Ensemble des Sechsteilers gehören neben den Oscarpreisträgern Sean Penn (Gaslit) und Susan Sarandon (Monarch) - einst Seite an Seite in „Dead Man Walking“ - auch Matthew Fox (Lost), Travis Fimmel (Vikings), John C. McGinley (Scrubs) oder Tuppence Middleton (Downton Abbey). Der Serienschöpfer Kick Gurry (Ten Days in the Valley) führt derweil das zentrale Quartett an Geiseln an...
Worum geht's in der Serie „C*A*U*G*H*T“?
Er und seine Kameraden - sie werden gespielt von Ben O'Toole, Alexander England und Lincoln Younes (Last King of The Cross) - werden vom australischen Verteidigungsminister (Erik Thomson) auf eine gefährliche Black-Ops-Mission geschickt. Das Ziel: Sie sollen bei der Prinzessin des erfundenen Inselstaats einbrechen und eine Nachricht von ihrem Handy löschen, die der Spitzenpolitiker ihr versehentlich geschrieben hatte. Er riskiert also das Leben vier tapferer Soldaten, um sich eine Peinlichkeit zu ersparen. Damit ist der Grundton für die Satire gesetzt.
Die Jungs gehen leider alles andere als vorsichtig vor, so geraten sie unterwegs mit zwei US-Soldaten in Streit (einer davon wird von einem obercoolen Matthew Fox porträtiert). Bald erwischen sie die Rebellen Freiheitskämpfer, die hier mit Mel Jarnson („Mortal Kombat“), Fayssal Bazzi (Stateless) und Dorian Nkono (The Twelve) besetzt wurden. Das brutale Video, das von den Australiern als Gefangene gemacht wird, geht um die Welt.

Doch nun kommt der Trick: Das Video ist nur fingiert worden, auf Anregung der Australier selbst. Sie verbrüdern sich sofort mit ihren Geiselnehmern, um wieder heil aus der Nummer rauszukommen. Chef-Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Gurry gibt sich alle Mühe, die Menschen aus Down Under ein bisschen naiv und dafür umso liebenswürdiger darzustellen. Besonders im Vergleich zu den ernsten Amerikanern wirkt das australische Militär wie der reinste Kindergarten.
Abgrenzen kann man sich von Amerika aber auch durch die Derbheit im Humor. So gibt es eine Szene, in der die Geiseln splitterfasernackt in eine Grube geworfen werden und gegenseitig ihre Intimteile im Gesicht hängen haben. Mir persönlich im Gedächtnis bleibt vor allem der Moment in der Kochshow, als „Sean Peñnata“ versehentlich das Zauberwort „Salsa“ sagt und von einem „Macarena“-Flashmob überrumpelt wird. Fimmel in seinem Bärenfummel ist auch nicht schlecht.
Man kann auf alle Fälle festhalten, dass hier bei C*A*U*G*H*T vieles durch die Gegend geworfen wird. Es scheint fast so, dass Gurry kein verrückter Einfall abgeschlagen wurde. Das Resultat ist eine sehr chaotische Mischung, bei der man die Botschaft - wenn überhaupt eine vorhanden ist, die über das eh offensichtliche „Krieg-ist-blöd“-Credo hinausgeht - kaum noch erkennen kann. Aber lustig ist es durchaus...
Ansonsten tauchen im Lauf der Miniserie auch Bryan Brown („Die Dornenvögel“), Justine Clarke (RFDS), Jeremy Lindsay Taylor (Sea Patrol), Bella Heathcote (Pieces of Her), Jessica De Gouw (Arrow) und Clarice-Star Rebecca Breeds auf.
Wie ist es?
Für den Auftakt der australischen Serie „C*A*U*G*H*T“ geben wir dreieinhalb von fünf Koalabären. Allein der famose Cast sollte schon reichen, um einen Blick in die Militärsatire zu rechtfertigen. Ob der Creator Kick Gurry die enormen kreativen Freiheiten, die ihm der Streamer Stan eingeräumt hat, für eine Pointe nutzt, die nachhallt, bleibt wohl noch bis zum Finale abzuwarten. Ein paar denkwürdige Einzelmomente gelingen ihm jedenfalls schon in der ersten Episode.
Hierzulande hat sich für „C*A*U*G*H*T“ noch kein Abnehmer gefunden. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden.
Hier abschließend noch der Trailer zur australischen Serie „C*A*U*G*H*T“: