Castle 8x04

Das Leben des Opfers in der Episode What Lies Beneath der Serie Castle scheint ein Kartenhaus zu sein, dass auf Lügen aufgebaut ist. Stück für Stück versuchen die Polizisten des 12. Reviers Lüge und Wahrheit zu trennen, um an ein mögliches Mordmotiv zu gelangen. Castle schaltet sich in den Fall ein, indem er sich von der Ehefrau des Opfers engagieren lässt.
Neither of us ordered pigs wrapped in kevlar
Zunächst müssen unsere Ermittler feststellen, dass ihr Opfer kein berühmter Romanautor war, wie er es seiner Frau weiß machen wollte. Seine Behauptung, ein bekanntes ehemaliges Mafiamitglied zu sein, entpuppt sich ebenfalls als Lüge, die diesen bereits in Bedrängnis gebracht hatte. Zum Glück findet sich ein aufmerksamer und freundlicher Profikiller (Casey Sander), der Castle über diese unglückliche Verwechslung aufklärt.
Die erste ergiebige Spur finden sie bei der Selbsthilfegruppe der pathologischen Lügner, bei denen der Tote ein bekanntes Gesicht war. Hat ihn also sein krankhafter Lügenzwang in eine tödliche Bredouille manövriert?
Nicht direkt. Im Auftrag eines nicht ganz so blinden Priesters (Tony Plana) stolperte das Opfer über illegale Geldkonten im Büro des Bürgermeisters. Der äußerst hilfsbereite Priester erklärt sich bereit, dem Täter gemeinsam mit Castle (Nathan Fillion), Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) eine Falle zu stellen, in die auch prompt ein Mitarbeiter des Büros (Ryan Devlin) tappt. Doch dieser beteuert seine Unschuld, zumindest was den Mord angeht. Da fällt das Licht auf die Ehefrau (Lise Colleen Simms), welche die Lügen ihres Mannes aufdecken, aber vor allem nicht mehr tolerieren konnte und diesen deswegen schließlich mit einer Kugel ins Jenseits beförderte.
Hearsay told to a not blind priest from a pathological liar
Der Fall der Woche in What Lies Beneath ist an sich solide geschrieben und wartet mit ein paar Lachern auf. Die rein „hypothetische“ Aussage des Profikillers, sowie die schonungslose Dosis Wahrheit, die Ryan, Esposito und Castle über bei den pathologischen Lügnern serviert bekommen, sind kleine aber nette Szenen.
Dass Ryan seinen Partner Esposito beim Sergeant-Examen hintergeht, ohne mit ihm zu reden, hätte ich ihm an Espos Stelle auch übel genommen. An diesem Punkt sehen wir zum ersten Mal die Vorzüge, die Kates (Stana Katic) Beförderung hervorbringt.

Die Einbindung des Priesters in die Falle wusste mir durchaus zu gefallen und für eine Figur mit einem kurzen Auftritt in einer Episode, bekam dieser einen interessanten Charakter verliehen, der selbst mit kurzer Screentime im Gedächtnis blieb.
Doch selbst ein recht ordentlicher, wenn auch kein besonderer Fall, wird immer noch von der Grundstimmung und dem Status von Casketts Beziehung getrübt. Martha (Susan Sullivan) versucht Kate subtil und höflich, aber dennoch eindeutig und bestimmt auf ihre Art zu fragen, was zum Teufel sie da eigentlich gerade macht, was vielen Zuschauern aus der Seele sprechen dürfte.
Dabei scheinen als Stilmittel für Kates Einsicht nun immer wieder kleine Details in den Fällen platziert zu werden, die Kate ihre Fehlentscheidung aufzeigen sollen. Doch das verpufft im Angesicht der hartnäckigen Versuche ihres Ehemanns, sie auf seine liebenswerten Eigenschaften zu stoßen, um sie zurückzugewinnen.
Denn nach den Umständen ihrer Trennung müsste es eigentlich umgekehrt sein. Castle sollte nach Jahren des Vertrauens den Grund für das Ganze herausfinden wollen und frustriert oder auch wütend über diese Situation sein. So geht es mir zumindest nach wie vor, da müsste schon ein unglaublich guter Fall kommen, um von diesem Grundproblem abzulenken.
Fazit
Die anhaltenden Umstände der Beziehung von Caskett und das Ausweichen jedweder dringend benötigter Konfrontation wirken frustrierend, wenn man das Verhältnis der beiden Hauptfiguren über die Jahre hinweg betrachtet. What Lies Beneath hätte vom Kontext her wesentlich besser in eine der frühen Staffeln von Castle gepasst, denn damals hätten Castles Annäherungsversuche wesentlich mehr Sinn gemacht als bei der seltsam anmutenden Rückgewinnung seiner Ehefrau. Auch wenn der Fall dramaturgisch keine Mängel aufweist, reicht es nicht das Ärgernis durch den Hauptstoryarc zu überdecken. Wie sagt man doch so schön: „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.“
Der Trailer zur nächsten Episode:
Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 14. Oktober 2015Castle 8x04 Trailer
(Castle 8x04)
Schauspieler in der Episode Castle 8x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?