Castle 7x23

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Eine Leiche in den Wäldern erinnert Castle (Nathan Fillion) an ein Ereignis aus seiner Kindheit. Das spornt ihn erst recht dazu an, den Killer ausfindig zu machen und zu fassen.
I'm proud to have been his inspiration and I am proud to be his wife.
Während der Untersuchungen wird Beckett (Stana Katic) äußerst spontan einer Prüfung unterzogen, in der sie, ihre Karriere und ihre Entscheidungen unter Beschuss genommen werden. Glücklicherweise hat sie die richtigen Antworten parat, sodass ihr der wahre Zweck der Vorladung offenbart wird: Sie soll darüber nachdenken, für einen Sitz im Senat zu kandidieren.
Die Ermittlungen im Mordfall tragen unterdessen erste Früchte - ein passender Verdächtiger ist schnell gefunden. Allerdings scheint dies Castle beinahe zu passend, sodass er das unmittelbare Umfeld des Verdächtigen noch näher beleuchtet. Dies führt die Ermittler zu dessen Psychiater (Wallace Langham), welcher anhand seiner Stimme von Castle als derjenige identifiziert wird, den er damals als kleiner Junge bei einem Mord beobachtete.
Der gute Herr Doktor ist allerdings aäßerst vorsichtig, was das Hinterlassen von Beweismaterial angeht, sodass Beckett und Castle zu grenzwertigen Methoden greifen müssen, um an Beweise zu gelangen. Auf dessen Grundbesitz findet Castle nicht nur die nötigen Hinweise - die Trophäensammlung und die Maske des Psychiaters -, er gerät auch gehörig in die Bredouille. Nur gut, dass Beckett ihm zur Seite steht, sodass er mit ihrer Waffe und einer Portion Blei seine Meinungsverschiedenheiten mit dem messerschwingenden Dr. Van Holtzman klären kann.
Abschließend erleben wir eine Rede zur Auszeichnung für Castles literarisches Lebenswerk, bei der er seine Freunde und Familie mit sorgfältig ausgewählten Worten als wichtigsten Teil seines Lebens würdigt, woraufhin alle auf ihr Beisammensein anstoßen.
Always
Hollander's Woods klärt uns über die Umstände auf, die Castle (Nathan Fillion) dazu veranlasst haben, Krimiautor zu werden. Der Fall selbst ist zwar nicht spektakulärer als gewohnt, dafür aber trotzdem ansprechend inszeniert.
Die Macher scheinen sich das Motto diesmal zu Herzen genommen zu haben. Es wird kein großes Fass aufgemacht und auf die Platzierung von Cliffhangern verzichtet, die anstehende Karriereentscheidung von Kate (Stana Katic) einmal ausgenommen. Es wird sich aufs Wesentliche konzentriert, ohne auf extravagante Wendungen und Überraschungen zurückzugreifen.
Gerade in Anbetracht auf den Vergleich zum letzten Staffelfinale lässt sich betonen: Ein gelungenes Ende einer Staffel hat keinen Cliffhanger nötig, nur um die Zuschauer in letzter Sekunden aus den Sesseln zu feuern. Vielmehr freue ich mich, wenn den Figuren, die man schon so lange kennt, in einem angenehmen Rahmen Tribut gezollt wird.
Das liegt sicherlich zum Teil auc daran, dass eine neue Staffel zum Zeitpunkt der Umsetzung noch lange nicht in trockenen Tüchern war. Vor allem im Rückblick auf vergangene Folgen und auf die letzte Szene hätte diese Episode problemlos als Serienfinale durchgehen können.

Übrigens dürfen sich die Castles glücklich schätzen, dass der Killer freundlicherweise ein detailliertes Album in der Scheune gelagert hat. Dass ein Zivilist beim Hausfriedensbruch den Besitzer der Scheune mit der Dienstwaffe einer Polizistin erschießt, hätte ansonsten doch die eine oder andere unangenehme Frage nach sich gezogen.
Auch wenn man nicht wirklich Angst um die Protagonisten bekam, so ist der Fall trotzdem spannend und interessant aufgebaut. Das gipfelt in einer sehr starken Szene in der Wallace Langham als Dr. Van Holtzman seine Motivation quasi unverhüllt vor Castle offenbart. Die Auseinandersetzung in der Scheune ist zudem audiovisuell sehr ansprechend umgesetzt, was bei einer Produktion von Castles Größenordnung zwar keine Seltenheit ist, aber in diesem Fall dennoch gesondert erwähnt werden darf.
Dass die Caskett-Szene, in der sie nach dem Showdown über das Schicksal reflektieren, bestens funktioniert und dass Castles Ansprache für einen schönen Moment sorgt, ist etwas, was ich auch geglaubt hätte, ohne es gesehen zu haben. Solche Szenen sind es, in denen die Serie während der gesamten siebten Staffel konstant den richtigen Ton getroffen hat.
Fazit
Dieses Mal manövrieren sich die Autoren glücklicherweise nicht in einen Cliffhanger hinein, dessen Auflösung zu einem Albtraum zu werden droht. Hollander's Woods konzentriert sich auf einen Fall und ein Ende, was abgerundet und durchdacht wirkt, auch wenn dabei der für die Serie typische Humor etwas kurz kommt. Trotzdem hinterlässt die Episode den Zuschauer mit einem völlig zufriedenstellenden Gefühl. Es bedarf eben keiner extravaganten Wendungen, um einen gelungenen Abschluss abzuliefern.
In eigener Sache: Als ich die Reviews nach der sechsten Staffel von meinem Kollegen Christian als eine meiner ersten Aufgaben übernahm, war ich nicht ganz sicher, wohin mich die Reise führen würde. Ich möchte mich hiermit für die netten Kommentare, Anregungen und Diskussionen bedanken und würde mich freuen, eine ähnliche Erfahrung auch in der nächsten Staffel machen zu dürfen.
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 12. Mai 2015Castle 7x23 Trailer
(Castle 7x23)
Schauspieler in der Episode Castle 7x23
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?