Castle 5x03

Das passiert in der Castle-Folge Secret's Safe with Me:
Die Leiche einer Frau wird gefunden. Bevor sie starb, hatte sie allerdings noch Gelegenheit, mit ihrem eigenen Blut das Wort „LIE“ auf den Boden zu schreiben. Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) wissen mit diesem rĂ€tselhaften Hinweis zunĂ€chst wenig anzufangen. Das Ă€ndert sich erst, als sie die Spur der jungen Frau zu einem Haus zurĂŒckverfolgen, welches LagerrĂ€ume vermietet - und die Einlagerungen von sĂ€umigen Mietern nach einer gewissen Zeit meistbietend versteigert. Castle und Beckett erkennen, dass sie die Notiz der Frau falsch herum gelesen haben. In Wahrheit hatte sie die Zahl „317“ auf den Boden geschrieben. Dabei handelt es sich um einen Lagerraum, dessen Inhalt kurz vor der Versteigerung steht - und offenbar wertvoller ist, als es auf den ersten Blick aussieht.
Auch privat hat Richard mit einigem GerĂŒmpel zu tun. Alexis (Molly C. Quinn) packt nĂ€mlich ihre Sachen, um ans College zu gehen. Der Abschied fĂ€llt weder ihr noch ihrem Vater leicht. Und er wird sogar noch etwas schwerer, als Richard, bedrĂ€ngt von seiner Mutter (Susan Sullivan), ihr von sich und Beckett erzĂ€hlt...
Die Autoren von Castle lassen sich gerne mal von anderen Genres und aktuellen Medientrends inspirieren. Unvergessen ist die Hommage an The X-Files in Close Encounters of the Murderous Kind. Aber auch Themen aus dem Reality-TV finden hĂ€ufig bei Castle Widerhall. Im vergangenen Jahr war das die auf „Ghost Hunters“ gemĂŒnzte Episode Demons. In dieser Woche sind es unverkennbar die fĂŒr A&E sehr erfolgreichen „Storage Wars“.
Die Auktion, an der unter anderem Gaststar Kevin Brown (30 Rock) teilnimmt, gehört sicherlich zu den spaĂigsten Momenten der Folge, was sich nicht nur der rasanten Inszenierung verdankt, sondern natĂŒrlich auch der MaĂnahmen, die Beckett ergreift, um an zusĂ€tzliches Bargeld zu gelangen. Wie zuvor schon in der Szene, als Castle erst an Becketts Telefon und schlieĂlich sogar an ihre Schublade geht, markiert dieser Moment einen kleinen, aber doch spĂŒrbaren Wandel in der Beziehung der beiden. Durch die NĂ€he, die zwischen ihnen besteht, verschwimmen allmĂ€hlich die Grenzen des Privaten. Bevor sie ein Paar waren, hĂ€tte es Castle kaum gewagt, an ihre Schublade zu gehen, und wĂ€re es Beckett wohl nicht in den Sinn gekommen, ĂŒber Figurennamen in Castles nĂ€chstem Roman zu verfĂŒgen.
Wie schon zur vergangenen Folge angemerkt, sind es genau diese kleinen Details, welche die Beziehung zwischen Castle und Beckett so authentisch und lebendig machen. Dazu gehört seit dieser Folge natĂŒrlich auch der voller Leidenschaft aufgeladene Handschlag zwischen den beiden. Noch nie war sich die HĂ€nde zu reichen so erotisch wie hier!
Sehr gelungen ist natĂŒrlich die EnthĂŒllung, dass Casketts so vermeintlich wohlgehĂŒtetes Geheimnis eigentlich nie eines gewesen ist, jedenfalls so weit es Martha angeht, die Beckett also schon in After the Storm im Schrank erblickt hat. Etwas weniger gelungen ist Alexis' eingeschnappte Reaktion, als sie das Abendessen mit ihrem Vater absagt. Es wird zwar sehr schnell klar, dass es dabei eigentlich gar nicht um dessen Beziehung zu Beckett geht. Trotzdem wirkt dieser Moment irgendwie... falsch. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass Alexis (was ja prinzipiell auch in Ordnung geht) so wenig Screen Time bekommt, dass sie dadurch quasi automatisch emotional etwas sprunghaft wirkt. Sie ist halt die Figur, die von den Autoren gerne mal so gebogen wird, wie sie es gerade brauchen. Jemand, der Castle nahesteht, soll scheinbar gegen seine Beziehung zu Beckett opponieren: Lassen wir das doch Alexis machen, egal wie (un-) plausibel das jetzt ist.
Einer anderen Figur tun die Autoren dagegen in Secret's Safe with Me erstmals Gerechtigkeit: Mehr als ein Jahr lang durfte Penny Johnson Jerald nichts anderes tun, als die strenge Chefin zu geben. In dieser Woche ist es nun ausgerechnet ein hĂ€ssliches PorzellanpĂŒppchen, welches Captain Gates aufweichen lĂ€sst - und sie zu einem regelrechten Castle-Fan mutieren lĂ€sst. Das ist nicht nur ungemein witzig, sondern gibt ihr als Figur auch endlich etwas menschlichere ZĂŒge. Auch wenn Castle am Ende ihre PĂŒppchen im Ăberschwang des zu lösenden Falles kaputt schlĂ€gt und sie damit wieder auf weniger gutem FuĂ miteinander stehen.
Der Fall selbst ist solider Krimi-Durchschnitt ohne besondere Höhen und Tiefen.
Fazit
Eine Folge darĂŒber, was sich an wertvollen GegenstĂ€nden / Erinnerungen in vermeintlich wertlosem Plunder verbergen kann. Charmant, witzig, unterhaltsam. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Episoden allerdings wieder ein bisschen mehr auf Fall-der-Woche-Durchschnittsniveau.
Trailer zu Folge 5x04 âMurder He Wroteâ
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 9. Oktober 2012(Castle 5x03)
Schauspieler in der Episode Castle 5x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?