Living Biblically: Review der Pilotepisode

Living Biblically: Review der Pilotepisode

Die Pilotepisode der Sitcom Living Biblically ist zum Fremdschämen. Das Serienkonzept, einen Mann zu zeigen, der sich im wahrsten Sinne nach den Worten der Bibel richtet, fällt noch schlimmer aus, als man fürchten musste.

Jay R. Ferguson in der Serie „Living Biblically“ (c) CBS
Jay R. Ferguson in der Serie „Living Biblically“ (c) CBS
© ay R. Ferguson in der Serie „Living Biblically“ (c) CBS

Chip (Jay R. Ferguson; The Real O'Neals, Mad Men) ist Journalist bei einer Zeitung und irgendwie ein latent schlechter Mensch, findet er zumindest, Beweise gibt es dafür keine. Nun will er eine neue Art Kur ausprobieren, nämlich bis zur Geburt seines erstes Babys in neun Monaten wortwörtlich nach der Bibel zu leben. Auch wenn in der Pilotepisode der Serie Living Biblically noch mehr passiert, gibt es darunter im Grunde nichts, was zum besseren Verständnis dieses verworrenen Story-Konstrukts beiträgt.

Wovon handelt die Serie?

Wir lernen Chip im Beichtstuhl kennen, ein Ort, an dem er in den kommenden Episoden wohl häufiger anzutreffen sein wird. Dort offenbart er dem Priester seiner Wahl, Father Gene (Ian Gomez, Cougar Town), seinen Plan, fortan nach den Worten der Bibel zu leben. Der quittiert die Idee des ihm bis dahin unbekannten Mannes mit einem schallenden Lachen, doch Chip legt nach. Denn seine fixe Idee hat eine Hintergrundgeschichte. Erst ist sein Freund ums Leben gekommen und dann hat seine Freundin ihm eröffnet, dass sie ein Kind erwartet. Wer sich jetzt fragt, wie genau das zusammenhängt, der muss wohl länger als bis zur Pilotepisode warten, denn die innere Logik spielt dort keine besonders große Rolle. Für den Moment muss reichen, dass Chip denkt, kein besonders guter Mensch zu sein und sich daher für sein Kind dieses Versprechen gesetzt hat. Dabei findet die werdende Mutter das ganze Unterfangen schon mal hirnrissig. Sie ist Atheistin, die den plötzlichen Glauben ihres Mannes für verrückt hält.

Die erste - und für die Auftaktepisode einzige - nennenswerte Klemme in die er gerät, handelt von einem Arbeitskollegen, der seiner Frau fremdgeht, die wiederum eine Freundin von Chips Frau Leslie (Lindsey Kraft, Getting On) ist. Chip rennt schnell in die Bar - bei der er aus irgendwelchen Gründen weiß, dass Father Gene da ist - und fragt ihn, was er tun soll. Der sagt ihm, dass Ehebrecher in der Bibel gesteinigt werden, was sich jedoch im Jahr 2018 nicht mehr empfiehlt. Zufällig kommt Leslie in dieselbe Bar, weil sie dort zum Essen mit ihrem Mann verabredet ist. Und dann erscheinen auch noch besagter Kollege und seine Affäre, weil es offenbar nur eine Bar und eine Uhrzeit zum Essen gibt. Als Leslie den Mann zur Rede stellen will und der seine Liebschaft als seine Assistentin vorstellt, was Chip bestätigen soll, holt der Neu-Christ mit einem mitgebrachten Stein aus und wirft ihm den Kollegen an die Stirn, was die Szene und offenbar auch die Begegnung beendet.

Fazit

So richtig Sinn ergibt in der Pilotepisode storymäßig nichts, am Ende bleibt aber die Gewissheit, dass man hier wohl länger am Ball bleiben muss, wenn man herausfinden will, wie die Serie gestrickt ist. Denn für den Auftakt leidet Living Biblically ungewöhnlich stark unter den üblichen Pilotenkrankheiten. Schließlich scheitern sie an allen: Die Charaktere bleiben flach, die Story wirkt arg zusammengeschnitten und die Witze zünden leider auch nicht. Doch der Todesstoß ist wohl, dass nicht einmal die Grundprämisse der Serie - das Leben nach den Worten der Bibel - Sinnvolles oder Unterhaltsames zustande bringt.

Diese Serie passen auch zu «Living Biblically»