Bunheads 1x06

Bunheads 1x06

Der Movie Truck kommt nach Paradise und bietet jede Menge Unterhaltung nicht nur für die Bunheads. Außer für Fanny, denn die hat sich bereits für einen eigenen Weg der Entspannung entschieden.

Auf der Suche nach in einer möglichst wilden Nacht in der Kleinstadt. / (c) ABC Family
Auf der Suche nach in einer möglichst wilden Nacht in der Kleinstadt. / (c) ABC Family

Die Serie Bunheads hat schon häufiger gezeigt, dass sie auch ohne mit der Wimper zu zucken, einen oder mehrere Figuren episodenweise komplett vergessen kann. Das ist immer ein Drahtseilakt und seltsamerweise haben die Autoren es bisher stets geschafft, ihn zu meistern.

Doch in der Episode Movie Truck gehen sie ein großes Risiko ein, sie nehmen Fanny (Kelly Bishop) komplett aus dem Plot und zeigen sie nur für ein kurzes Telefonat mit Michelle (Sutton Foster). Und wieder einmal: Es funktioniert wunderbarerweise!

Der Fokus durfte so endlich einmal wirklich länger auf die jungen Tänzerinnen wandern. Und das ist durchaus sehenswert.

Die Nacht der Nächte

Was alle Figuren dieser Episode verbindet, ist das Bedürfnis raus zu wollen. Das beginnt bei Michelle und Talia (Angelina McCoy), die sich auf ihren Road Trip freuen, geht über Truly (Stacey Oristano), die Michelles Rat annimmt und endlich gleichaltrige Freunde finden möchte bis hin zu den Mädchen, die sich sehnlichst etwas Action und Spannung in ihrem Kleinstadtleben wünschen.

Auch die Nebencharaktere scheinen eigentlich nur raus zu wollen, allen voran Sashas Dad (Paul Cassell, Brothers & Sisters).

Doch für die Sorte von Entkommen, nach denen sowohl die Mädchen als auch Michelle streben, bietet sich ein Wochenende an. Und das steht vor der Tür als Michelle feststellt, dass sie mit den Tanzklassen gefangen ist und ihre Freundin Talia aus Las Vegas kommt. Talias Optimismus in Bezug auf das Leben in Paradise ist eher niedlich, dennoch scheint es auf Michelle zu wirken, denn am Ende der Episode ist sie diejenige, die nicht mehr wirkt als wenn sie entkommen will. Michelle hat eine aufregende Nacht gebraucht um zu realisieren, dass sie angekommen ist.

Anders sieht es bei nach Nachwuchstänzerinnen aus. Sashas Leben scheint komplizierter zu sein als bisher gezeigt wurde. Sie hat sich mit der Tatsache arrangiert, dass ihre Eltern so mit den eigenen Leben beschäftigt sind, dass sie oft daneben untergeht.

Istanbul (Not Constantinople)

Sasha (Julia Goldani Telles) wirkt erneut klischeehaft. Das überdurchschnittlich begabte Mädchen aus dem wohlhabenden aber ihren Bedürfnissen gegenüber ignoranten Elternhaus, dass von der Enge der Kleinstadt gelangweilt ist und sich ihren Weg heraustanzt, was jedoch erst deutlich wird, wenn man es schafft, hinter die Fassade der Teilnahmslosigkeit zu blicken.

Doch ihre Figur kann dem Zuschauer trotzdem viel Freude bereiten. Langsam beginnt ihre harte Fassade zu bröckeln und sie zeigt Menschlichkeit.

Was es nun jedoch mit der Tanzsszene am Ende der Episode auf sich hat, ist schwer zu erkennen. Erstens wird Sasha dadurch auf eine Ebene mit Michelle gehoben, denn die beiden sind nun die einzigen, die Solo-Tanztraumsequenzen hatten.

Und abgesehen davon, dass es wirklich interessant ist, Sashas Tanz zu verfolgen, kann man auch etwas in die Bedeutung des ausgewählten Liedes lesen. Namen von Städten werden geändert und niemand kann etwas daran ändern oder es erklären. Der Sänger kann nicht zurück nach Konstantinopel, denn es gibt nur noch Istanbul. Auch die Vorzeichen in Sashas Elternhaus scheinen sich zu ändern. Ihr Vater sitzt überraschenderweise wach im Wohnzimmer obwohl Sasha doch genau vorausgesagt hatte, was ihre Eltern nach einem Streit zu tun pflegen.

Sasha und die Mädchen erkennen das Ungewöhnliche, doch Sasha hat keine wirkliche Reaktion darauf anzubieten. Sie flüchtet stattdessen in ihr Zimmer.

In welche Richtung es mit Sashas Eltern gehen wird ist noch unklar. Werden sie sich trennen? Wird ihr Vater sich outen? Werden sie diesen Streit vergessen und weitermachen wie zuvor? In jedem Fall sind es Veränderungen, an denen Sasha nicht mitwirken kann. Die Bezeichnung ihrer Eltern kann von verheiratet zu geschieden, von hetero- zu homosexuell geändert werden ohne dass sie darauf einwirken kann. Doch einmal geändert kann auch sie nicht zurück in das alte Leben.

Peinliche Teenagerschwärmerei

Boos Vorliebe für Charlie ist gleichzeitig amüsant und mitleiderregend. Er scheint mitten in einer sehr schwierigen Phase zu stecken und ist wohl für jeden Menschen nur schwer erträglich, außer für die verliebte Boo (Kaitlyn Jenkins).

Doch es geschieht zu wenig in dieser Storyline, es wird langsam langweilig, dass sie ihn stets anhimmelt, aber es keine Veränderung eintritt. Was ist aus ihrem Job im Restaurant und dem dortigen allgemeinen Schwarm geworden, der sich mit Boo anzufreunden schien?

Die Erwachsenen schlagen über die Stränge

Fanny trickst Michelle in eine Laufbahn als Tanzlehrerin. Das wird kurz und schmerzlos rübergebracht. So kurz, dass wir nicht einmal einen Blick auf Michelle in ihrer neuen Rolle erhaschen können. Aber sie ist es nun, Lehrerin.

Doch kurz nachdem die Teenager sie als Autoritätsperson kennengelernt haben, lernen sie die betrunkene Seite ihrer Ausbilderin kennen. Und das macht durchaus Spaß. So sehr sie sich auch langweilen in dieser Kleinstadt, so sehr sind sie doch in der Dynamik ebendieser gefangen. Sie erwarten, dass Michelle ihren Ausbruch an Fanny verrät. In Wahrheit jedoch hat Michelle viel zu sehr mit sich zu tun und findet diesen Ausbruch nach allem, was wir über sie gelernt haben, wohl auch so minimal, dass sie keine Konsequenzen für die Mädchen heraufbeschwören würde.

Truly wurde schon eine geraume Zeit als Michelles potentielle Freundin aufgebaut. Doch es musste erst Talia aus Las Vegas kommen, um die beiden zusammenzuführen. Warum und wann Truly ihren Hass auf Michelle aufgegeben hat, bleibt dennoch im Dunklen. Wie wichtig ihr Michelles Meinung über ihr Outfit ist, erscheint wirklich rührend.

Fazit

Die Episode Movie Truck kommt fast gänzlich ohne Fanny aus, was der ganzen Handlung eine neue und ungewohnte Dynamik gibt. Keine Reibereien zwischen Michelle und ihrer Schwiegermutter, die als Rückgrat der Handlung dient, als Auftakt zu allem was da kommt.

Dadurch rücken die jungen Tänzerinnen in den Vordergrund und das macht ebenfalls Spaß. Der Fokus liegt nach wie vor auf Boo und Sasha. Doch immerhin lernen wir Josh (Gabriel Notarangelo) kennen, Ginnys Langzeitfreund aus Kindertagen. Und es scheint als wenn in diese Richtung noch einiges anstehen könnte.

Spaß macht die neue Dynamik ohne Fanny schon, jedoch läuft die Episode auch ein bisschen in die Belanglosigkeit. Michelle, die damit kämpft, sich in Paradise heimisch zu fühlen, Boo, die für Charlie schwärmt und Sasha, die unter ihren Eltern leidet - Die drei großen Themen der Episode sind nicht neu und entwickeln sich für erste nur wenig weiter.

Doch Truly macht einen großen Schritt und zeigt sich von einer neuen Seite, die vielleicht noch weiter ausbaufähig ist.

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 30. Juli 2012
Episode
Staffel 1, Episode 6
(Bunheads 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Michelles Geburtstag
Titel der Episode im Original
Movie Truck
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 23. Juli 2012 (ABC Family)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 25. Februar 2014
Regisseur
Jamie Babbit

Schauspieler in der Episode Bunheads 1x06

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