Bunheads 1x01

Bunheads 1x01

Ein Las Vegas-Showgirl in einer Kleinstadt, Kelly Bishop als Schwiegermutter und Amy Sherman-Palladino als Showrunner. Reicht das für Bunheads aus, um eine ganze Generation Gilmore Girls-Fans hinzureißen und neue Fans dazu zu gewinnen?

Sutton Foster als ehemaliges Las Vegas-Showgirl Michelle Simms in „Bunheads“ / (c) ABC Family
Sutton Foster als ehemaliges Las Vegas-Showgirl Michelle Simms in „Bunheads“ / (c) ABC Family

Zunächst gibt's ein bisschen verdrehtes Pretty Woman-Feeling im Serienpiloten zu Bunheads: Die Tänzerin Michelle (Sutton Foster) versucht, sich ihren höflichen, aber offensichtlich für sie zu biederen Verehrer Hubbell (Alan Ruck) vom Leib zu halten. Gleichzeitig versucht sie, ihrer Karriere einen neuen Schwung zu geben. Doch sie ist bereits zynisch genug, um zu erahnen, dass sie ihren Zenit überschritten hat. Die Zukunftsaussichten sind nicht rosig.

Michelle ist dennoch keine Goldgräberin: Die Möglichkeit, Hubbell als „Lebensversicherung“ zu nutzen, kommt ihr nicht ernsthaft in den Sinn. Doch sie ist auch keine Kostverächterin und mit einer teuren Uhr kann man ihre Aufmerksamkeit ganz bequem kaufen. Aber es ist eine Wohlfühlserie, darum macht Hubbell ihr natürlich einen Antrag, in vollem Bewusstsein, dass sie ihn nicht liebt. Aber er will der Beschützer sein, sie auf Händen tragen und ihr all ihre Wünsche erfüllen.

Die Wiederentdeckung der Schnelligkeit

Das klingt unrealistisch, das könnte extrem nerven. Wenn, ja wenn nicht Amy Sherman-Palladino am Werk gewesen wäre und jede noch so kleine Unterhaltung ein bunter Strauß an Witz, Sarkasmus aber auch Liebenswürdigkeit ist.

In guter alter Gilmore Girls-Manier reißen besonders die weiblichen Figuren der Serie Bunheads eine urkomische und stets clevere Salve nach der anderen herunter. Man kommt kaum hinterher und zweimal gucken schadet nicht wenn man möglichst viele Kommentare und Randbemerkungen auffangen will. Fast jeder Satz ist zitierwürdig. Würde man nicht tanzende Körper und unglaublich viele Federn sehen, man könnte die Eröffnungsszene für eine gelungene Rückkehr von Lorelai und Sookie halten.

Für „Gilmore Girls“-Fans ist „Bunheads“ ein Feuerwerk aus Flashbacks. Zur besseren Abgrenzung beider Serien trägt natürlich die Ähnlichkeit der beiden Hauptdarstellerinnen, Sutton Foster und Lauren Graham, nicht bei. Und auch Kelly Bishop als strenge, aber eigentlich herzensgute Schwiegermutter, stiftet zusätzlich innere Verwirrung.

Aber es ist ja nicht so als wenn es jetzt einen Overkill gäbe. Das Ende von Gilmore Girls ist fünf Jahre her, eine neue starke Frau mit Wortwitz und Esprit in einer Feel Good-Serie ist definitiv weder zu früh noch zu viel.

Die neue Story

Hinter allen Erinnerungen und melancholischen Anwandlungen darf aber die neue Story nicht untergehen. Michelle zieht also in die Kleinstadt und sieht sich direkt mit einer überrumpelten Schwiegermutter konfrontiert, mit der sie schon in der Pilotepisode mehr zu tun hat als mit ihrem neuen Ehemann.

Sie sind beide Tänzerinnen, aber die viel stärker verbindende Gemeinsamkeit ist der Verlauf ihrer jeweiligen Leben. Beide hatten das Talent, als ganz große Tänzerinnen berühmt zu werden, doch beiden kam das Leben dazwischen. Für Fanny (Kelly Bishop) waren es eine Schwangerschaft und ein abwesender Kindsvater, die den Traum beendeten, für Michelle war es ein Mangel an Zielstrebigkeit.

Nun sitzen sie sich gegenüber in einer Bar und der Zuschauer hat das Gefühl, hier haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. Fast ist es etwas zu schnell zu idyllisch.

Doch dann bricht die Hiobsbotschaft ins Paradies ein. Etwas ist mit Hubbell passiert. Doch was, das lässt die Pilotepisode im Dunkeln. Sollte er tot sein, würde Bunheads sich schneller von Gilmore Girls unterscheiden als gedacht. Denn auch wenn Lorelai und Rory es nicht einfach im Leben hatten, mit Themen wie dem Tod enger Angehöriger und dramatischen Autounfällen mussten die beiden sich eher seltener beschäftigen. Würde die Serie aus einer Todesepisode so schnell wieder in ihr feuerwerkartiges Humorfestival finden können? Und ist das Band zwischen den beiden Frauen so stark, dass Michelle auch ohne Hubble in der Kleinstadt Paradise bleiben würde, bleiben dürfte?

Von den Nachwuchs-Ballerinas kann man im Serienpilot schon ein wenig erfahren. Unsicherheit, Langeweile, bisher sind sie typische Teenagercharaktere. Aber das ist ja erst das Fundament. Man darf gespannt sein, ob sie sich zu interessanten Charakteren entwickeln können.

Fazit

Bunheads“ hat sich in der Pilotepisode als liebenswürdige Serie gezeigt, in der ein entzauberter Tanzengel in eine Umgebung verpflanzt wird und dort auf eine ebenfalls nicht auf den Mund gefallene Schwiegermutter trifft.

Es verspricht unterhaltsam zu werden, wenn man humorvolle Serien über starke Frauen mag. Oder ganz einfach wenn man Amy Sherman-Palladino zu schätzen weiß.

Promo zur Episode 1x02 'For Fanny' der Serie 'Bunheads'[videosj=Bunheads1x02Promo1]

Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 13. Juni 2012
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Bunheads 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Neubeginn
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 11. Juni 2012 (ABC Family)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 19. Januar 2014
Regisseur
Amy Sherman

Schauspieler in der Episode Bunheads 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?