Bob Hearts Abishola 1x01

© ob Hearts Abishola (c) CBS
Chuck Lorre hat eine weitere Sitcom auf den Markt geworfen und es ist eine sich zart anbahnende Romanze zwischen zwei ungewöhnlichen Partnern geworden. Nach einem Nerd und einer hübschen Blondine sowie einem Anwalt und einem Hippie bringt er mit Bob Hearts Abishola einen einsamen Geschäftsmann mit Herzinfarkt und eine Krankenschwester aus Nigeria zusammen.
Worum geht es?
Bob (Billy Gardell; Mike & Molly) ist 50 und auf dem Weg ins Krankenhaus nach einem Herzinfarkt. Mit dabei hat er seine Mutter Dottie (Christine Ebersole) und seine Geschwister Douglas (Matt Jones) und Christina (Maribeth Monroe). Nachdem man sich davon erholt hat, dass alle vier altersmäßig irgendwie nicht in ihre Rollen passen, wird einem noch in der ersten Minute der erste Furzwitz um die Ohren geschlagen. Doch aus dieser Talsohle geht es plötzlich steil nach oben - mit der Serie und mit Bobs Gesundheit.
Denn, als er wieder aufwacht, ist Abishola (Folake Olowofoyeku) an seinem Bett. Die Krankenschwester mit der No-Bullshit-Attitüde verdreht ihm den Kopf, nachdem sie ihm ein beruhigendes Lied in der Sprache ihrer Heimat singt, während er nicht erfolgreich auf der Toilette weilt. Die initiale Verliebtheit seinerseits ist gut eingefangen und niedlich wiedergegeben. Doch die Serie folgt fortan glücklicherweise weniger dem einsamen Businessman bei seiner Genesung und wandert stattdessen viel mit Abishola. Wir lernen mehr aus ihrem Leben, das sie mit ihrem jungen Sohn Dele (Travis Wolfe Jr.) bei ihrer Tante Olu (Shola Adewusi) und ihrem Onkel Tunde (Barry Shabaka Henley) lebt. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt und versucht, mit harter Arbeit und vielen Zwölf-Stunden-Schichten ihrem Jungen ein besseres Leben als Arzt zu ermöglichen.
Bob auf der anderen Seite ist vor allem damit beschäftigt, seine tendenziell unfähige Familie im Zaum zu halten und sich um das Familienbusiness zu kümmern. Das besteht darin, Socken in Asien herstellen zu lassen. Aber sie beuten die Arbeiter dort nicht aus. Sie „beauftragen damit Firmen vor Ort und schauen weg“, wie Bobs Mutter es ausdrückt.
Eine Tüte voll ebenjener Socken ebnet Bob den Weg in Abisholas Gedanken. Er bringt sie ungefragt zu ihrer Wohnung, wo er sich ein knappes Danke und eine Tür im Gesicht abholt. Doch er hat sich ins Gespräch gebracht - und an die Füße, wie sich zeigt. Denn, wenn Abishola auch zunächst weniger von seinen Flirts begeistert ist, so wissen seine Socken doch zu beeindrucken. Die zweite Fuhre liefert der hoffnungsvoll Verliebte dann direkt ins Krankenhaus, von wo aus er mit seiner Angebeteten im Bus die Heimfahrt antritt und wir wissen: Sie hat ihn nicht aus der Bustür geschubst, der Mann hat eine Chance.
Wie kommt es rüber?
Zwischen Furzwitzen und gut geschriebenen Einblicken in das Familienleben einer Einwandererfamilie pendelt die Pilotepisode sich auf einem soliden Chuck-Lorre-Level ein. Der Schwachpunkt dabei ist Bobs Familie, die sich anfühlt, als wenn sie sich aus einer weitaus schlechteren Sitcom rübergeschlichen hätte. Stark dagegen sind die Figuren um Abishola und auch Bob selbst kann einiges an Charme für sich spielen lassen.
Es ist die Sitcom der Stunde, eine Romanze über einen Mann aus dem Mittleren Westen, leidlich erfolgreich mit dem Familiengeschäft und einsam, der einer Einwandererin aus Nigeria verfällt. Dabei nutzen die Serienmacher Abishola nicht nur als Blaupause, um uns die turbulenten Liebesbemühungen eines Mannes zu zeigen. Für den Moment fühlt es so sich an, als wenn sie eigentlich Bob nutzen, um den „typischen“ US-Zuschauer in Sicherheit zu wiegen und ihn dann unversehens in eine Sitcom außerhalb des Einheitsbreis - und für manche auch außerhalb der eigenen Komfortzone - zu ziehen.
Fazit
Bob Hearts Abishola ist eine Sitcom, die Herzen gewinnen kann. Charismatische Darsteller und eine Story, die tief geht. Die Romanze zwischen den beiden rückt dabei ein Stück weit in den Hintergrund, wir dürfen uns verknallen, denn die Geschichte der Nigerianerin dient nicht nur als Ausrede für einen interessanteren Klappentext. Die Serienmacher haben ihre Hausaufgaben gemacht und präsentieren uns einen Einblick in einen Alltag, der vielen fremd sein dürfte. Zum Beispiel der Fakt, dass Afroamerikaner nicht einheitlich sind. Abgesehen von den unterschiedlichen afrikanischen Herkunftsländern erfahren wir, dass auch eingewanderte Afrikaner und Afroamerikaner sich mitunter argwöhnisch beäugen. Die Witze innerhalb von Abisholas Community und zwischen Bob und Abishola sind meist weit über dem Pupslevel und bringen sogar den einen oder anderen Lacher mit sich. Hadern kann man hingegen mit den Szenen, in denen nur Bobs Familie zu sehen ist. Doch auch hier dürfte ein bisschen Diversität letztendlich Wunder vollbringen.
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Dienstag, 24. September 2019Bob Hearts Abishola 1x01 Trailer
(Bob Hearts Abishola 1x01)
Schauspieler in der Episode Bob Hearts Abishola 1x01
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