Bloodride: Review der Pilotepisode von Blutiger Trip

Bloodride: Review der Pilotepisode von Blutiger Trip

Bei Netflix ist seit dieser Woche die norwegische Horror-Anthologieserie Bloodride aka Blutiger Trip online. Die erste der sechs 30-minütigen Folgen haben wir uns für Euch angesehen. Tierfreunde sollten vielleicht eher mit Folge zwei anfangen...

Bloodride (c) Netflix
Bloodride (c) Netflix
© loodride (c) Netflix

Horror-Anthologieserien gibt es mittlerweile fast mehr als tote Teenager in 80er-Jahre-Slasherfilmen. American Horror Story hat es erfolgreich vorgemacht mit je einer Story pro Staffel, andere Serien wie das neue The Twilight Zone oder Creepshow halten sich an das altbewährte Format mit einer oder mehrerer Schauergeschichten pro Folge. Pünktlich zum gestrigen Freitag, der 13 hat Netflix nun noch ein weiteres Format nachgelegt, das sich aus ein paar Gründen von den anderen Serien abhebt. Bloodride aka „Blutiger Trip“ stammt nämlich nicht nur aus Norwegen, sondern bietet mit knackigen 30-Minütern schwarzhumorigen Horror in Snackgröße.

In der ersten Episode mit dem Titel Opferbereitschaft (Originaltitel: „Offervilje“) sehen sich Molly (Ine Marie Wilmann) und ihr Mann Leon (Bjørnar Teigen) angesichts einiger ungünstiger Investitionen gezwungen, mit ihrer Tochter Katja (Emma Spetalen Magnusson) aufs Land zu ziehen. Vater und Tochter wollen das Beste aus der Situation machen und freuen sich fast schon darauf, den Trubel der Großstadt hinter sich zu lassen. Ganz anders sieht das Mutter Molly, die sich voll und ganz als Großstadtfrau versteht und dem ländlichen Charme überhaupt nichts abgewinnen kann.

Wenig beruhigend sind auch die „Midsommar“-Vibes der unheimlichen Nachbarn, die stets ein Tier im Arm liebkosen und sofort seltsam vertraut ihre Hilfe anbieten. Wenig später kommt Molly hinter das garstige Geheimnis der verschworenen Gemeinde. Im Wald existiert ein magischer Wikingerstein, auf dem einst Opfergaben für gutes Glück gemacht wurden. Dieser funktioniert tatsächlich, doch das auf einen herunterprasselnde Glück steht in direkter Relation zu den Gefühlen, denen man dem geopferten Tier entgegengebracht hat. What could go wrong?

Netflix
Netflix - © Netflix

In einer einstündigen Episode hätten wir uns vermutlich länger mit den Zweifeln am Übernatürlichen oder dem Skrupel der Hauptfigur auseinandergesetzt. „Bloodride“ hingegen kommt direkt zur Sache und lässt die manische Molly nicht lange fackeln. Nach einem ersten Experiment mit einer Maus aus der eigenen Bruchbude, beschließt sie kurzerhand, den Familienhund Bolt zum Opferlamm zu machen, um einen entsprechenden Lottogewinn herauszuschlagen, der sie zurück ins Stadtleben bringen könnte. Als das aber immer noch nicht für den Hauptgewinn reicht, wird schnell klar, wo die Story als Nächstes hingehen muss. Fragt sich nur, ob Ehemann oder Tochter herhalten muss...

Als framing device dient zu Beginn der Episode eine Szene in einem Geisterbus, in welchem der zwielichtige Fahrer die Hauptfiguren der ersten Staffel einsammelt und womöglich in die Hölle fährt. Nur für den Fall, dass Ihr Euch gefragt habt, wo und wie der blutige Trip ins Spiel kommt.

Fazit

Bloodride bietet knackige Horrorsnacks mit einer verschmitzten Portion schwarzem Humor aus einem Land, aus dem nicht viele Serienproduktionen bei uns landen. Die erste Episode wirkt durch den Oldschool-Horror-Soundtrack etwas altbacken, macht aber einiges wieder wett durch Hauptdarstellerin Ine Marie Wilmann und eine Pointe, die nicht ganz so offensichtlich ist, wie es scheint, nachdem bereits auf dem Serienposter viel zu viel über den den Showdown verraten wurde. Für Tierfreunde könnte die erste Folge jedoch ein wahrer Horrortrip sein.

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