Blindspotting: Review der Pilotepisode The Ordeal

© ie Serie Blindspotting startet im Juni beim Sender Starzplay. (c) Starz/Starzplay
Die Comedyserie Blindspotting setzt sechs Monate nach der Handlung des Films „Blindspotting“ (2018) ein. Am Silvesterabend 2018 kommt Ashley (Jasmine Cephas Jones) mit zwei Flaschen Schampus nach Hause, um mit anzusehen, wie ihr Freund Miles (Rafael Casal) wegen eines Drogendelikts verhaftet wird. Zwölf Jahre sind die beiden zusammen, haben einen gemeinsamen Sohn Sean und eigentlich ein behütetes Leben in Oakland, Kalifornien. Die anstehende Haft führt nun dazu, dass Ashley und Sean bei ihrer Schwiegermutter Rainey (Helen Hunt, Mad About You) einziehen, bei der auch Miles Schwester Trish (Jaylen Barron) ein kleines Erotikfoto-Business à la OnlyFans führt. Chaotische Auseinandersetzungen sind somit vorprogrammiert.
„Blindspotting“ feierte am 11. Juni seine Premiere auf dem Tribeca Film Festival und fungiert als Sequel des gleichnamigen Films „Blindspotting“, der beim Sundance Festival 2018 für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Rafael Casal (The Good Lord Bird) und Daveed Diggs (Snowpiercer) und weitere Darsteller sind wieder zu sehen, wobei sich die Serie - zumindest im Piloten - um Ashley dreht.
I'm not going to summer camp, babe. I'm going to jail.
Bereits in den ersten Minuten der Pilotepisode wird deutlich, wie authentisch die Dialoge und ihre Darbietung wirken. Ashley und ihre beste Freundin könnten auf den Straßen Oaklands wirklich die gezeigten Diskussionen führen und sich mit den Umzugstypen auseinandersetzen. Auch die Chemie zwischen Miles und Ashley wirkt absolut glaubwürdig, selbst in einer Diskussion durch eine Glasscheibe im Gefängnis. Sobald jedoch die verrückte Energie der Schwiegermutter gepaart mit Tochter Trish im Chaoshaus eingeführt wird, verlässt die Serie die authentische Grundstimmung. Verstärkt wird dieses Gefühl durch sphärische Tanzeinlagen und Poetry-Slam-Darbietungen.
„Blindspotting“ ist dabei leicht und locker inszeniert, obwohl in der gezeigten Community auch ernste Themen angesprochen werden. Ein geplanter Überfall, bei dem Ashley fast ihren Verlobungsring verliert, ein Nachbar mit Fußfessel, der eigentlich nur einen Burrito bestellen möchte, ein bunt gemischtes Potpourri, welches primär durch das harmonische Spiel der Darsteller funktioniert. Leider sind die Dispute um das Sexfoto-Geschäft oder das Basketballspielen im Haus mehr als flach und auch in keiner Sekunde interessant erzählt oder gar witzig. Ein zigmal bereits gesehener Masturbationsjoke zum Ende der Episode lädt auch nicht gerade zum Schmunzeln oder gar zum Weiterschauen ein...
Fazit
„Blindspotting“ zeigt eine quirky Community in der Bay-Area mit authentischen Dialogen und wunderbar harmonierenden Darstellern, angeführt von Jasmine Cephas Jones und Helen Hunt. Leider liefert die Comedyserie dann zu wenige humorige Szenen oder gar interessante Dialoge und Konflikte. Künstlerisch angehauchte Tanz- oder Poetry-Slam-Einlagen können da auch nicht mehr Tiefgang schaffen, sondern ziehen die Zuschauer und Zuschauerinnen eher aus dem authentischen Geschehen heraus. Wer Lust auf Lokalkolorit und Gentrifizierung in einem US-Umfeld hat, sollte da lieber zur queeren Serie Vida oder in Gentefied greifen.
Vielleicht werden die kommenden Episoden noch komplexer oder Filmkenner erkennen profundere Anspielungen, die Rezensentin hat die Pilotepisode jedoch nicht überzeugt. Schade...
Blindspotting ist seit dem 13. Juni in Deutschland auf Starzplay abrufbar. Die acht Episoden der ersten Staffel werden wöchentlich veröffentlicht. Der gleichnamige Film ist ebenfalls auf dem Streamingdienst zu sehen.
Hier noch der Trailer zur Serie „Blindspotting“:
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