Bless This Mess: Pilot - Review

© ax Shepard und Lake Bell in „Bless This Mess“ (c) ABC
In der Pilotepisode der neuen Comedyserie Bless This Mess zieht es das junge Ehepaar Rio (Lake Bell) und Mike (Dax Shepard), nachdem beide ihren Job hingeschmissen haben, von der Großstadt aufs Land. Angekommen in ihrem neuen Zuhause im Bundesstaat Nebraska sind die beiden von den Arbeiten an ihrem maroden Haus allerdings heillos überfordert.
Was geschieht im Auftakt der Serie?
Um das von Mike geerbte Haus in Empfang zu nehmen, beschließen beide, ein Abenteuer zu wagen und ihre Jobs sein zu lassen, um von der Großstadt hinaus aufs Land zu ziehen. Doch überrascht stellen sie fest, nachdem sie spontan ein Stockwerk tiefer krachen, dass die neue Farm mehr als nur kleine Renovierungsarbeiten benötigt. Kurze Zeit später lernen sie auch ihren Nachbarn (Ed Begley Jr.) kennen, der die Scheune bewohnt und hin und wieder als kleine Extra-Überraschung das Bad im Haus mitbenutzt.
Constance (Pam Grier) bekleidet im Dorf mit ihrem kleinen Laden gleich eine doppelte Funktion, denn sie füllt gleichzeitig den Sheriff-Posten aus und hat ebenso bereits den einen oder anderen Ratschlag für das junge Paar parat. Zeitnah stellen sich auch noch weitere Nachbarn vor, die ihnen das Angebot unterbreiten, das Land abzukaufen, auf dem sie ihre unsichere Zukunft planen. Sie lehnen jedoch ab und machen sich daran, ihre neue Bude auf Vordermann zu bringen.
Das ist jedoch von mäßigem Erfolg gekrönt und eine panische Flucht vor einer furchterregenden Kuh und ein Missgeschick später, finden sich beide gestrandet auf ihrem Dach, in welchem übrigens ein nicht gerade unerhebliches Loch klafft, inmitten eines Sturms wieder. Beide gestehen sich währenddessen ein paar unangenehme Dinge, beschließen aber trotzdem oder gerade deswegen, durchzuhalten und ihr Glück zu versuchen. Da kommen auch schon ihre Nachbarn und viele Dorfbewohner zu ihrer Rettung und gehen ihnen tatkräftig bei den Arbeiten an ihrem neuen Zuhause zur Hand, was sie einen großen Schritt ihrem Ziel näherbringt, tatsächlich eine neue Heimat in Nebraska zu finden.
The simple life?
Bless This Mess bedient sich des klassischen Elements der „fish out of water“-Geschichte, indem es überforderte Großstädter aufs Land schickt. Dass dieses Konzept aufgehen kann, hat die kanadische Serie Schitt's Creek in letzter Zeit demonstriert, denn diese befindet sich mit einem ähnlichen Gimmick bereits in ihrer fünften Staffel. Die erste Staffel der ABC-Comedy ist im Gegensatz dazu mit nur sechs Episoden kurz und knackig, was natürlich sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein kann.
Dementsprechend verschwendet man keine Sekunde und schickt die beiden Hauptcharaktere dank blitzschneller Exposition in einem beachtlichen Tempo an den Ort ihrer Bestimmung aufs Land. Das ist allerdings auch ein Merkmal, das sich durch die komplette Episode zieht, denn diese wirkt stellenweise gehetzt, was man unter anderem auch den teils sehr schnell aneinandergeschnittenen Dialogen anmerkt. Man wollte also möglichst viel im Auftakt unterbringen, was der Dynamik und der guten Chemie zwischen Dax Shepard und Lake Bell allerdings überhaupt keinen Abbruch tut.
Mal ganz davon abgesehen, dass es etwas sehr weit hergeholt ist, dass die beiden (beziehungsweise nur Rio) ihre Jobs aufgeben und ihre Sachen packen, ohne vorher einen wirklichen Blick auf das Haus zu werfen, ist die Fallhöhe des Ganzen für sie nicht sonderlich hoch. Sollten sie feststellen, dass sie nicht für das Landleben gemacht sind, brauchen sie im Grunde nur das Angebot der Nachbarn zum Kauf anzunehmen und sich neue Arbeitsstellen zu suchen. Es ist also nicht die Frage, ob es für sie kein Zurück mehr gibt. Der Humor landet mal mehr und mal weniger Treffer und funktioniert am besten, wenn es etwas bizarrer zugeht, wobei die Charaktere von Pam Grier und vor allem Ed Begley Jr. ins Spiel kommen, die dem ganzen Ensemble bisher schon ein wenig die Show stehlen...
Fazit
Insgesamt wagt Bless This Mess nicht wirklich viel und ist in vielen Belangen in seiner etwas gehetzt wirkenden Auftaktfolge nichts Besonderes. Ein paar Schmunzler sind aber drin und die Chemie zwischen den Darstellern stimmt, was die Serie letztendlich mit ihrer kurzen Staffellänge ideal für zwischendurch machen dürfte. Wer nichts spektakulär Komisches oder Innovatives erwartet und mit dem einen oder anderen Klischee klarkommt, könnte daran kurzweilige Freude haben.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen ABC-Serie „Bless This Mess":