Black Sails 4x05

Black Sails 4x05

In der Folge XXXIII. der US-Serie Black Sails muss Silver sich entscheiden, ob er den Deal mit Eleanor durchzieht oder doch auf Billy hört, was Flints Tod zur Folge hÀtte. Rogers trifft derweil eine waghalsige Entscheidung, die im Erfolgsfall das Blatt gewaltig wenden könnte.

Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ / (c) Starz
Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ / (c) Starz
© zenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ / (c) Starz

Fuck Flint. Don't fuck Flint. Fuck Billy. Don't fuck Billy. I don't give a shit, what you choose. But fucking choose ... and don't make me suffer the thinking!

Spannung ĂŒberall

Bevor wir ins Detail gehen und uns diverse Entwicklungen dieser Episode anschauen, sei zunÀchst einmal angemerkt, dass es sich hier um eine der fesselndsten und spannendsten Folgen der gesamten Staffel handelt. Vielleicht sogar die spannendste der gesamten Serie. Zu verdanken ist das in erster Linie den Figuren und den Dialogen, wobei neben den sehr wichtigen Mitspielern auch ein paar kleine Randfiguren und neue Gesichter punkten können.

Es gibt nicht gerade viel Action, von der sonst immer ein gutes StĂŒck der Spannung ausgeht. Nein, in diesem Fall rĂŒhrt die Spannung daher, ob der Handel, den Eleanor (Hannah New) vorgeschlagen hat und den Flint (Toby Stephens) akzeptiert hat, auch wirklich durchgefĂŒhrt wird. Billy (Tom Hopper) hat da selbstredend andere PlĂ€ne und will den Urca-Schatz (wie sich erwarten ließ) nicht aufgeben. Flint hat derweil keine Chance, seine Position bei Silver (Luke Arnold) zu unterstreichen - diesen Job ĂŒbernimmt Madi (Zethu Dlomo), die dabei natĂŒrlich in erster Linie das Schicksal der Sklaven im Auge hat. Und wĂ€hrend wir bis zuletzt nicht wissen, wie Long John sich entscheiden wird, ist es am Ende Rogers (Luke Roberts), der den Handel zum Platzen bringt. Mit einem Knall und einer letzten Einstellung, die sich gewaschen hat.

Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“
Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ - © Starz

Wer bitteschön hĂ€tte schon damit gerechnet, dass ihm die Spanier eine derartige UnterstĂŒtzung zukommen lassen? Bis zuletzt war es fraglich, ob sie ĂŒberhaupt helfen. Doch dann steuern da nicht ein, zwei oder drei große Schiffe auf Nassau zu, sondern (mindestens) zehn. Schlechte Aussichten fĂŒr unsere Piraten, und dabei ist gerade mal die HĂ€lfte der Staffel vorbei.

Rogers gibt nicht auf

Es ließ sich eingangs damit rechnen, dass die Botschaft, die Mrs. Hudson (Anna-Louise Plowman) im Auftrag von Eleanor an Rogers ĂŒberbringen darf, nicht gerade auf große Gegenliebe beim Gouverneur stĂ¶ĂŸt. Nassau aufgeben, auch wenn die Chance besteht, dass seine finanziellen Probleme mit einem Schlag gelöst werden könnten, ist das Letzte, was er in ErwĂ€gung ziehen wĂŒrde. Somit sah es anfangs auch noch so aus, als ob eine Schlacht am Strand doch stattfinden könnte (und Silver im gleichen Zug seine schwere Entscheidung abgenommen wird).

Aber auch Eleanor hat einen starken Willen, was ihre PlĂ€ne angeht. Es lĂ€sst sich zwar bezweifeln, ob sie nach den WarnschĂŒssen noch einen Schritt weitergegangen wĂ€re und das Feuer in Richtung Rogers' Schiff mit der Absicht zu treffen eröffnet hĂ€tte (ganz zu schweigen davon, dass die EnglĂ€nder dann wohl den Dienst an den Kanonen verweigert hĂ€tten). Aber die Botschaft der WarnschĂŒsse ist unmissverstĂ€ndlich und scheint auch die gewĂŒnschte Wirkung zu erzielen. Rogers zieht ab.

Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“
Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ - © Starz

Aber aufgeben? Niemals! Stattdessen nimmt er Kurs auf Havanna und sucht Hilfe bei den Spaniern. Ein sehr waghalsiger Schritt, fĂŒhren England und Spanien doch gerade Krieg miteinander. Ganz zu schweigen davon, dass die Spanier den zurĂŒckgeforderten Urca-Schatz nicht erhalten haben und sich schließlich auch noch entpuppt, dass die blutige Geschichte, die Rogers in der vorletzten Folge gegenĂŒber Berringer (Chris Larkin) erzĂ€hlte, nicht nur wahr ist, sondern eines seiner Opfer der Bruder des Gouverneurs Raja (Ilay Kurelovic) war.

Rogers geht somit volles Risiko ein, denn die Möglichkeit, Raja den Krieg gegen die Piraten schmackhaft zu machen, ist mit spĂ€rlich noch wohlwollend umschrieben. Der Kopf von Blackbeard (Ray Stevenson) und die Aussicht darauf, den Schatz doch noch zurĂŒckzubekommen, mögen gute Argumente sein. Und Rogers trĂ€gt sein Anliegen in aller Ruhe und mit großer Überzeugung vor. Aber der Punkt, der Raja womöglich umgestimmt hat, dĂŒrfte die Aussicht darauf sein, Nassau bis auf die Grundmauern niederzubrennen.

Wobei wir uns nach der Folge noch nicht sicher sein können, ob Rogers seine großen Eier nicht gleichzeitig den Spaniern auf einem Silbertablett serviert hat. Denn was sollte Raja davon abhalten, nach einem (doch sehr wahrscheinlichen) Sieg in Nassau New Providence Island fĂŒr Spanien einzunehmen und sich an Rogers fĂŒr seinen Bruder zu rĂ€chen? Schließlich sollten wir im Hinterkopf behalten, dass es in der Serie kaum Figuren ohne doppelte Agenda gibt. Da könnte auch jemand wie Raja versuchen, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Zuletzt sei noch angemerkt, dass Rogers womöglich ganz anders reagiert hĂ€tte, wenn er wĂŒsste, dass Eleanor sein Kind erwartet. In dem Fall hĂ€tte er vermutlich bereits zu Beginn die Sichtweise von Eleanor anders eingeschĂ€tzt und dem Deal Folge geleistet. Aber dummerweise wird ihm diese Information vorenthalten, womit sich ein kleiner Kritikpunkt an Madame Guthrie finden lĂ€sst.

Im Fort

Sowohl Flint als auch Eleanor sind in dieser Woche auf andere Figuren angewiesen. Handlungstechnisch können sie hauptsÀchlich nur warten und darauf hoffen, dass sich alles zu ihren Gunsten entwickelt. Dennoch gibt es auch hier eine sehr schöne Dialogszene zwischen den beiden, die nicht unerwÀhnt bleiben soll.

Eleanor erkundigt sich darin nach Mr. Scott (Hakeem Kae-Kazim) und bekommt von Flint bestĂ€tigt, dass Scott hinter ihrem RĂŒcken Ă€ußerst aktiv war - eben die Überraschung, die uns in der dritten Staffel offenbart wurde. Das fĂŒhrt bei ihr zu einem Moment der Selbstreflexion und der Einsicht, dass die wichtigen MĂ€nner in ihrem Leben - sei es ihr Vater (Sean Cameron Michael), Flint, Charles Vane (Zach McGowan) oder jetzt Scott - sie hauptsĂ€chlich fĂŒr eigene Motive benutzt haben.

Flints Frage, wo jetzt genau der Unterschied bei Woodes Rogers liegt, was ihn von diesen MĂ€nnern unterscheidet, dĂŒrfte da noch fĂŒr einige GrĂŒbelei bei Eleanor sorgen. Gerade mit Blick darauf, dass Rogers jetzt ihren Plan zunichte macht und die eigenen Ziele vor ihre stellt, birgt die Situation großes Potenzial fĂŒr Konflikte. Gut möglich also, dass sie im weiteren Verlauf Rogers den RĂŒcken kehrt und stattdessen mit Max (Jessica Parker Kennedy) das Weite sucht. Ganz so weit ist es natĂŒrlich noch nicht, aber Andeutungen in diese Richtung gab es bereits letzte Woche.

Silvers Entscheidung

Der wohl grĂ¶ĂŸte Teil dieser Episode beschĂ€ftigt sich mit John Silver und dessen Entscheidungsfindung. Madi vertritt dabei die Seite von Flint und befĂŒrwortet dessen beziehungsweise Eleanors Plan, was zu einer Diskussion fĂŒhrt. Denn ohne den Schatz wird es alles andere als leicht werden, sich auch in der Zukunft zu behaupten. Was bei Silver hier fĂŒr großen Unmut sorgt, ist die Tatsache, dass Madis Argumente und die Aussicht auf einen harten Überlebenskampf (selbst wenn der Deal erfolgreich vollzogen ist), in Silvers Ohren direkt nach Flint klingt. Auch wird uns dadurch, dass Silver seine Zweifel Ă€ußert, suggeriert, dass die Waage am Ende in Richtung Billy zeigen könnte.

Und ja, Billy kann in der Tat einen großen Eindruck bei Silver hinterlassen. Angefangen mit den Argumenten um den Schatz, der nicht aufgegeben werden sollte, ĂŒber Silvers Einsicht, dass er in Billy einen Freund sieht, bis hin zur Tatsache, dass Silvers Ruf unter den Piraten auf der Insel alleine Bones zu verdanken ist. Die GesprĂ€che zwischen den beiden (starkes Schauspiel von Hopper ĂŒbrigens) lassen uns somit annehmen, dass Silver tatsĂ€chlich geneigt ist, auf Billys Plan einzugehen und den Tod von Flint in Kauf zu nehmen - zumal sein Dialog mit Madi trotz ihrer starken Argumente weniger den Eindruck erweckte, dass er ihr zustimmte.

Aber bevor er seine Entscheidung trifft, bedarf es erst des großartigen Auftritts von Israel Hands (David Wilmot). Zweifelsohne ein Weckruf fĂŒr Silver, der in seiner gedanklichen ZwickmĂŒhle zu ertrinken drohte. Die Botschaft von Hands ist jedenfalls eindeutig: „Hör' auf, dir den Kopf zu zerbrechen und mach' was! Spielt keine Rolle, was du unternimmst, denn ich werde dir in jedem Fall folgen. Aber entscheide dich gefĂ€lligst!“

Billys Untergang

Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“
Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ - © Starz

Was dann folgt, ist ein typischer „Silver“. GegenĂŒber Billy scheinbar zustimmen, aber hinter dessen RĂŒcken das GerĂŒcht verbreiten, dass Bones am Debakel vom Staffelauftakt Schuld ist. Eine herrliche Wendung, die sich vielleicht vermuten ließ, aber mit Blick auf den Folgenverlauf nicht gerade offensichtlich ist.

Uns wird bei dem Ende allerdings klar, dass Billys Leute ihre Zweifel an Silvers Worten haben. Jemand wie Israel mag Silver bedingungslos folgen, aber ob die MĂ€nner von Bones auch nach dessen Fall Long John die Treue halten, darf bezweifelt werden. Auch könnte sich fĂŒr Silver als fatal erweisen, dass er Israel davon abhĂ€lt, Billy ins Jenseits zu schicken. Dem wird zwar auf der Underhill-Plantage nichts Gutes blĂŒhen, aber aus der Sicht von Hands könnte die Verhinderung von Billys Tod als SchwĂ€che seines AnfĂŒhrers interpretiert werden. In jedem Fall lĂ€sst sich nun mit Spannung erwarten, ob (wie von Madi vorgeschlagen) die Auslieferung Billys dazu fĂŒhrt, dass die Allianz mit den Sklaven wieder gestĂ€rkt beziehungsweise instandgesetzt werden kann.

Jack Rackham

Jack (Toby Schmitz) meldet sich bereits diese Woche wieder zurĂŒck, wĂ€hrend das Schicksal von Anne (Clara Paget) noch offen bleibt. Und er hat keine guten Nachrichten fĂŒr Flint dabei, der zusammen mit Eleanor auf dem Weg zum Schatz war, um den Handel zu vollziehen. Es ist nur ein kleiner Auftritt, der Jack dabei vergönnt ist. Aber seine Worte liefern den letzten Szenen der Episode die nötige StĂ€rke und zeigen Flint auf, dass Rogers keineswegs dem Deal Folge leisten wird. BĂ€mm.

Fazit

Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“
Szenenfoto aus der „Black Sails“-Folge „XXXIII.“ - © Starz

Black Sails bleibt weiterhin auf Kurs und liefert abermals eine herausragende Episode ab. Fast könnte man meinen, dass hier ein Staffelfinale vorbereitet wurde. Dabei ist gerade einmal Halbzeit. Starke Figuren, ĂŒberzeugende Dialoge und eine durchgĂ€ngig hohe Spannung machen XXXIII. zu einer der besten Folgen der Staffel - und das mit einem Minimum an Action. Wenn die zweite HĂ€lfte der Staffel auch nur halb so gut wird, hat sich die Reise bereits gelohnt. Aber es ist wohl eher davon auszugehen, dass das Niveau nicht nur gehalten wird, sondern sich bis zum Serienfinale noch steigert. Von mir gibt es diese Woche 4,5 von 5 Sternen - aber auch nur deshalb, weil auf der Skala noch ein bisschen Luft nach oben bleiben muss.

Trailer zur Episode XXXIV. der Serie Black Sails (4x06):
Verfasser: Christian SchÀfer am Montag, 27. Februar 2017

Black Sails 4x05 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 5
(Black Sails 4x05)
Deutscher Titel der Episode
Eine feindliche Weltmacht
Titel der Episode im Original
XXXIII.
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 26. Februar 2017 (Starz)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 26. Oktober 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 4. September 2017
Autoren
Jonathan E. Steinberg, Dan Shotz
Regisseur
Alik Sakharov

Schauspieler in der Episode Black Sails 4x05

Darsteller
Rolle
Toby Stephens
Luke Arnold
Jessica Parker Kennedy
Max
Tom Hopper

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