Black Sails 2x02

Nassau
Eleanor Guthrie (Hannah New) bekommt Besuch von Meeks (Brendan Murray), dem Quartiermeister von KapitÀn Ned Low (Tadhg Murphy). Meeks empfiehlt ihr, seinen KapitÀn abzusetzen, wie sie es einst mit Charles Vane (Zach McGowan) gemacht hat. Doch Ned bekommt Wind von der Sache.
Das RĂ€nkespiel in Nassau geht unbeirrt weiter. Eleanor hat alle HĂ€nde voll zu tun, ihre Position zu behaupten, was ihr schon durch Vanes Anwesenheit bei der Versammlung nicht einfach fĂ€llt. Der hat sich nĂ€mlich diese Woche bequemt, seine Festung zu verlassen und wieder am Geschehen um New Providence Island teilzunehmen - wenn auch zunĂ€chst recht passiv mit nur einigen verbalen Seitenhieben. Als die Lage eskaliert, Ned seinen Quartiermeister vor den Augen aller Anwesenden einen Kopf kĂŒrzer macht und zudem noch einen von Eleanors Leuten tötet, wird uns und auch ihr klar, dass sie auf Vane angewiesen ist - ob sie möchte oder nicht. Aber wird er ihr helfen?
Es wird in der Tat brenzlig fĂŒr Eleanor. Sie braucht dringend jemanden, der ihr RĂŒckendeckung gibt. Und mit Blick auf Neds RĂŒcksichtslosigkeit und den Szenen, die er uns und den anderen liefert, gibt es nicht viele Leute, die sich dazu bereit erklĂ€ren werden. Die Serie zeigt uns abermals, wie schnell sich die Lage fĂŒr jeden innerhalb von kĂŒrzester Zeit Ă€ndern kann. Ned bricht zwar mit seiner Crew auf, was Eleanor ein wenig Zeit verschafft, um Luft zu holen und zum Gegenschlag auszuholen. Aber ob ihr das auch gelingen wird, scheint fraglich. Sie hĂ€tte vielleicht ein passendes Argument, wenn sie genau wĂŒsste, wie der âSchatzâ aussieht, den Ned an Bord hat. Doch hat Meeks kein Wort darĂŒber verloren, wer oder was das ist. Wir wissen natĂŒrlich, dass damit Abigail Ashe (Meganne Young) gemeint ist, auch wenn wir bislang noch nicht wissen, weshalb sie so wertvoll ist. Ob Vane die spĂ€rlichen Informationen ausreichen werden, um sich in einen Kampf mit Low zu stĂŒrzen, gilt es nun abzuwarten.
Eine andere Option wĂ€re vielleicht die RĂŒckkehr von Flint (Toby Stephens), auf dessen UnterstĂŒtzung Eleanor nach wie vor hoffen kann. Aber ob Flint tatsĂ€chlich in nĂ€chster Zeit nach Nassau kommt, scheint ebenfalls fraglich - die Urca de Lima wird nicht fĂŒr immer mit ihrem Goldschatz am Strand liegen.
Anne, Max und Jack
Das Trio aus Anne Bonny (Clara Paget), Max (Jessica Parker Kennedy) und Jack Rackham (Toby Schmitz) mag da diese Woche wieder weniger interessant sein als das Geschehen um Charles Vane, Eleanor und Ned Low. Aber immerhin tut sich hier mehr als noch letzte Woche. Jack bekommt Wind von der Beziehung zwischen Anne und Max, wodurch er einen neuen Blickwinkel auf vergangene Ereignisse erhĂ€lt. Dabei ist es schade, dass wir noch nicht genau wissen, wie sich ursprĂŒnglich das VerhĂ€ltnis zwischen ihm und Anne entwickelt hat. Aber dass er ihre AffĂ€re mit Max duldet, zeigt uns, dass seine Verbindung zu Anne nicht leicht zu erschĂŒttern ist.
Das alles wĂ€re noch relativ belanglos, wenn Jack den beiden (und uns) nicht von seinem neu gefassten Plan erzĂ€hlen wĂŒrde. KapitĂ€n Jack Rackham? Das könnte durchaus interessant werden und der kleinen Nebenhandlung um die drei einen Schub nach vorne verschaffen. Konfliktpotenzial mit den anderen - an erster Stelle natĂŒrlich Charles Vane und Eleanor Guthrie - wĂ€re genug vorhanden. Und ob Jack sich da bis zum KapitĂ€nsposten durchwieseln kann, ist eine spannende PrĂ€misse.
Damals in London
Die RĂŒckblicke in Flints Vergangenheit haben noch keine groĂe Brisanz. Neben Lord Hamilton (Rupert Penry-Jones) hat nun auch Richard Guthrie (Sean Cameron Michael) ein paar Auftritte, der als eine Art Mentor fĂŒr Flint agiert. Wir bekommen zu sehen, dass Flint seine damalige Position aus einfachen VerhĂ€ltnissen erlangt und deshalb auch keinen leichten Stand in den Augen anderer hat.
Die SchlĂ€gerei und der anschlieĂende Dialog mit Richard sollen uns noch einmal verdeutlichen, was fĂŒr eine Art Mensch James McGraw ist und wie kĂ€mpferisch er sein kann, wenn es darum geht, die eigenen Ziele zu erreichen. Das ist uns aber keineswegs neu, denn wir haben bereits in der ersten Staffel anhand aktuellerer Geschehnisse sehen können, wie hartnĂ€ckig Flint seinen Zielen hinterherjagt.
Interessanter war da noch das anfĂ€ngliche GesprĂ€ch mit Thomas Hamilton und die Art und Weise, wie Flint gedenkt, dem Piratenproblem in Nassau beizukommen. Der Weg von dort zum Freibeuterleben und natĂŒrlich auch, wie sich das VerhĂ€ltnis zu Miranda (Louise Barnes) entwickeln wird, dĂŒrften da bessere Anreize fĂŒr weitere RĂŒckblicke geben.
Billy Bones
Aha, da waren die Vermutungen darĂŒber, dass Billy Bones (Tom Hopper) noch am Leben ist, also richtig. Mit Blick auf die Buchvorlage lieĂ sich das natĂŒrlich schon erwarten. Wir bekommen gleich zu Beginn der Folge einen kurzen Eindruck von seiner jetzigen Situation, die nicht gerade rosig aussieht.
Wie es mit ihm weitergeht, bleibt noch abzuwarten. FrĂŒher oder spĂ€ter wird er sicherlich wieder auf Flint treffen und dieses Wiedersehen dĂŒrfte unter keinem guten Stern stehen.

Flint und Silver
An Bord der Man O'War arbeiten Silver und Flint daran, ihre Lage wieder zu verbessern. Dabei verfolgt jeder einen eigenen Weg, wobei der Erfolg keineswegs garantiert ist und der Zeitdruck immer gröĂer wird. Denn es bleiben den beiden nur zwei Tage, um ihr Ansehen bei der Crew wiederherzustellen.
Dass Flint bereits diese Woche wieder die FĂŒhrung ĂŒbernimmt, kam einer Ăberraschung gleich. Er geht Ă€uĂerst geschickt vor und ködert DuFresne (Roland Reed) mit einer Warnung, sich von den Handelsrouten der Schifffahrt fernzuhalten. HĂ€tte er Flints Rat befolgt, wĂ€re alles beim Alten geblieben. Aber DuFresne schluckt den Köder, lĂ€sst genau den Kurs setzen, von dem Flint abgeraten hat und scheitert schlieĂlich, als er das englische Schiff bereits in seiner Hand wĂ€hnt - einen gröĂeren Fehler hĂ€tte er kaum begehen können.
Dabei hĂ€tte aus Flints Sicht auch viel schief gehen können. Aber der Zufall beziehungsweise das Drehbuch will es, dass er am Ende doch gebraucht wird, um der Lage Herr zu werden und DuFresne vor der Crew als unerfahren dastehen zu lassen. Der Zuschauer lernt anhand der Situation wieder einiges ĂŒber die TĂŒcken des Piratenlebens und worauf es alles zu achten gilt, wenn man ein fremdes Schiff möglichst verlustfrei kapern möchte. WĂ€hrend Flint darauf wartet, dass DuFresne einen fatalen Fehler begeht, sitzen auch wir gebannt vorm Bildschirm und lauern auf den entscheidenden Zwischenfall.
Bemerkenswert ist erneut, wie rĂŒcksichtslos Flint vorgeht, um sich zurĂŒck in die KapitĂ€nskabine zu katapultieren. Seelenruhig sieht er mit an, wie seine Leute an Bord des gekaperten Schiffs gehen. Wohl wissend, dass der englische KapitĂ€n zum Gegenschlag ausholen wird, sobald er eine Chance dazu erkennt. Flint nimmt dabei in Kauf, einen weiteren Teil der eigenen Besatzung zu verlieren, und als er die Kanonen zur Versenkung des Schiffes anweist, geht nicht nur die fremde Crew sondern auch ein Teil seiner Besatzung in den Fluten unter. DuFresne erkennt zum Schluss, welchen Fehler er gemacht hat und dass er Flints Plan gefolgt ist. Aber Ă€ndern kann er am Ausgang nichts mehr. Es dĂŒrfte fraglich sein, ob Flint nun erneut Widerstand droht oder ob DuFresne und De Groot (Andre Jacobs) einsehen werden, dass ihnen dafĂŒr das Durchsetzungsvermögen und die RĂŒcksichtslosigkeit eines KapitĂ€n Flint fehlen.
John Silver versucht derweil mit der VerkĂŒndung von Geheimnissen fĂŒr Unruhe innerhalb der Crew zu sorgen, um von seiner eigenen Unbeliebtheit abzulenken. Ein merkwĂŒrdiger Plan, der ihm zunĂ€chst nur PrĂŒgel einbringt. Seine Rechnung geht aber schlieĂlich auf und sorgt auch beim Zuschauer fĂŒr den einen oder anderen Lacher (Stichwort: Milchziege).
Somit kommen sowohl Flint als auch Silver ihrem Plan nĂ€her, doch noch den Goldschatz der Urca de Lima in die Finger zu bekommen. Es lĂ€sst sich zwar vermuten, dass dazu zunĂ€chst die Besetzung wieder aufgefrischt werden muss - immerhin gab es erneut Verluste zu beklagen und die Urca ist gut bewacht - aber lange Zeit lassen dĂŒrfen sich die beiden damit nicht.
Fazit:
Es geht spannend weiter und die Serie tut gut daran, einen groĂen Teil der Haupthandlung auf See spielen zu lassen. Auch in Nassau geht es diese Woche interessant weiter, was vor allem die Geschehnisse um Ned Low und Eleanor Guthrie betrifft. Die RĂŒckblicke nach London mĂŒssen sich derweil noch beweisen, und gĂ€nzlich ohne Schwachpunkte schafft es auch X. nicht. Aber im GroĂen und Ganzen wirkt Black Sails mit der zweiten Staffel bislang besser als noch zum Serienbeginn letztes Jahr. Von mir gibt es erneut 4 von 5 Sternen.
Black Sails: Promo zur Epiosde 2x03: Verfasser: Christian SchÀfer am Sonntag, 1. Februar 2015Black Sails 2x02 Trailer
(Black Sails 2x02)
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