Black Sails 1x06

Black Sails 1x06

In der sechsten Folge der US-Serie Black Sails folgt die Auflösung des Cliffhangers aus der letzten Woche zur See. In Nassau trifft derweil Eleanor eine erwartete Entscheidung und eine weitere Figur kĂŒmmert sich endlich um die Situation von Max.

Die Nacht bricht in Folge VI. schnell herein... - „Black Sails“ / (c) Starz
Die Nacht bricht in Folge VI. schnell herein... - „Black Sails“ / (c) Starz

VI. knĂŒpft direkt an die letzte Folge an und beschert dem Zuschauer ein durchgehendes Setting bei Nacht, welches zur AtmosphĂ€re der Folge beitrĂ€gt. Abermals schöpfen die Autoren dabei voll aus dem etablierten Figurengeflecht und stricken damit gekonnt die Handlung weiter.

Auf See

KapitĂ€n Bryson (Langley Kirkwood) hat sich weiterhin mit einigen MĂ€nnern im Bauch seines Schiffes verschanzt. Die sehr plötzlich eingebrochene Nacht lĂ€sst Flint (Toby Stephens) etwas Zeit, um die Kanonen an Bord der „Walrus“ zu bringen. Aber die Bedrohung durch die „Scarborough“ ist damit nicht vom Tisch. Gleichzeitig kommen bei Billy (Tom Hopper) neue Zweifel ĂŒber seinen KapitĂ€n auf als er den Brief von Miranda Barlow (Louise Barnes) gelesen hat.

Fangen wir mit Mr. Scott (Hakeem Kae-Kazim) an, der sich diese Woche tatsĂ€chlich als ein Joker fĂŒr Flint herausstellt und zusammen mit den Sklaven fĂŒr den Untergang von Bryson sorgt. Trotz des Verrats an ihm von Richard Guthrie (Sean Michael) ist er zunĂ€chst der Überzeugung, dass er sich mit seiner Lage abfinden muss - Eleanor (Hannah New) zuliebe. Er setzt sich die PrioritĂ€t, Flint nicht an die Waffen kommen zu lassen und damit den geplanten Überfall auf die „Urca de Lima“ zu vereiteln, strĂ€ubt sich somit gegen einen Aufstand und nimmt sein Schicksal in Kauf. Alles fĂŒr Eleanor, womit man nicht unbedingt gerechnet hĂ€tte. Am Ende ist es aber Mr. Scott zu verdanken, dass Bryson und seine Leute ĂŒberwĂ€ltigt werden können, wobei das Ableben von Bryson ebenfalls eine kleine Überraschung war. Bei der Figur konnte man den Eindruck haben, dass sie noch eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen wĂŒrde. Andererseits war sein Abgang schon gut in Szene gesetzt, wie er dort mit halb zerschossenem Gesicht versucht, die Sprengladung zu zĂŒnden.

Dieses Handlungsstrang zieht sich dabei ĂŒber die ganze Episode, was beim bisherigen Tempo der Handlung aber auch nicht anders zu erwarten war. Der interessante Teil dabei dĂŒrfte das VerhĂ€ltnis zwischen Billy und Flint gewesen sein, welches nach Sichtung des Briefes eine ordentliche Schlagseite erfĂ€hrt. Der Verdacht des Verrates liegt dabei nicht nur fĂŒr Billy auf der Hand. Auch dem Zuschauer kommen nun Zweifel an den Zielen von Flint, welche durch Billys Sturz ins Wasser (den wir nicht zu sehen bekommen) noch weiter gestĂ€rkt werden. Hat Flint sich ihm entledigt oder ist er tatsĂ€chlich gefallen? Das dĂŒrfte der Knackpunkt sein, der auch Gates (Mark Ryan) beschĂ€ftigen wird.

Wir wissen bereits, dass Flint gerne auf LĂŒgen zurĂŒckgreift, um seine Ziele zu erreichen. Dabei ist er aber auch auf einen kleinen Kreis von Vertrauten angewiesen - namentlich waren das bisher Gates und Billy. Nachdem Billy Gates vom Brief und dessen Inhalt berichtet hat, dĂŒrften auch bei ihm Zweifel aufkommen. Aber Gates setzt zunĂ€chst auf Schadensbegrenzung und ruft Billy stets in Erinnerung, dass erst der Kampf gewonnen werden und bis dahin die Mannschaft geschlossen hinter dem KapitĂ€n stehen muss. Da die Flucht vor der „Scarborough“ von Erfolg gekrönt ist, dĂŒrfte nĂ€chste Woche ein GesprĂ€ch zwischen Flint und Gates anstehen, in dem Flint sich wird erklĂ€ren mĂŒssen. Sollte er tatsĂ€chlich fĂŒr Billys Sturz verantwortlich sein, wirft das nicht nur ein neues Bild auf die Figur (LĂŒgen und Manipulation sind eine Sache, kaltblĂŒtiger Mord eine andere), sondern wird ihm womöglich das Vertrauen von Gates und der Mannschaft kosten.

In Nassau

Es war bereits letzte Woche zu erahnen, dass Eleanor ihren Stolz schließlich runterschlucken und der Forderung von KapitĂ€n Hornigold (Patrick Lyster) nachkommen wĂŒrde. Damit bleibt eine weitere Eskalation der Lage aus. Die Handlung an Land dreht sich grĂ¶ĂŸtenteils um Max (Jessica Parker Kennedy), die dank Anne Bonny (Clara Paget) aus ihrer misslichen Lage befreit wird.

Es war schon abzusehen, dass Anne nicht lĂ€nger dulden wĂŒrde, wie Hamund (Neels Clasen) und die anderen mit der Prostituierten umgehen. Hilfe fĂŒr ihren Plan, Hamund zu beseitigen, findet sie bei Eleanor, die gleich noch einen Schritt weiter geht und auch die anderen Leute neben Hamund beseitigt sehen will - diese Überreaktion ist sicher der Tatsache geschuldet, dass sie Vane (Zach McGowan) rehabilitieren musste. Im Zuge dessen kommen auch John Silver (Luke Arnold) und Jack Rackham (Toby Schmitz) zum Einsatz, wobei letzterer eher vom Plan ĂŒberrumpelt wird und Silver dadurch wieder einen Schritt nĂ€her zu einer möglichen Freundschaft mit Flint kommt (jedenfalls, sofern Eleanor ihr Versprechen hĂ€lt und fĂŒr Silver bĂŒrgt).

Leider wird nicht viel vom Kampf gezeigt, nachdem Anne und Jack die anderen in den Hinterhalt gelockt haben. Da wÀre sicher noch mehr drin gewesen als nur das Ende von Hamund durch Annes Hand deutlich zu zeigen. Die Lage in Nassau hat sich somit an den beiden Hauptfronten wieder beruhigt. Eleanor hat ihr GeschÀft gesichert und Max ist wieder in Sicherheit.

Miranda Barlow bekommt derweil nĂ€chtlichen Besuch von Pastor Lambrick (Mark Elderkin), dem sie einige Fragen ĂŒber ihre Vergangenheit und Situation in Nassau beantworten muss. Ein Teil der Geschichte, die Richard bereits vermutet hat, wird dabei auch bestĂ€tigt. Trotzdem bleiben noch viele Fragen ĂŒber Miranda offen und die Dame selbst ein Mysterium. Anhand der Sexszene wird aber deutlich, weshalb sie vom Nachbarsjungen als Hexe bezeichnet worden sein könnte.

Apropos Mysterium: Letzte Woche hÀtte man vermuten können, dass Charles Vane sich auf dem Weg zu seinem Schiff gemacht hat. Stattdessen steuert er einen nahegelegenen Ort an und findet dort den bÀrtigen Koloss vor, von dem er zuvor schon halluziniert hat. Was es mit dieser Person auf sich hat, werden wir wohl nÀchste Woche erfahren.

Ausblick

Zwei Episoden stehen in der ersten Staffel von Black Sails noch aus. Mit einem Angriff auf die „Urma de Lima“ ist also wohl zunĂ€chst nicht mehr zu rechnen. Flint wird Nassau ansteuern, um John Silver wieder an Bord zu nehmen und sich mit Vanes Crew neu einigen mĂŒssen. Denkbar ist auch, dass die „Scarborough“ vorher noch zur „Walrus“ aufschließt. Außerdem wird Flint einiges zu erklĂ€ren haben, wenn Gates ihn zur Rede stellt.

In Nassau hingegen gibt es zurzeit keine großen Konflikte mehr. Überraschungspotenzial bietet höchstens Charles Vane, aber dort lĂ€sst sich noch nicht abschĂ€tzen, wohin der Handlungsstrang gehen wird.

Fazit: Ganz so packend wie letzte Woche war VI. leider nicht. Dennoch bot die Folge gute Unterhaltung, vor allem wieder was die Geschichte zur See anging. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

Trailer zur Episode VII.

Verfasser: Christian SchÀfer am Sonntag, 2. MÀrz 2014
Episode
Staffel 1, Episode 6
(Black Sails 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Die Belagerung
Titel der Episode im Original
VI.
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Samstag, 1. MĂ€rz 2014 (Starz)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 4. Mai 2014
Autor
Heather Bellson
Regisseur
T.J. Scott

Schauspieler in der Episode Black Sails 1x06

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