Biohackers 1x01

© iohackers (c) Netflix
Die Studentin Mia (Luna Wedler) startet ins Medizinstudium und bringt jede Menge Vorwissen und ebenso viele Geheimnisse mit. In der neuen deutschen Netflix-Serie Biohackers tauchen wir ein in die mitunter skurrile Welt der synthetischen Biologie. Was das ist? Das erklĂ€rt Euch die Stardozentin Tanja Lorenz (Jessica Schwarz) gerne in der Pilotepisode, denn synthetische Biologie mache Menschen letztlich „von Geschöpfen zu Schöpfern“.
Worum geht es?
Auf den ersten Blick starten wir in die Geschichte an der Seite von Mia, wie sie ihre neue verschroben-liebenswerte Wohngemeinschaft entdeckt, wie sie in ihre ersten Medizinvorlesungen geht, gehalten von der charismatischen Dozentin Lorenz. Doch in Mias Geschichte geht es nicht um „Teenage Angst“, erste Lieben und wilde Partys. Denn die Erstsemesterin reist mit einer Menge GepĂ€ck in den Schwarzwald. Sie will den Tod ihres Bruders aufklĂ€ren und hat dabei ihre neue Dozentin Lorenz im Visier.
Doch zunĂ€chst lernen wir ihre Mitbewohner kennen. Da wĂ€re zum Beispiel Ole (Sebastian Doppelbauer), der sich unter Anleitung eines YouTube-Videos einen Bezahlchip ins Handgelenk eingesetzt hat, um in der Tankstelle nicht mehr die Karte zĂŒcken zu mĂŒssen. Ein weiteres Zimmer wird von Chen-Lu (Jing Xiang) bewohnt, die Pflanzen zum Leuchten bringen kann und immer in anderthalbfacher Geschwindigkeit spricht.
In der ersten Vorlesung trifft Mia genau das Klischee der Streberin, die mehr weiĂ als andere, aber dabei versucht, bescheiden aufzutreten. Das stellt auch der Hiwi der Dozentin fest, Jasper (Adrian Julius Tillmann), mit dem Mia auf ein Date geht.
Doch hinter der attraktiven, harmlosen Fassade der hoffnungsvollen Medizinstudentin ist Mia eine RĂ€cherin mit dĂŒsterer Vergangenheit. Fast jedes LĂ€cheln an einen ihrer Kommilitonen verblasst auf verstörende Weise, sobald die Menschen ihr den RĂŒcken zudrehen. Statt Karriere hat sie nur ein Ziel vor Augen: den Tod ihres Bruders aufzuklĂ€ren - und dafĂŒr muss sie nĂ€her an die Dozentin rankommen. Ein kurzer RĂŒckblick lĂ€sst vermuten, dass Tanja Lorenz die Ărztin war, unter deren Aufsicht Mias Bruder aus dem Leben schied. Mittlerweile steht Tanja jedoch nicht mehr in der Notaufnahme, sondern fĂŒhrt ein schickes Biologie-Unternehmen, in dem sie neue Wege geht. Dabei hat sie wie Mia auch so manches Geheimnis hinter sich versammelt.
Wie kommt es rĂŒber?
Wie die Protagonistin selbst ist die Serie Biohackers auf den ersten Blick ein Klischee, ein gerade in der Serienwelt sehr bekanntes. NĂ€mlich das des jungen, attraktiven „Overachiever“ mit mysteriöser Vergangenheit. Doch dahinter steckt mehr. Denn Mia ist eine RĂ€cherin, die es durchaus mit den berĂŒhmtesten ihres Faches aufnehmen kann. Sie lĂ€sst sich nicht ablenken, auch und besonders nicht durch die Romanze mit Jasper.
Stattdessen hat sie die Augen auf das Ziel gerichtet: Tanja Lorenz und ihre Machenschaften. Im Zentrum dieses Biotechthrillers stehen zwei Frauen und das Besondere daran ist vor allem, dass die Serienmacher sich fĂŒr diese Tatsache nicht feiern. Im Gegenteil: Es wird gar nicht betont, was mehr als erfrischend ist.
Doch darĂŒber hinaus ist es vermutlich nicht ungewöhnlich, mit der Serie zu Beginn etwas zu fremdeln. Vieles wirkt besonders in der Pilotepisode zu grell, zu schrill, zu albern. Die Mitbewohner, die einerseits absurd erscheinende Experimente machen und deren Kommunikation gleichzeitig zu rund, zu Sitcom-mĂ€Ăig ist, um glaubhaft zu sein, passen da nicht rein. Doch schaut man etwas lĂ€nger und genauer hin, dann könnte sich die eigene Wahrnehmung auf erstaunliche Weise drehen. Denn je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, fordert das Drehbuch Akklimatisierung aufseiten des Zuschauers. Wie Showrunner Christian Ditter der SZ erzĂ€hlte, musste er sich „so gut wie nichts ausdenken.“
Selbst, wenn man das als Wahrheit akzeptiert, bleibt manches in der Serie ĂŒbertrieben - zu protzig, zu obercool, zu klischeehaft, um nicht manchmal in Richtung Fremdscham zu rĂŒcken. Die Figuren sind zu begabt, die Storylines sind zu glatt, vieles ergibt sich zu einfach wie von selbst. Und doch bietet die Serie eine interessante Art von Spannung an, die ein Weiterschauen belohnt.
Fazit
Man sollte der neuen deutschen Netflix-Serie etwas mehr Zeit als nur eine Episode geben. Was man am Ende bekommt, ist ein Thriller mit einem aktuellen Thema und einer modernen Aufarbeitung, der zwar viele Klischees des Genres mitnimmt, aber hinter der OberflÀche trotzdem unvorhersehbarer ist, als man zu Beginn denken könnte.
Hier abschlieĂend der Trailer zur neuen Netflix-Serie:
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Donnerstag, 20. August 2020Biohackers 1x01 Trailer
(Biohackers 1x01)
Schauspieler in der Episode Biohackers 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?