Ballard 1x01

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Das passiert in âBallardâ
Detective RenĂše Ballard (Maggie Q, Nikita) hat sich bei ihren Kollegen unbeliebt gemacht und leitet nun in Los Angeles eine vollkommen unterfinanzierte Cold-Case-Abteilung. Der mĂ€chtige Stadtrat Pearlman (Noah Bean) setzt sie auf den seit 24 Jahren ungeklĂ€rten Mord an seiner Schwester an. Ballard beginnt gemeinsam mit ihrem eigentlich schon berenteten Kollegen Thomas (John Carrol Lynch, Big Sky), den ehrenamtlich fĂŒr das LAPD arbeitenden Ted (Michael Mosley, The Sinner) und Colleen (Rebecca Field) sowie der Praktikantin Martina (Victoria Moroloes), den Fall wieder aufzurollen, doch bald schon stoĂen sie auf WiderstĂ€nde.
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Diese fĂŒhren sie zu einem anderen Fall aus dem Jahr 2008, an dem die aus dem Dienst ausgeschiedene Detective Samira Parker (Courtney Taylor) arbeitete und der ungewöhnlich viele Fragen aufwirft. Nachdem sich RenĂ©e und Samira nĂ€her kennengelernt haben, sieht sie eine Chance, sich zu rehabilitieren und steigt bei der Cold-Case-Abteilung ein, doch nun stellt sich heraus, dass die Sache tiefer reicht als gedacht. Ohne es zunĂ€chst zu wissen, gerĂ€t das Team in eine Polizeiverschwörung ungeahnten AusmaĂes...
Bosch, die Dritte
Amazon Prime Video hat es schon wieder getan. Nach der Erfolgsserie Bosch und derer Ableger (Bosch: Legacy) fĂŒhrt der Streamingdienst mit „Ballard“ das Franchise mit einem neuen Star an der Spitze weiter. Statt den allseits beliebten (Titus Welliver) alias Harry Bosch, leitet nun seine aus der dritten Staffel von „Bosch: Legacy“) bekannte Kollegin RenĂše Ballard die Ermittlungen als ausrangierte und geschasste Polizistin.
Das bedeutet nun nicht, dass Bosch keine Rolle im Spin-off spielen wĂŒrde. Im Gegenteil hĂ€ngt der von der neu gegrĂŒndeten Cold-Case-Einheit bearbeitete Fall eng mit einem von dem Meisterermittler niemals aufgeklĂ€rten Mord zusammen. Diese Tatsache findet ihren Ausdruck nicht nur darin, dass er bereits in der Pilotfolge prominent erwĂ€hnt wird, sondern in Folge zwei auch gleich selbst als tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzer auftritt.
Erfreulicherweise beschrĂ€nkt sich Boschs Anwesenheit allerdings zunĂ€chst auf ein kurzes Cameo, das hauptsĂ€chlich der Verankerung des Ablegers dient, aber auch als InformationstrĂ€ger fĂŒr das Publikum fungiert. Das ist durchaus klug gelöst und kann zudem einen gewissen Unterhaltungswert nicht verleugnen.
Das Team

Mit anderen Worten ist Harry nicht nur kein Teil des neuen Teams, RenĂ©es Mitarbeitende weisen auch selbst keinerlei Bezug zu den VorgĂ€ngern auf. Charakterlich haben wir es dabei mehr oder weniger mit typischen Krimiklischees zu tun, obwohl die Tatsache, dass auĂer ihr selbst niemand aktiver Polizist ist, ein wenig frischen Wind in die Figurenzeichnung bringt.
John Carroll Lynch spielt den berenteten Beamten Thomas Laffont, der fĂŒr Erfahrung steht und Ruhe in die Gruppe bringt. Courtney Taylors Alter Ego Samira Parker ist eine kluge und motivierte Ermittlerin, der Hilfspolizist Ted Rawls der Angeber vom Dienst, Colleen die ZurĂŒckhaltende und die Praktikantin Martina Castro logischerweise die Unerfahrene.
Sowohl die Art der Zusammenstellung als auch Ballards EinfĂŒhrung in die Serie wecken damit fraglos Erinnerungen an Ă€hnlich gelagerte Formate wie zum Beispiel die vor Kurzem auf Netflix gestartete (Dept. Q, die allerdings eine völlig andere TonalitĂ€t an den Tag legt. Die Tatsache, dass „Ballard“ in Los Angeles verortet ist und eben zu einem groĂen Franchise gehört, sorgt indes fĂŒr gleich zwei EigenstĂ€ndigkeitsboni, jenes der Franchisezugehörigkeit und das der grundlegenden Farbgebung.
Los Angeles bedeutet Sonne, Strand und Helligkeit, drei Attribute, die wir im Spin-off reichlich und satt zu sehen bekommen, zumal Ballard in ihrer Freizeit surft und einen Life-Guard in roter Badehose zum Lover hat. Ein wenig typisch US-amerikanischer Humor gesellt sich ebenfalls noch zum Konglomerat, so dass es abgesehen von einigen strukturellen Gemeinsamkeiten keinerlei Ăhnlichkeiten zu anderen Cold-Case-Serien gibt.
Der Fall

Ein weiterer Vorteil ist die ErzĂ€hlweise, die die Showrunner Michael Alaimo (The Closer) und Kendall Sherwood (Major Crimes) sich ausgedacht haben. Im Ăberbau haben wir es mit einer groĂen Verschwörung zu tun, in die das LAPD verwickelt ist. Die ist aber so verzweigt angelegt, dass wir es bereits in den ersten beiden Episoden mit drei Morden zu tun bekommen, darunter einen aktuellen und zwei Cold Cases.
Das sorgt fĂŒr Abwechslung, da wir einerseits das GefĂŒhl vermittelt bekommen, zwar eine auf narrativer Ebene serielle ErzĂ€hlung zu erleben, die aber andererseits mit episodalen Ereignissen gespickt ist. Der Plot wird zudem rasch vorangetrieben und lediglich durch kleine EinschĂŒbe unterbrochen, in der wir hauptsĂ€chlich die Hauptfigur nĂ€her kennenlernen oder den Druck zu spĂŒren bekommen, dem sie ausgesetzt ist.
Die Haupthandlung behandelt den Fall der vor 24 Jahren ermordeten Schwester des Stadtrats Jake Pearlman. Er verdÀchtigt ihren damaligen Freund Brian (B. Tood Johnston), der aber - wie sich spÀter herausstellt - nichts mit dem Tod der seinerzeit SechszehnjÀhrigen zu tun hatte.
Im Verlauf der ersten beiden Episoden stellen sich hingegen drei wichtige Dinge heraus. Erstens gibt es einen weiteren Mord aus dem Jahr 2008, der irgendwie mit dem ersten zusammenhĂ€ngt. Zweitens torpediert jemand gezielt die Ermittlungen, indem er eine potentielle Zeugin erschieĂen lĂ€sst. Drittens wird Ballard heimlich von einem Mann beobachtet, der sich am Ende der zweiten Folge als Polizeibeamter herausstellt. Damit ist das Revier abgesteckt und es ist klar, dass da einiges auf uns zukommt.
Fazit
Wenn nur alle Ableger groĂer Franchises vom Start weg so gut gelingen wĂŒrden, wie Ballard. Es macht groĂen SpaĂ, der bei ihren Kollegen verhassten Ermittlerin auf den Spuren lĂ€ngst kalt gewordener FĂ€lle zu folgen und mit anzusehen, wie dieses kunterbunt zusammengewĂŒrfelte Team immer besser harmoniert.
Das Wiedersehen mit Bosch ist gut integriert und gibt der berĂŒhmt beliebten Figur zwar Raum, aber nicht so viel, dass die neuen Protagonisten kleinlaut und als Stichwortgeber nebenher eiern. Der ErzĂ€hlstil ist flott, es sind reichlich Plotpoints vorhanden, charakterliche Nebenbaustellen nehmen nicht zu viel Raum ein und die KamerafĂŒhrung sowie Schnitt sind professionell und routiniert. Hinzu kommt, dass man die Geschichte auch leicht versteht, wenn man die VorgĂ€nger nicht kennt. Das alles spricht fĂŒr zehn Episoden vollgepackt mit guter, wenn auch nicht super innovativer Unterhaltung. 4 von 5 Cold Cases
Verfasser: Reinhard Prahl am Mittwoch, 9. Juli 2025Ballard 1x01 Trailer
(Ballard 1x01)
Schauspieler in der Episode Ballard 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?