Warum die neue Crimedy „Bad Monkey“ nicht nur mit einem zynischen Vince Vaughn überzeugt

Warum die neue Crimedy „Bad Monkey“ nicht nur mit einem zynischen Vince Vaughn überzeugt

„Bad Monkey“ von „Scrubs“-Schöpfer Bill Lawrence und mit Vince Vaugh in der Hauptrolle, ist eine neue Krimi-Serie, die mit bunten Beach-Vibes, zynischen Unterton und einem untypischen Erzählstil punktet. Ab sofort kann man die zehn Folgen bei Apple TV+ streamen. Ein Review von Nadja Goldhammer.

Vince Vaughn auf einem Szenenfoto aus „Bad Monkey“
Vince Vaughn auf einem Szenenfoto aus „Bad Monkey“
© Apple TV+

Entspannte Karibik-Vibes und brutale Morde - geht das zusammen? Ja, das geht. Dank Carl Hiaasens 340 Seiten langem Roman „Affentheater“, der als Vorlage für Bad Monkey dient und Bill Lawrence als Regisseur für die zehn Folgen lange Verfilmung. Mit Serien-Hits wie Scrubs hat er seinen Witz in der Inszenierung schon unter Beweis gestellt. Doch wie kombiniert man scharfen Alltagshumor mit einer komplexen Krimiserie? Im Roman wie auch in der Serie passiert nämlich VIEL. Das gute daran: Die Serie hat ein schnelles Tempo, aber sie eilt nicht durch die Handlung, sondern nimmt sich die Zeit, die sie braucht.

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Worum geht es in „Bad Monkey“?

Eine neue Krimi-Serie. Toll! Was darf in so einem Szenario nicht fehlen? Richtig, der rausgeschmissene Cop, der Mist gebaut hat und immer noch seine Wunden leckt. In diesem Fall: Andrew Yancy (Vince Vaughn), welcher den Ehemann seiner langjährigen Affäre Bonnie (Michelle Monaghan) mitsamt Golfcart ins Meer gerammt hat, nachdem dieser seine Frau geschlagen hat. „Unfortunately trouble was always coming looking for him“ heißt es, was den etwas verlorenen Yancy bestens beschreibt.

Um sich über die Runden zu halten arbeitet er als Restaurantinspektor auf den Florida Keys. Doch als dort ein abgetrennter Arm (mit chronisch aufgestelltem Stinkefinger) von Tourist:innen gefunden wird, kann Andrew seine Chance nicht an sich vorbeiziehen lassen, um wieder an seinen alten Job zu kommen. Er muss dafür halt nur diesen Fall lösen.

Mit der Unterstützung seines früheren Partners Rogelio (John Ortiz) und der Pathologin Rosa (Natalie Martinez) ermittelt er auf eigene Faust. Doch es wird immer schräger und schräger. Eine aufgesetzt wirkende Blondine (Meredith Hagner) stellt sich als die Witwe des Toten heraus, welche von der Tochter des Verstorbenen auf der Beerdigung als Mörderin beschuldigt wird.

Aus dem Nix werden wir dann von Florida auf die Bahamas gebeamt. Dort geht es dann plötzlich um den jungen Neville Stafford (Ronald Peet), einem jungen Fischer mit einem trainierten Affen als Haustier, welcher angeblich „beim letzten 'Fluch der Karibik' Film mit Johnny Depp mitgespielt hat“. Alles klar.

Der junge Mann ist hoch verschuldet und sein Haus soll abgerissen werden, damit Platz für ein Resort gemacht wird. Als er keinen Ausweg mehr sieht, sucht er Hilfe bei der Voodoopriesterin Dragon Queen (Jodie Turner-Smith, The Acolyte). Immer mehr Fragezeichen ploppen auf und immer wenn die Lösung klar auf der Hand ist, kommt ein Indiz hinzu, welches wieder alles umwirft.

Zwei Storys, die zu einer gehören. Aber wie kommen diese zusammen?

Meredith Hagner in „Bad Monkey“
Meredith Hagner in „Bad Monkey“ - © Apple TV+

Als Überblick behaltende Substanz schafft ein auktorialer Erzähler (Scott Glenn) Abhilfe, denn er führt mit knappen Beschreibungen und zynischem Unterton durch die Geschichten. Ja, es gibt mehrere. Obwohl sie am Ende alle zu einer gehören. Kommt man durcheinander? Etwas, aber es schadet nicht dem Erzählstil. Wie auch in Orange Is the New Black beispielsweise, wird man ohne Vorwarnung in das Vorleben etlicher Charaktere geschmissen. Und ich ahne, dass sie „Bad Monkey“ diese smoothe Flashback-Erzählung auch zu nutze machen wird. Durch den Erzähler wird die wirre Struktur im Zaun gehalten und man bleibt dran. Obwohl man nicht viel versteht. Aber das ist wahrscheinlich Sinn der Sache.

Fazit

Ronald Peet und Jodie Turner-Smith in „Bad Monkey“
Ronald Peet und Jodie Turner-Smith in „Bad Monkey“ - © Apple TV+

Ein suspendierter Cop will seinen Job zurück? Kennt man. Karibisch-bunte Vibes? Ja, gut. Geschenkt. Aber wirklich viele verschiedene, absolut durchgeknallte Charaktere, einen locker flockigen Humor und viele lose Puzzleteile, die nach Folge eins überall verteilt liegen, machen Lust auf mehr. Natürlich ist die hochkarätige Star-Besetzung rundum Charmebolzen Vince Vaughn auch ein Grund Bad Monkey eine Chance zu geben. Leichte Kost, die einen am Ende doch mit einsaugt und zum Miträtseln anregt.

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