
Mit Backpackers präsentiert The CW eine neue Sommercomedy basierend auf der gleichnamigen kanadischen Webserie. Der Pilot stellt dabei auf sehr lockere, kurzatmige Art und Weise das Thema der Serie vor: Brandon (Dillon Casey) und Ryan (Noah Reid) machen eine Rucksackreise durch Europa, weil letzterer mit seiner Verlobten Beth (Meghan Heffern) einen Deal ausgehandelt hat: Bevor sie heiraten, reisen beide noch einmal durch Europa, um sich ein letztes Mal frei zu entfalten.
Altes, verrücktes Europa...
Da die ersten vier Episoden der ersten Staffel aus den bereits 2013 ausgestrahlten acht Episoden der kanadischen Webserie bestehen, ist der Pilot zunächst in zwei Hälften geteilt. In der ersten sehen wir Ryan und Brandon in Paris, wie sie angetrunken vor dem Eiffelturm mit runtergelassenen Hosen Fußball spielen. Daraufhin werden sie von einem nicht gerade sehr amüsierten Polizisten (Laurent Maurel) ermahnt und erzählen ihm daher die Hintergrundgeschichte zu ihrem Rucksacktrip.
So beschlossen Ryan und Beth, getrennt voneinander durch Europa zu reisen, da vor allem sie der Meinung war, vor ihrer Hochzeit mehr Abenteuer erleben zu müssen. Ryans bester Freund und wing man Brandon hilft ihm dabei, den Kopf auszuschalten und für neue, vor allem sexuell gesehen, Erfahrungen zu sorgen. Wir sehen die beiden auf einer privaten Hausparty, wo sie natürlich äußerst attraktive und aufgeschlossene Frauen kennenlernen. Während Brandon dies äußerst genießt, verfällt Ryan in einen moralischen Flashback, der die beiden dazu führt, nach Italien zu reisen und Beth zu suchen.
Dieser Plot macht dann auch die zweite Hälfte der Pilotepisode aus und weist neben den freizügigen Pariserinnen ein weiteres europäisches Klischee auf: den agressiven Hooligan. Diesen treffen die beiden gleich in doppelter Ausführung im Zug nach Italien an. Damit auch der letzte diese Anspielung versteht, trägt einer der beiden auch noch netterweise ein Tattoo mit der einfallsreichen Aufschrift „Hooligan“ auf der Brust. Nachdem sie eine gewisse Gefahr für die beiden darstellen, springen sie natürlich vom Zug, ohne sich dabei zu verletzen...
Doch kaum ärgert sich Ryan über Brandons Entscheidung, vom Zug zu springen, steht auch schon die Lösung parat: Zwei wieder einmal äußerst attraktive Damen halten mit ihrem VW Bully vor den beiden und nehmen sie mit nach Italien. Zwischendurch lernt sich das double date besser kennen, bis beide schließlich an ihrem Ziel ankommen und feststellen, Beth gerade so verpasst zu haben.
Fazit
Wer eine leichte, kleine Sommerserie schauen möchte und bei dieser über typische Klischees und Handlungsschwächen hinwegsehen kann, ist bei Backpackers genau richtig. Das vor allem aus How I Met Your Mother bekannte Gespann aus handfestem Spießer und hüftgesteuertem wing man schlägt auch in der Sommercomedy wieder zu. Dabei gehört es zur Stärke der The CW-Serie, dass sie ein für Miniserien typisches, kurzatmiges Erzähltempo an den Tag legt. Dadurch hat man einerseits so manchen, nicht ganz funktionierenden Gag schnell wieder vergessen und bekommt andererseits das Gefühl des kurzweiligen Reisens vermittelt.
Als weiterer Pluspunkt wäre noch die Musik hervorzuheben, die vor allem zu Beginn mit französischem Rap einen lockerleichten Einstieg in die Szenerie in Paris bietet. Inhaltlich sind Themen wie sexuelle Erfahrungen gepaart mit dem ach so freien Europa natürlich nichts Neues, aber das will Backpackers auch gar nicht bieten. The CW präsentiert mit dem Serienpiloten einen Auftakt zu einer leichtfüßigen, aber auch schnell wieder vergessenen neuen Comedyserie.