
Die Idee der Serie Back in the Game ist schnell zusammengefasst und liest sich vertraut: Die alleinerziehende Mutter Terry (Maggie Lawson, Psych) kehrt nach einer schmutzigen Scheidung zurück in das Haus ihres schwierigen Vaters. Einiges erklärt sich von selbst, noch bevor man die Pilotepisode zu Ende gesehen hat. Zum Beispiel, dass der Vater, genannt The Cannon (James Caan, Las Vegas), unter seiner rauen Schale ein Herz aus Gold hat.
Die Story
Der besondere Dreh der Serie Back in the Game ist Baseball. Terry ist von ihrem Vater mit diesem Sport erzogen worden, sie war All-American-Softball-Spielerin während des Colleges. Doch sie hat sich von dem Einfluss ihres Vaters befreit und Baseball aus ihrem Leben verbannt. Bis ihr Sohn Danny (Griffin Gluck, Private Practice) sich dazu entscheidet, für das Schulteam antreten zu wollen um seinen Schwarm zu beeindrucken. Doch er schafft es nicht ins Team, was Terry und The Cannon aus unterschiedlichen Gründen entsetzt. In der Folge beweist Terry wie tough sie ist indem sie den Coach herausfordert und durch den folgenden Sieg die Möglichkeit erringt, eine weitere Mannschaft aus allen abgewiesenen Kindern aufzustellen. Mit ihr selbst als Coach. Und ihrem Vater als unerwünschte, aber unvermeidliche Hilfe.
Terry hadert mit ihrer Vergangenheit und will doch nur das Beste für ihren Sohn, The Cannon führt eine harte Hand und nutzt jede Möglichkeit, jemanden zu beleidigen, Terrys Sohn Danny ist clever, aber nicht mit sportlichem Talent ausgestattet und der Coach des ersten Teams ist ein Macho namens Dick (Benjamin Koldyke, How I Met Your Mother). Selbstverständlich ist unter den Kindern, die Terry in ihrem Team hat, jeder erdenkliche Charakterzug vertreten, der einen in einer amerikanischen Schule zum Außenseiter macht.
Vorhersehbar
Die Pilotepisode setzt sich aus allen erdenklichen Szenen zusammen, die diese Grundgeschichte benötigt, um sich als Klischeeschleuder zu etablieren: Erst macht Terry ihrem Vater Vorwürfe aller Art, von denen einer natürlich ist, dass er nie zu einem ihrer Spiele erschienen ist während sie traurig die Ränge abgesucht hat. Doch dann muss sie feststellen, dass ihr Vater im Grunde doch nicht so ein Eisklotz ist, wie sie dachte und bittet ihn um Hilfe mit dem Teamcoaching. In einer wenig ergreifenden Szene besiegt sie den arroganten Coach des ersten Teams und festigt damit ihre Stellung als begabter Underdog. Danny findet sich zwischen den liebevollen Ratschlägen seiner Mutter und den unangebrachten Tipps seines Großvaters wieder. Glücklicherweise ist er der einzige in der Familie, der es schafft, einen eigenen Weg zu gehen.
Hinter der Geschichte
Die meisten Figuren sind bisher nicht mehr als Funktionsträger, wie Gigi Fernandez-Lovette (Lenora Crichlow, Being Human), eine verwitwete, reiche Mutter eines Jungen, die sich schnell mit Terry anfreundet um einzuspringen als es um die finanzielle Realisierung des zweiten Teams zu sichern geht.
Sich für die anderen Figuren zu erwärmen, wird dem Zuschauer ebenfalls nicht einfach gemacht. Doch das liegt in der Pilotepisode hauptsächlich an der Story. Denn der Cast ist gut gewählt, besonders James Caan und Maggie Lawson schaffen es, ihre Charaktere mit Leben zu füllen. Doch die erste Episode gibt nur wenig her, mit dem sie ihrer Figur einen individuellen Touch geben können.
Fehlen tut es auch an guten Gags. Für die Pilotepisode haben die Macher sich wohl überlegt, den amüsanten Part den komikhaft überzeichneten Nebencharakteren zu überlassen. Und alten Scherzen, wie der Adressverwechslung wenn man einem Gegner die Windschutzscheibe zertrümmert.
Fazit
In der Pilotepisode der Serie Back in the Game werden wir durch die Einführung der Grundsituation gehetzt: Terry lässt sich gegen ihren ursprünglichen Plan zurück in eine Situation ziehen, der sie eigentlich so verzweifelt entkommen wollte: Auf dem Baseballfeld mit ihrem Vater an der Seite. Die größte Chance, die die Serie hat, sind die Hauptdarsteller, doch die wird in der Pilotepisode nur bedingt ausgeschöpft.