Baby Daddy 1x01

Baby Daddy 1x01

Mittwoch hat ABC Familys Baby Daddy sein Debüt gegeben. Ben und seine Bagage liefern ein recyceltes Comedyspektakel ohne unangenehme - oder überhaupt irgendwelche - Überraschungen. Zum Glück hat die Sitcom ein Trumpfbaby im Ärmel.

Der Cast von „Baby Daddy“, samt rosa Star in der Mitte / (c) ABC Family
Der Cast von „Baby Daddy“, samt rosa Star in der Mitte / (c) ABC Family

Der Cast: Ein riesiger Muskelberg (Danny, Derek Theler, 90210), ein viel kleinerer Immigrantensprössling mit Kühlschrankparanoia (Tucker, Tahj Mowry, The Game), ein glücklicherweise verschlanktes Blondchen (Riley, Chelsea Kane) und der Kindesvater Ben (Jean-Luc Bilodeau, Kyle XY). Letzterer ist vom Typ durch und durch unspektakulär. Es ist, als wäre er aus einer Kreuzung zwischen Ted Mosby und True Bloods Jason Stackhouse hervorgegangen - ohne deren positive Eigenschaften geerbt zu haben. Das Hybridwesen leiht sich außerdem von Zeit zu Zeit die Hemden von Luke aus Gilmore Girls.

Die Prämisse von Baby Daddy ist schnell erzählt: Bens Exfreundin Angela (mit den Attributen nice, actress und crazy beschrieben) hat dem unreifen Barkeeper spontan das gemeinsame Baby Emma hinterlassen.

Das, was folgt, ist so leicht verdaulich wie vorhersehbar: Die Tür öffnet sich. Wider Erwarten hat sich die pummelige „Fat Pants“ von früher zu der recht ansehnlichen Jurastudentin Riley gemausert. Diese Entwicklung gestattet es der Figur sprichwörtlich, in die 08/15-Szenerie hineinzupassen. Somit ist die obligatorische Möglichkeit gegeben, jetzt als Bens love interest infrage zu kommen. Auch kann der Charakter so unter dem Vorwand der Selbstironie als unerschöpfliche Quelle von Dickenwitzen herhalten. Außerdem liefert ihre Wandlung auch den anderen Protagonisten eine perfekte Vorlage für innovativen Humor: „Du siehst toll aus! Wie ist denn das passiert?

Zugegebenermaßen ist das Baby sehr süß - und hervorragend dressiert. Seine Mimik wirkt authentisch und das Lächeln ist makellos. Der Drehbuchautor und ausführende Produzent Dan Berendsen („Hannah Montana - Der Film“ (!)) hat hier definitiv gut casten lassen.

Unter dem gleichen Gesichtspunkt erweist sich auch die Besetzung des Danny durch Derek Theler sinnvoll: Durch seine schieren körperlichen Ausmaße lässt er das talentierte Baby nur noch eindrucksvoller wirken. Gleichzeitig hat es natürlich auch etwas Putziges, wenn gerade der männliche Riese der Runde - wahrscheinlich war er der Highschool-Quarterback - plötzlich fürsorgliche Züge an den Tag legt. Stereotypisch unstereotypisch.

Wie in einer emanzipatorischen Aufwallung versucht Riley zunächst noch, die Verantwortung für die Babypflege zu verteilen: „Ihr seht Brüste und denkt dann sofort an Mommy?“ Doch spätestens, als es an das Eingemachte geht, bestätigt sie die unanfechtbare Tatsache, dass es Frauen einfach im Blut liegt, Windeln zu wechseln. Nach ein paar geschickten Handgriffen ist das Baby also so gut wie neu. Riley braucht trotzdem mindestens 25 Sekunden, um nach jahrelanger Abwesenheit wieder fester Bestandteil des Teams Ben zu werden.

Für eine einigermaßen frische Brise sorgt Bens Mutter Bonnie (Melissa Peterman). Zwar kommt einem auch ihre Figur bereits aus anderen Formaten bekannt vor (eine Mischung aus Stifflers Mom und Doug Heffernans Carrie), doch sie bringt auch noch einen Hauch von Konflikt mit sich.

Fazit

Die Serie lässt sich am besten charakterisieren, indem man auf Tuckers Beschreibung von Babynahrung zurückgreift: „Ekelhaft, aber auf seltsame Weise lecker“ (okay, er sagt delicious, aber so weit kann man hier beim besten Willen nicht gehen). Unterhaltsame Dreistigkeiten sind bei der ganzen familienfreundlichen amerikanischen Reinheit („Wir haben uns sechs Wochen gedatet, bevor wir dann intim wurden“) verständlicherweise nicht zu erwarten.

Darüber hinaus ist aber weder die Idee neu (siehe Raising Hope), noch sind es die Charaktere, die sich in der Welt von Baby Daddy tummeln. Den euphorischen Lachern des Studiopublikums zum Trotz, ist auch ein Großteil der Witze recycelt. Von Zeit zu Zeit gibt es aber immerhin was zum Schmunzeln und so erinnert die neue Serie aus dem Hause ABC Family weniger an Babybrei, sondern eher an eine leicht verdauliche Version von Mikrowellenlasagne. Nicht nur beschränkt sich nämlich die Zubereitung auf das Aufwärmen von etwas, das bereits existiert - die Sitcom ist auch vom Geschmack her so vertraut, dass man sie problemlos konsumieren kann. Das Gericht über das widerwillige Erwachsenwerden liefert so keinerlei unangenehme Überraschungen, doch darf man im Gegenzug auch keine kulinarischen Höhenflüge erwarten.

Verfasser: Thordes Herbst am Samstag, 23. Juni 2012
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Baby Daddy 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Emma
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 20. Juni 2012 (Freeform)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 22. Januar 2014
Regisseur
Michael Lembeck

Schauspieler in der Episode Baby Daddy 1x01

Darsteller
Rolle
Jean-Luc Bilodeau
Tahj Mowry
Derek Theler
Melissa Peterman

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