Arrow 7x13

© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „Star City Slayer“ (c) The CW
Die Serie von Drohbriefen an Mitglieder des Teams Arrow geht in der Arrow-Folge Star City Slayer weiter. Allerdings bekommen nicht alle solche Botschaften. Betroffen sind Dinah (Juliana Harkavy), Diggle (David Ramsey) und Rene (Rick Gonzalez), was sie sich auch bald untereinander mitteilen.
William (Jack Moore) ist immer noch trotzig und übel gelaunt, weswegen es auch vorerst keine Pancakes gibt, ehe er nicht mitteilt, was ihm auf der Seele brennt und warum er von der Schule verwiesen wurde. Das liegt daran, dass er offenbar in eine Prügelei mit einem Mitschüler geraten ist, obwohl Olivers Rat dazu eher zur Selbstverteidigung gedacht war. Williams Problem mit seinen Erziehungsberechtigten ist, dass er glaubt, aus den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen zu werden. Er darf nie entscheiden, muss sich immer Olivers Wünschen beugen und will eigentlich nur ein normales Leben führen.
Sein eigenes Ding durchziehen will auch Curtis (Echo Kellum), der ein Angebot für einen Traumjob in DC angeboten erhalten hat, welchen er auch gerne annehmen würde, weil er das Gefühl hat, nicht mit den Zielen und Mitteln von ARGUS klarzukommen. Diggle findet das schade und unterbreitet ihm bald eine Beförderung als Chef der Wissenschaftsabteilung und räumt ihm Bedenkzeit ein.
Diggle, Rene und Curtis sind außerdem seit kurzer Zeit offizielle deputies der SCPD und dürfen nun wieder ihrer alten Nebenbeschäftigung nachgehen. Dinah gibt derweil Renes Tochter Zoe (Eliza Faria) ein bisschen Selbstverteidigungsunterricht, was ihr in der Zukunft der Flashforwards natürlich gelegen kommt.
Derweil wütet der Star City Slayer, indem er seine Opfer betäubt und ihnen dann die Kehle durchtrennt, was schon mehrfach passiert ist. Es gilt also, seine Spur zu verfolgen und ihn unschädlich zu machen.
Ein normales Leben

Die Situation um William verkompliziert sich derweil, weil er seine Großeltern kontaktiert und mit ihnen in Central City leben möchte. Diese Entscheidung trifft er allerdings, ohne Oliver und Felicity (Emily Bett Rickards) vorher einzuweihen. Die Großeltern sind bereit, um das Sorgerecht zu kämpfen. Oliver ist derweil sauer über Williams Aktion, muss jedoch einsehen, dass es auch um die Respektierung seiner Wünsche geht und nicht nur Olivers Versuche, ein besserer Vater als sein eigener zu werden. Die Szene der „Aussprache" von Oliver und William ist durch viel Geschrei gekennzeichnet, was mir beim Gucken ein wenig auf die Nerven geht. Natürlich sind solche Gespräche auch einmal hitzig, aber weder Amell noch Moore sind scheinbar Schauspieler, die für solche intensiven Argumentationsszenen geschaffen wurden. Insgesamt frage ich mich leider erneut, warum man der Meinung ist, diesem Konflikt so viel Zeit schenken zu müssen. Es wirkt - wie schon öfter - wie Zeitschinderei, um die Folge vollzukriegen.
Star City Slayer

Auch der Besuch im Versteck des Star-City-Slayer klang auf dem Papier wahrscheinlich besser, als die Umsetzung letztlich gelungen ist. Denn die Idee ist nicht verkehrt, aber etwas, was es so leider bisher schon tausendmal zu sehen gab. Dinah, Diggle, Rene und Curtis versuchen, den Verantwortlichen der Drohbriefe zu finden, der es sich in einer Art Horrorhaus bequem gemacht hatte. Im Endeffekt fällt Dinah ihm zum Opfer und hat Glück im Unglück. Nach seinem Schnitt am Hals kann sie durch die T-Sphere von Curtis gerettet werden, der die Wunde mit einem Laser versiegelt, denn der Krankenwagen hätte es so schnell wohl nicht geschafft. So erklärt sich auch die Narbe, die wir in der Flashforwardzukunft sehen. Tatsächlich stimmen immer mehr Ereignisse aus der Gegenwart mit dieser düsteren Zukunft überein, so dass ich doch wieder anzweifle, dass es sich nur um eine Simulation handelt. Allerdings frage ich mich dennoch, warum man sich dann erzählerisch begrenzt - gerade bei einem Superheldenstoff - und dem Zuschauer suggeriert, das alles, wofür die Helden kämpfen, dermaßen kaputtgehen könnte. Natürlich gibt es Storys wie „Days of Future Past“ oder „The Dark Knight Returns“ mit düsteren Dystopien. Dann aber entweder als alternative Zeitlinie oder aber als Möglichkeit mit einem Hoffnungsschimmer. Natürlich kann das alles immer noch passieren, mich wundert dann aber trotzdem, wie viel Screentime das doch erhält.
Die Offenbarung, dass der Killer niemand Geringeres als Stanley Dover (Brendan Fletcher) aus Slabside ist, empfinde ich sogar als eine gute Wahl, weil sich schon angedeutet hatte, dass wir noch nicht das Letzte von ihm gesehen haben könnten. Nun wird er also reaktiviert und fügt dem Team einen beträchtlichen Schaden zu.
Bald taucht der Giftmischer auch bei Oliver und Felicity auf, wo er das Familienessen mit lähmendem Gift jäh unterbricht. Das verdeutlicht natürlich die Tatsache, dass William in Star City wohl kein unbehelligtes Leben führen kann. Dann allerdings Central City mit dem Flash und allerhand Meta-Humans zu tauschen, ist wahrscheinlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wobei er dort als Normalo fernab der Queens bessere Chancen auf ein 08/15-Leben hat.
Stanleys Charakterisierung bleibt seinem Krankheitsprofil aus Sladside treu. Seine Psychose, rund um Oliver als besten Freund und Beschützer, ist okay. Sein Spiel allerdings stellenweise zu dick aufgetragen, so dass es mir zu unangenehm und leicht fremdschämig wird. Andererseits passt das auch wieder zu so manchem Comicschurken mit Vaterkomplex...
Die Szene in Olivers Wohnung zeigt aber auch, dass Felicity und Oliver recht gut aufeinander abgestimmt sind und sich ohne große Probleme abstimmen können, um Angreifer in die Flucht zu schlagen. Das Gift hat außerdem eine andere Funktion, denn so kann Felicity medizinisch gecheckt werden, was zutage fördert, dass sie schwanger ist.
Passend dazu erfahren wir, dass Blackstar aus dem Flashforward Mia Smoak (Katherine McNamara) heißt. Das bedeutet aber auch, dass William wohl nie mitbekommen hat, dass seine Ziehmutter schwanger war und er eine Halbschwester hat. Ist der Kontakt so schnell schwächer geworden und hat Oliver seine Versprechen nie eingelöst? Ich wüsste außerdem zu gerne, wie Felicity-Hater über diese Entwicklung denken...
Wer ist Blackstar?
In den Flashforwards kommt heraus, dass Mia weder die Stadt in die Luft sprengen will noch Felicity umgebracht hat. Allerdings kommt es zu einem klassischen Superheldenmissverständnis inklusive anschließenden Kämpfen zwischen Dinah, Roy (Colton Haynes) und Zoe sowie Zoe und Connor Hawke, der noch einmal explizit als Diggles Sohn vorgestellt wird, was wir beim letzten Mal bereits besprochen haben. Mia will ihre Mutter ausfindig machen und braucht dafür das Archer-Protokoll. Man kann wohl annehmen, dass demnächst dann ein Team-up folgen wird. Es scheint außerdem so, dass auch Mia nichts davon wusste, dass sie einen Bruder hat. Diese Geheimnisse immer...
Weiterhin stehe ich vor einem Rätsel, was ich von den Flashforwards halten soll. Anfangs mochte ich sie in dieser Staffel ja, aber inzwischen tendiere ich wieder zu einem Gefühl der Gleichgültigkeit. Mit der Zeit wurden viele Twists und eine spannende Ausgangslage relativiert oder negiert und stattdessen die Story in eine Richtung gelenkt, die ich irgendwie langweilig finde. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir Bombendrohungen in Star City in den bisherigen Staffeln nun wirklich zur Genüge hatten oder ich das Gefühl nicht los werde, dass das alles im Endeffekt ohne richtige Konsequenzen bleiben wird.
Abschied

Curtis nimmt im Endeffekt den neuen Job in Washington, D.C. an und Echo Kellum verlässt die Serie. Das ist okay, wahrscheinlich werden nur wenige seiner Figur nachweinen. Bisweilen hat er sich ohnehin wie eine Doppelung von Felicity angefühlt, was auch in der gemeinsamen Firmengründung von Helix widergespiegelt wurde. Die Firma will er nun komplett Felicity überlassen, die sich so wieder ihrer Forschung widmen kann. Ohne William im Hinterkopf und neuer Motivation könnte das der Kausalzusammenhang sein, der dazu führt, dass die Zukunft so düster wird wie angedroht - oder ist doch alles anders?
Ein Charakter weniger tut dem vollen Cast wahrscheinlich nicht wirklich weh und ohnehin wussten die Autoren gefühlt auch nicht so viel mit Curtis anzufangen, außer man hat die Teams geteilt oder ihn zu ARGUS geschoben. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass man so den Schock aus der VR-Handlung rund um Diaz nicht genutzt hat. Allerdings muss man Darsteller, die aussteigen, auch nicht immer direkt umbringen.
Fazit

Arrow kehrt mit der Folge Star City Slayer zurück in die Familiendramaschiene, die in den jüngeren Staffeln selten gut funktioniert hatte und einfach immer eher bemüht daherkommt. Zudem verstrickt man sich durch die Erzählstruktur zu sehr in mögliche plot holes. Auch andere Handlungsstränge überzeugen nur bedingt. Das Wiedersehen mit Stanley aus Sladside als Serienkiller ist ein guter Einfall, aber die Performance stellenweise zu arg überzogen und sein Rückzugsort und seine Motivation sind leider ein wandelndes Klischee. Und im Zweifel zaubert man einfach noch mehr Familienmitglieder hervor...
„Arrow" pausiert nun zunächst bis Anfang März 2019.
Hier der Trailer zur nächsten Episode, Brothers & Sisters (7x14), der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 12. Februar 2019Arrow 7x13 Trailer
(Arrow 7x13)
Schauspieler in der Episode Arrow 7x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?