Arrow 7x11

© zenenfoto aus der Arrow-Folge „Past Sins“ (c) The CW
Das Leben von Oliver Queen (Stephen Amell) in Arrow wäre sehr viel unkomplizierter, wenn seine Eltern früher nicht einen Haufen Geheimnisse produziert hätten. Besonders Vater Robert hat so einiges verborgen, wie etwa Stiefschwester Emiko (Sea Shimooka), die meint, dass alles, was die Queens anfassen, zerstört wird. Ganz Unrecht hat sie damit nicht, wenn man sich die Serie und ihre Ereignisse mal anschaut... Oliver will ihr beweisen, dass er anders als sein Vater ist und aus dessen Fehlern gelernt hat, doch dazu gilt es erst, eine gewisse Transparenz und eine Bereitschaft zu zeigen, für alte Sünden geradezustehen. Genau darum geht es in Past Sins.
Zu Beginn befinden sich Oliver und Laurel (Katie Cassidy) in einer Talkshow und werden auf die Einflüsse und das Vermächtnis der jeweiligen Väter angesprochen. Oliver verspricht dabei, aus dem Schatten herauszutreten und auf der Seite des Gesetzes zu agieren, damit die Menschen Vertrauen in seine Handlungen setzen können. Laurel scheint es derweil irgendwie zu schaffen, einen guten Job in der DA-Rolle zu machen (ich werde nicht müde zu betonen, dass sie kaum fachliche Qualifikationen mitbringt, das verschweigen die Autoren andererseits allerdings auch nie).
Von Felicity (Emily Bett Rickards) wird Laurel auf einen Drink eingeladen (ja, diese Version hat kein Alkoholproblem), um zu feiern, welche Fortschritte sie als Mensch und beruflich macht. Denn inzwischen kann man tatsächlich davon sprechen, dass sie sich in eine positivere Richtung entwickelt hat und dem Team öfter behilflich war. Ihre Vergangenheit holt sie derweil in der Bar ein, in der sie meint, eine Person zu sehen namens Brett Collins (Peter Graham-Gaudreau). Das reißt alte Wunden auf, wenn auch nicht sofort klar ist, was genau vorgefallen ist. Laurel vermutet einen Stalker und erhält auch immer wieder anonyme Drohbotschaften.
Laurel hat einen Stalker
Mithilfe Felicitys will sie herausfinden, was das zu bedeuten hat, weil sie glaubte, er wäre auf ihrer Heimat Earth-Two verstorben. Kurze Zeit später kommt heraus, dass er derjenige ist, der mit dem Tod ihres Vater zu tun hatte, aber er ist nicht direkt verantwortlich. Vielmehr glaubt Laurel, eine ihrer Launen hätte ihren Vater in den Tod getrieben, denn der überarbeitete Erde-2-Quentin hatte ihre Geburtstagstorte vergessen, so dass er noch einmal los musste und in einen Unfall geraten war, wobei ihre letzten Worte an ihn „Ich hasse dich" gewesen seien... Felicity versucht, ihr deutlich zu machen, dass das eine irrationale Annahme ist und das ist auch gut so, denn ohne diesen Kommentar wäre diese Szene eine leider sehr lächerliche und hätte fast schon etwas unfreiwillig Komisches.
So, wie das im Endeffekt gelöst wurde, kriegen die Autoren gerade noch die Kurve und schaffen es, Laurel weiter zu vermenschlichen - ein bisschen Nachgeschmack bleibt dennoch. Im Endeffekt handelt es sich bei dem Mann, den Laurel für Collins hält, um die Erde-1-Version, der seinem Doppelgänger von der anderen Erde sehr ähnelt und der auch ein Alkohol- und Stalkingproblem hat. Laurel sieht also keine Geister und wiegt sich erst einmal in Sicherheit.
Wer ist Samuel Hackett?
Der Moderator, der Oliver und Laurel interviewt hat, wird derweil in der Folge zum Entführungsopfer und wird gezwungen, Oliver zu erpressen. Die Forderung: Er soll seine Zusammenarbeit mit der SCPD beenden oder andere Leute haben darunter zu leiden. Der TV-Moderator kommt schnell wieder auf freien Fuß und wegen einer Aussage des Entführers kann Oliver auf die Identität des Angreifers schließen, denn es handelt sich um ein Zitat aus dem Gespräch mit dem Psychologen Dr. Parker während Olivers Zeit in Slabside. Dabei kam zur Sprache, dass Robert Queen den Vater von Samuel Hackett (Luke Camilleri) auf dem Gewissen hat, was dessen Sohn jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste. Mit seinem Knowhow als Elektriker baut Hackett eine Apparatur, mit der er nicht nur den Moderator geschockt hat, sondern mit der er schließlich auch das SCPD in Geiselhaft nimmt.
Oliver sieht ein, dass ihm über viele Jahre ein emotionaler Abschluss verwehrt geblieben ist und will die Situation auf jeden Fall ohne weitere Todesopfer lösen, auch wenn Hackett zwischenzeitlich die Polizeibeamten vor eine Zwickmühle stellt und so Oliver ausschalten will. Durch Dinahs (Juliana Harkavy) Einsatz kann der Angreifer aber überwältigt werden und Oliver macht öffentlich, dass sein Vater den Mord an Hackett Sr. verübt hatte. Diese Ehrlichkeit sorgt auch dafür, dass Emiko darüber nachdenkt, Oliver eine Chance für ein erstes klärendes Gespräch zu geben.
Die Stalker-Situation ist derweil doch noch nicht beendet, denn auch Dinah findet einen Drohbrief, der ankündigt, einen nach dem anderen aus dem Weg schaffen zu wollen.
Ghost Initiative - VR-Edition

Bei ARGUS wurden insgesamt vier Kandidaten für die neue Ghost Initiative (aka Suicide Squad 2.0) bestimmt. Neben Ricardo Diaz (Kirk Acevedo) und der Triaden-Anführerin China White (Kelly Hu) sind das auch noch die Stalker-Expertin Cupid (Amy Gumenick) und Deathstroke-Nachwuchs Joseph Wilson (Liam Hall). Als Curtis (Echo Kellum) von dem Programm erfährt, geht er verständlicherweise auf die Barrikaden, weil besonders die Zusammenarbeit mit Diaz nach dessen Handlungen in der jüngeren Vergangenheit alle Warnsignale aufschrillen lassen sollten. Und der Rest der Bande ist natürlich ebenfalls kaum vertrauenswürdig, allerdings ist auch genau das das Konzept des Programms, in dem eine Bombe im Kopf für die Zusammenarbeit sorgen soll... Diggle (David Ramsey) kann Curtis' Einwände zwar nachvollziehen, argumentiert aber damit, dass man so eine noch viel größere Gefahr aufspüren und präventiv verhindern könnte, wenn denn alles klappt - zumal die Hinweise auf den Drahtzieher Dante von Diaz stammen. Bedenklich ist außerdem, dass Oliver und Felicity noch keinerlei Ahnung haben, was vor sich geht - was andererseits aber wiederum nur eine Frage der Zeit sein kann. Und dann sind das große Drama und der Vertrauensbruch sowie der zugehörige Streit wieder vorprogrammiert...
Der schlaue Curtis meint, dass es einen besseren Weg geben muss - und so ist es dann tatsächlich auch. Mit einer Finte spielt er Diaz nämlich vor, dass er entkommen und Curtis sogar töten kann. Doch spätestens da merken die Zuschauer wohl, dass hier etwas nicht ganz stimmt. Diaz wurde in eine VR-Simulation gesteckt, die Curtis verraten soll, wie man auf Hinweise an Dante kommt. Die VR-Welt ist übrigens auch eine mögliche Erklärung, um die Flashforwards eventuell bei Bedarf zu einer möglichen statt definitiven Zukunft zu machen. Es ist vorstellbar, dass ein Schurke die Helden in eine solche Welt einspannt und gewisse Dinge glauben lässt. Aber vielleicht denke ich da auch schon zu weit...
Die virtuelle Welt kommt allerdings etwas aus dem Nichts. Vielleicht habe ich aber auch vergessen, dass Curtis so ein Projekt schon vorher entwickelt hatte. Bei mir fiel ehrlicherweise der Groschen auch erst, als Diaz Curtis das Genick bricht, denn ich habe nicht erwartet, dass er hier einfach stirbt, das wäre selbst für Curtis zu tollpatschig gewesen...
Obwohl Curtis Diggle die Informationen verschafft, die man benötigt, soll die Ghost Initiative zunächst weiter bestehen, zumindest, bis das Problem Dante aus der Welt geschafft ist. Allerdings - und da hat Curtis völlig Recht - gibt es immer wieder neue Dantes, die den Weltfrieden bedrohen. Wird das moralisch verwerfliche Projekt also wirklich wieder zu den Akten gelegt? Curtis hat vorerst jedenfalls genug davon, blind die Befehle von ARGUS zu befolgen, was auch immer das zu bedeuten hat...
Fazit

Die Arrow-Episode Past Sins fühlt sich durch den persönlichen Bezug in der Oliver-Storyline etwas runder an als andere Folgen aus der jüngeren Vergangenheit, wobei klar ist, dass man nicht ständig Rückbezüge auf die Vergangenheit einbauen kann, weil die Quelle an möglichen Beteiligten irgendwann versiegt... Auch Laurels Storyline ist in Ordnung und bringt sie weiter in die Richtung eines Menschen, der sich um Wiedergutmachung bemüht. Die VR-Idee hat mir ebenfalls gut gefallen. Allerdings gilt in meinen Augen weiterhin, dass zu wenig Green Arrow in der Serie steckt und der Polizeiaspekt oftmals einen zu hohen Stellenwert genießt. Diesmal kann man das ein wenig mit der Ghost Initiative auffangen, dennoch ist es ein mühevoller Kampf, in der siebten Staffel der DC-Serie die Comicwurzeln aufrechtzuerhalten.
Hier noch der Trailer zur nächsten Episode, Emerald Archer (7x12), (die 150.) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 29. Januar 2019Arrow 7x11 Trailer
(Arrow 7x11)
Schauspieler in der Episode Arrow 7x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?