Arrow 6x20

© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Shifting Allegiances“ (6x20) (c) The CW
Oliver Queen (Stephen Amell) versucht in der Arrow-Episode Shifting Allegiances, unkonventionelle Methoden, um an Diaz heranzukommen. So attackiert er russische Partygänger, die mit Drogen ihren Abend aufpeppen wollen, wovon sich eine Person jedoch als jemand herausstellt, den der Pate der Bratva aus dem Weg geräumt haben wollte. Damit begleicht Oliver in Russland eine Schuld von Anatoly (David Nykl) und hofft so, seinen alten Weggefährten wieder auf seine Seite zu ziehen oder zur Vernunft zu bringen. Doch aktuell fühlt Anatoly sich als Teil von Diaz (Kirk Acevedo) wohl in seiner Haut. Obwohl Oliver Anatolys Kollegen ausschaltet und ihm das Messer des Paten präsentiert, setzt Anatoly sein Gegenüber mit einem Elektroschocker außer Gefecht, um ihn Diaz auf dem Präsentierteller zu servieren. Man merkt aber schon, dass die Geste bei Anatoly etwas auslöst, denn wieder einmal gibt er ihm einen Rat oder Hinweis, was er schon häufiger getan hat. Diesmal hält er Olivers Idee für einen Alleingang für einen falschen Ansatz, denn weder er selbst noch Diaz kämpfen aktuell ehrenvoll, was Oliver mehrfach zu spüren bekommt.
New New Team Arrow
Rene (Rick Gonzalez) ist nach einem einmonatigen Krankenhausaufenthalt, den er Oliver zu verdanken hat, körperlich zumindest wieder fit. Natürlich wird das mit einem Wiedersehen mit Tochter Zoey, Curtis (Echo Kellum) und Dinah (Juliana Harkavy) gefeiert. Kurze Zeit später geht es auch schon in den Vigilantenbunker, in dem er erfährt, dass sie das einzige Team sind, das noch übrigbleibt. Das bestärkt sie dann darin, den Kampf gegen Diaz zu intensivieren oder zumindest Teilerfolge zu erzielen, indem sie den Drogendealern der Scorpions auf die Finger hauen. Die haben Diaz früher mit Vertigo versorgt und könnten es laut ihren Überlegungen wieder tun.
Diggle (David Ramsey) lebt sich derweil bei seinem neuen Argus-Job ein und erfährt von dem Auftauchen und den Plänen des Quadrant-Mitglieds Lydia Cassamento (Gina Ravera), die einen großen Waffendeal mit Diaz plant, wobei Diggle dies beobachten möchte, um so eventuell direkt an Diaz heranzukommen. Man hat fast den Eindruck, das viele Vigilantenköche hier den Brei verderben oder eben dafür sorgen, dass man die Handlung etwas strecken kann, denn Koordination und Absprachen sind völlig überbewertet bei den diversen Fraktionen und es muss immer fast ein Jahr dauern, bis man Erfolg hat...
Über die merkwürdige Quadrant-Organisation habe ich mich im letzten Review gar nicht genug ausgelassen, weil ich dachte, dass sie nur dieses eine Mal Bedeutung hätte, doch ich habe mich geirrt. Dass die Arrow-Autoren quasi ohne Vorbereitung noch eine Gruppierung präsentieren, wenn die dafür minderwertig aufgebaut wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Die gesichts- und fast dialoglosen Mega-Gangster sind nichts weiter als Kanonenfutter für den uninteressanten Konflikt, der sich gerade abspielt, und haben in dieser Folge wenig zu tun - außer rumzuballern und ein paar Raketenwerfer mitzubringen. Das hätte man sich auch sparen können...
Bürgermeister-Daddy

Laurel (Katie Cassidy) lockt den amtierenden Bürgermeister Quentin Lance (Paul Blackthorne) unter fadenscheinigen Gründen in ein Restaurant, zu dem Diaz später hinzukommt und ihm klarmacht, was er will: die Unterschrift unter einen Grundstücksvertrag, sonst geht es Laurel an den Kragen. Oder vielleicht auch nicht, denn er offenbart auch, dass die beiden als Liebespaar unter einer Decke stecken und doch soll sich Quentin eingeschüchtert oder bedroht fühlen. Irgendwas stimmt hier bei den Autoren ganz und gar nicht. Quentin ist zwar sauer und zeigt sich kampfbereit, indem er Laurel vor die Tür setzt, erscheint aber kurze Zeit später wie ein reumütiger Hund und entschuldigt sich für sein Benehmen. Was zur Hölle...? Sie selbst versucht es auf die Mitleids- und Angstmasche und hat irgendwie auch noch Erfolg. Langsam, aber sicher wird diese Storyline zwischen Pseudovater und Möchtegerntochter nur noch zur Nervenprobe. Laurel ist so oft hin- und hergesprungen - wobei die Tendenz klar in Richtung Schurkin zeigt -, dass es mir als Zuschauer inzwischen Leid ist, noch irgendwelche Sympathie dafür aufzubringen, was man mit der Figur vorhat. Eine Läuterung ist mir mittlerweile vollkommen egal.
Die in den letzten Episoden gehäufte Erwähnung, dass Diaz mehr als ein „Thug“ ist, hilft auch nicht dabei, seine Glaubhaftigkeit als Schurke zu fördern, denn es müssen Taten folgen, die Eindruck hinterlassen.
B-Team plus Diggle - Leave daddy home
Was sich auch schon abgezeichnet hat: Die Wege der neuen Rekruten und Diggle kreuzen sich beim Angriff auf die Drogenlagerhalle. Dabei sieht man aber auch, dass Rene geistig noch nicht hundertprozentig fit ist, so dass Dinah einschreiten muss. Zusammen mit Diggle und Quentin erfahren die Beteiligten dann auch vom Auftauchen der Quadrant-Leute.
Eine der besseren Szenen spielt sich kurz darauf zwischen Diggle und Rene ab, die beide schon mit PTSD, psychischen Problemen und Verletzungen zu kämpfen hatten. Rene beschäftigt dabei auch, was passiert, wenn er erneut verletzt wird und wer sich um seine Tochter kümmert. Dabei sagt Diggle, dass man sich strikt von diesen Gedanken und Sorgen befreien muss, wenn man in den Kampf zieht, weil man sonst nie handeln könnte, wenn es gefährlich wird. Rene versteht, setzt die anschließende Mission aber erst einmal aus, um nachzudenken, während Diggle dann mit Dinah und Curtis sowie dem Argus-Kollegen gegen die Quadrant-Angehörigen loslegt und sie es schaffen, zwölf Millionen Dollar Waffen zu zerstören.
In der Höhle des Drachen

Oliver trifft nach Anatolys Angriff mit Ketten gefesselt auf Diaz, der ihn zunächst verprügelt, während er sich nicht wehren kann. Erst als Anatoly ihn dafür als schwach bezeichnet, gibt er Oliver die Chance für ein faires Duell. Unter der Bedingung, dass derjenige, der dabei zu Boden geht, die Stadt für immer verlassen muss, willigt Oliver ein und hat ihn im tödlichen Würgegriff. Natürlich spielt Diaz aber nicht fair und sticht Oliver mit einem versteckten Messer ab. Die Inszenierung des Zweikampfs ohne jegliche Musik, dafür aber mit den üblichen Soundeffekten fällt ins Auge und zeigt die Dringlichkeit des Kampfes, aber im Endeffekt kann man schon ahnen, wo die Reise hingeht.
Dafür sehen wir endlich, was Diaz wirklich vorhat. Nach der Messerattacke liefert er ihn ans sprichwörtliche Messer und übergibt ihn der Polizei. Er hat vor, seinen Prozess vorzuziehen, hat dafür schon Quentins Unterschrift und außerdem die geschmierten Personen auf seiner Seite. Olivers Verhaftung schlägt sofort Wellen und ihm könnte eine lebenslange Gefängnisstrafe drohen, wenn er verurteilt wird. Damit ist Arrow schon die zweite Arrowverse-Serie in dieser TV-Season, die einen ihrer Protagonisten vors Gericht zerrt. Man könnte meinen, dass bei den vielen Anhörungen, Anschuldigen oder Versuchen Olivers Geheimidentität schon lange gelüftet sein müsste - und tatsächlich finde ich es auch besser, dass versucht wird, sie zu bewahren, anders als bei The Flash, wo gefühlt jeder weiß, wer Barry nebenbei ist. Vielleicht ist das Outing in der sechsten Staffel fällig, um der Serie für Staffel sieben etwas Momentum zu geben? Vielleicht wäre das sogar ein Vorteil für die Helden, denn dann steht Aussage gegen Aussage und es lassen sich durch Felicity sicherlich zahlreiche Beweise für Diaz' krumme Geschäfte finden.
Außerdem könnte es jetzt darauf hinauslaufen, dass nicht Oliver, sondern des Rest seines Teams ohne ihn Diaz zu Fall bringen muss, was wir so auch länger schon nicht mehr hatten.
Fazit

Folgen rund um das New Team Arrow haben es immer schwer. Besonders, wenn sie so offensichtlich mit B-Storys zum Zeitschinden abgespeist werden. Dazu kommt eine ganze schwache Fortführung der Quentin-Laurel-Storyline, die auch nicht von der etwas besseren, aber gefühlt schon so oft gemachten Oliver-Handlung gerettet werden kann. Das, was Oliver durchmacht, haben die Autoren in den Flashbacks bestimmt schon dutzendmal genau so oder ähnlich gezeigt. Oliver wird von irgendwem überrumpelt und dann gefesselt und dann wieder übermannt. Das ist leider viel zu langweilig.
Trailer zur Episode Docket No. 11-19-41-73 (6x21) der US-Serie Arrow:
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Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 27. April 2018Arrow 6x20 Trailer
(Arrow 6x20)
Schauspieler in der Episode Arrow 6x20
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