Arrow 6x18

© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Fundamentals“ (c) The CW
Die Arrow-Episode Fundamentals übt sich in einigen interessanten Ansätzen, von denen sich viele allerdings leider zu schnell in Luft auflösen, weil ein Plotpunkt, der in der Episode zuvor eingeführt wurde, zum Tragen kommt und Oliver Queen (Stephen Amell) einen Tag verpasst, den er nicht so schnell wieder vergessen wird.
Diesmal verschiebt man die beste Actionsequenz der Folge direkt an den Anfang, was das Interesse früh weckt: Oliver konfrontiert Diaz (Kirk Acevedo), der sich hinter seinen gekauften Cops versteckt. Der einsame Wolf im Green-Arrow-Kostüm versucht, sich zum Schurken durchzukämpfen. Dann gehen wir jedoch zehn Stunden zurück und erfahren, was eigentlich Sache ist.
Zehn Stunden vorher
Wegen der Entlassung von Captain Hill und DA Amand muss sich Oliver auf ein Amtsenthebungsverfahren gefasst machen, es sei denn, er bringt unumstößliche Beweise dafür vor, dass sie für Diaz arbeiten. Natürlich ist Felicity (Emily Bett Rickards) schon lange bei der Arbeit und findet einen merkwürdigen Zufall. Jeden Abend um 22.13 Uhr ist Diaz im SCPD-Revier und die Kameras fallen aus. Olivers Entschluss steht fest: Er will den Drachen erlegen. Allerdings wäre er dabei allein, nachdem John (David Ramsey) sich mit ihm verkracht und die Partnerschaft auf Eis gelegt hat. Da Felicity das nicht wahrhaben will, arrangiert sie unter dem Vorwand von Diggles Chipwartung ein Treffen, wobei jedoch klarwird, dass sich vorerst nichts daran ändern wird.
Im Rathaus trifft sich Oliver mit seinem Ankläger, mit dem er die Rechtslage bespricht, denn er kann die Polizeichefin und den Staatsanwalt nicht feuern, besonders, wenn eine Untersuchung gegen ihn vorliegt, weil das Strafvereitelung wäre. Für Oliver geht es eher darum, dass jemand seine gerechte Strafe erhält, nämlich Diaz, doch sein Gegenüber nimmt ihn als Drogendealer zweiter Klasse nicht als Gefahr wahr, obwohl genau das seine Taktik ist, mit der er bisher erfolgreich fährt. Sollte Queen keine Beweise liefern, droht ihm der Amtsverlust, womit Quentin (Paul Blackthorne) sich auf eine Beförderung freuen könnte, auch wenn er keine Ambitionen auf das höchste Amt der Stadt hat.
Quentin ist einer der wenigen Vertrauten, die Oliver aktuell neben Felicity noch übrig bleiben und er glaubt daran, dass er seit seinen Anfängen als Hood ein besserer Mann geworden ist, auch wenn andere Meinungen da auseinandergehen.
Wie beweist man die Beweise?
Felicity schafft es außerdem, Beweise für die Verschwörung gegen die Stadt und die Zusammenarbeit mit Diaz zu Lasten der Gefeuerten zu sammeln, das Problem ist, dass man nicht erklären kann, woher sie stammen, ohne Felicity zu outen oder Olivers Arbeit als Green Arrow zuzugeben. Oliver ist mit der Situation überfordert und schreit - völlig untypisch für ihn - William an, so dass Felicity erbost ist und kurze Zeit später Abstand von ihm verlangt. Spätestens hier merkt man als Zuschauer, dass etwas nicht stimmt. Denn die Autoren lieben zwar ihre Streitereien wegen Nichtigkeiten, aber selbst die früher überdramatische Felicity würde nicht wegen einem Ausraster die Trennung verlangen. Bald wird überdeutlich, was los ist: Vertigo ist im Spiel.

Leichen in der Arrow-Cave
Nachdem Quentin bemerkt, dass Oliver persönliche Probleme hat und etwas mit ihm nicht stimmt, erscheint ein ungebetener Besuch in der Arrow-Hölle oder besser gesagt: in Olivers Kopf, denn Adrian Chase (Josh Segarra) sucht ihn heim und spielt nun sein schlechtes Gewissen, das Oliver instinktiv versucht umzubringen. Der Besuch des Toten lässt ihn aber zudem realisieren, dass er unter Drogen stehen muss und daher untersucht er sein Blut. Per Handschlag mit dem impeachment-Verwalter Colins muss er damit in Berührung gekommen sein und so wird er nun von einigen Versagensängsten konfrontiert. Oder ist er doch sein eigener schlimmster Feind, wie Halluzinations-Chase meint?
Er wird bei seinem Drogentripp nämlich auch an die Tage vor seiner Zeit auf der Insel erinnert und sieht Laurel (Katie Cassidy), den verletzten Rene (Rick Gonzalez) und Diaz, der ihn und Haushälterin Raisa (Kathleen Gati) in der Vision ersticht. Es ist ein wenig schade, dass einige der besten Parts der Episode sich als Halluzination entpuppen, denn einen Schurken, der einfach handelt und nicht nur quatscht und droht, haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Ra's al Ghul hatte Oliver schon so gut wie besiegt, ehe er per Wunderheilung genesen wurde. Die Worte, die Diaz benutzt, hallen jedoch nach, denn Oliver/Green Arrow ist als Märtyrer potentiell noch gefährlicher, wobei das erst einmal zu beweisen wäre. Wer ist denn besser oder gefährlicher als der Green Arrow an sich?
Alles nur geträumt
Entsprechend wacht Oliver aus seinem Fiebertraum aus, der aber noch nicht vorbei ist, weil seine Hood-Gestalt ihn daran erinnert, wie seine Anfänge und Ziele als maskierter Rächer waren. Es ging darum alleine die gesetzte Mission zu erfüllen, wobei Oliver selbst in seinen fünf Jahren fernab von Star City selten wirklich allein war.
Zum angesetzten Meeting, das die Beweise präsentieren soll, kommt Oliver eine Stunde zu spät und niemand glaubt ihm, dass Diaz eine große Nummer ist, wahrscheinlich auch, weil hier wieder manche geschmiert sind. Die Grundskepsis, dass er entweder selbst Green Arrow ist oder eng mit dem Vigilanten zusammenarbeitet und die Tatsache, dass die Wirkung des Vertigo noch nicht überstanden ist, hilft ihm ebenfalls wenig weiter, so dass Quentin seine Haut retten muss, indem er einen Vorfall vortäuscht.
Seine Wahnvorstellung behält jedoch die Oberhand und inspiriert durch Chase will er Diaz direkt konfrontieren, womit seine ausgelegte Falle zuschnappen würde. Nur Quentin und Felicity können ihn jetzt noch aufhalten, wobei es seine Frau ist, die ihn überzeugen kann, ehe eine Hundertschaft der Polizei in diesem Zustand auf ihn losgeht. Eine Party-Raver-Hangover-Supreme-Cure von Felicity später und Oliver kommt langsam wieder zu seinen Sinnen. Weil die Kameras wie geplant aus waren, gibt es keine belastenden Beweise gegen Oliver und Felicity. Trotzdem möchte er die Mission weiter reduzieren und probieren, Diaz nur im Alleingang und ohne Ablenkung - auch nicht durch overwatch - zu Fall zu bringen. Die Amtsenthebung gegen ihn ist erfolgreich und Quentin wird zum Bürgermeister, ob er will oder nicht. Das liefert Diaz allerdings seiner Meinung nach die Möglichkeit, sein Imperium aufzubauen, auch wenn Black Siren nicht versteht, warum er ihn nicht einfach umbringt.
Fazit
Fundamentals ist eine durchaus solide Arrow-Folge, wobei es schade ist, dass sich so viel als Traum oder Halluzination entpuppt. Der Sinn hinter Olivers Alleingang erschließt sich mir trotz allem bisher nicht. Zumal Felicity eigentlich meistens DIE Geheimwaffe ist, ohne die er sich - böse formuliert - nicht einmal die Schuhe zubinden könnte. Natürlich hält sie ihn emotional etwas zurück, wenn er der harte, determinierte Hund sein will. Vielleicht ist die Intention, dass er wieder mehr zum badass werden soll, der ganz im Alleingang eine korrupte Stadt säubert, wie in der ersten Staffel. Nur hatte er selbst da schon recht schnell das Arrow-Team mit Diggle und Felicity um sich. Wir werden sehen.
Welche Folgen hat die Amtsenthebung sonst noch für Oliver? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die politischen Handlungsstränge deswegen wegfallen. Sie werden wahrscheinlich nur Quentin zufallen, der wohl überfordert mit den neuen Herausforderungen sein wird. Am Ende braucht es eben doch immer wieder das ganze Team, das man aktuell mit viel Mühe auseinanderrupft.
Trailer zur Episode The Dragon (6x19) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 13. April 2018Arrow 6x18 Trailer
(Arrow 6x18)
Schauspieler in der Episode Arrow 6x18
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?