Arrow 6x16

© zenenfoto aus der „Arrow“-Folge „The Thanatos Guild“ (c) The CW
Die aktuelle sechste Staffel von Arrow ist nicht die stärkste der DC-Serie von The CW. Die Rückkehr von Roy Harper (Colton Haynes) nutzen die Autoren aber, um Thea Queen (Willa Holland) endlich wieder etwas zu tun zu geben, so dass sie nicht ständig in den gleichen Storylines festhängen muss. Allerdings deutet alles auf einen Abschied für immer hin. Das „Wie?“ steht in The Thanatos Guild im Mittelpunkt.
Die Sünden des Vaters
Zunächst werden wir daran erinnert, dass Thea vor vier Jahren den Kontakt zu ihrem leiblichen Vater Malcolm Merlyn (John Barrowman) intensiviert und darum gebeten hatte, dass er sie stärker und unabhängiger, aber auch rücksichtsloser machen soll. Es folgte ihre Zeit als Speedy, die ihren blutigen Höhepunkt in einer Blutlust hatte, die nur schwer zu besänftigen war. In der Gegenwart hat sie ihre Zeit im Kostüm hinter sich gelassen und arbeitet für Oliver (Stephen Amell) im Bürgermeisteramt. Nachdem ihr Freund Roy zurückgekehrt ist und aus den Fängen von Diaz befreit wurde, steht die Entscheidung fest, ein gemeinsames neues Leben zu beginnen, was auch in der Episode gefeiert wird. Doch eine gewisse Athena (Kyra Zagorsky) sucht Thea heim und trachtet nach dem Leben der Erbin des Dämons Ra's al Ghul (Malcolm Merlyn). Glücklicherweise ist Nyssa al Ghul (Katrina Law) - ihres Zeichens Tochter vom vorherigen Ra's al Ghul (Matt Nable) nicht weit und legt sich mit der Frau an, die Teil eines neuen Ordens namens Thanatos Guild ist. Deren Ziel ist es, eine Karte beziehungsweise ein Artefakt, das zu einem besonderen Schatz führen soll, zu finden. Thea muss sich entscheiden, ob sie sich einmischt oder mit Roy neu durchstartet.
Eigentlich möchte sie in Ruhe gelassen werden und alles, was mit ihrem Vater zu tun hat, hinter sich lassen. Aber Nyssas Anwesenheit und ihre Ruhelosigkeit selbst nach dem Tod ihres Vaters sorgen dafür, dass sie es sich anders überlegt und zusammen mit dem Arrow-Team nach der Karte sucht. Roy weiß derweil nicht so recht, was er von Theas Zick-Zack-Kurs halten soll, sagt aber auch früh schon, dass es nicht wichtig ist, wohin die beiden gehen, sondern, dass ihre Zukunft in der Zweisamkeit besteht. Oliver steht als Bruder hinter ihr und ihrem Glück, auch wenn er es nicht lassen kann, Roy einzuschüchtern und deutlich macht, dass er ihm wieder einen Pfeil verpassen würde, wenn er auch nur auf den Gedanken kommt, das Herz seiner kleinen Schwester zu brechen.
Dirty Cops
Quentin (Paul Blackthorne) und Diggle (David Ramsey) sprechen kurz über Laurel, die diesmal allerdings nicht vorkommt, sowie die geheime Recherche zu den geschmierten Polizisten der SCPD. Dinah (Juliana Harkavy) arbeitet hierbei eng mit Curtis (Echo Kellum) zusammen, wobei sie bereits einige Kandidaten enttarnt haben. Curtis nutzt die Gunst der Stunde, um auf Partnersuche zu gehen und findet einen Gesetzeshüter, in den er sich spontan zu verlieben scheint. Bei Dinah schrillen derweil im Fall von Captain Hill die Alarmglocken, als ihre Vorgesetzte sich in einen kleinen Drogenfall einmischt und übernehmen möchte. Dinah möchte den Beweis mitnehmen, wird aber von ihr zurechtgewiesen. Später brechen Curtis und Dinah in der Asservatenkammer ein, in der nicht nur der flirty Cop auftaucht, sondern Dinah besagte Probe findet, mit der man prüfen möchte, was Hill damit zu tun hat. Die Analyse ergibt zwar, dass es sich um Vertigo handelt, womit Diaz eigentlich nicht handelt, aber später scheint sich das als große Enthüllung zu bestätigen. Hill landet auf der immer länger werdenden Liste der schmutzigen Cops, während Curtis ein Date mit seinem Schwarm ausmacht.
In der Storyline erfahren wir außerdem, dass Rene (Rick Gonzalez) in die Reha muss und Curtis sich derweil um seine Tochter kümmert. Die Storyline des B-Teams nimmt in etwa die Zeit weg, die zuvor die Flashbacks gefüllt haben, immerhin aber arbeiten die Autoren hier der großen Storyline zu, so dass es keine absolute Screentime-Verschwendung ist. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass man die Figuren nur etwas bestätigen lässt, was die Zuschauer sowieso schon lange wissen. Womöglich ist es aber auch nur einer der altbekannten „Arrow“-Twists, bei denen sich herausstellt, dass der Captain doch irgendwie unschuldig/undercover ist, während Curtis' Date doch nicht so unschuldig ist, wie die Recherche vermuten lässt. Mal sehen...
Töchter des Dämons

Um zu erfahren, was es mit der Karte auf sich hat, die Athena und ihre Gilde suchen, kontaktieren Nyssa und Thea eine Person, der es einst gelungen ist, sich dem Einfluss der League of Assassins zu entziehen und die Thea mit einer Information zum Standort des Artefakts versorgt. Zusammen mit dem Team geht also die Suche los - und Athena und Co sind nicht weit, das Versteck jedoch mit Fallen gespickt. Dem Team gelingt die Flucht mit einem Würfel. Doch, wie man diesen öffnet, ist kompliziert. Zurück in der Arrow-Höhle bietet Nyssa an, ihr Versprechen zu halten und das Rätsel alleine zu lösen. Thea ändert schlagartig jedoch ihre Meinung und will ihr helfen und das Mysterium entschlüsseln. Nyssa glaubt, dass man für die Lösung die besten Mathematiker der Welt braucht. Als Thea dann Felicity ins Spiel bringt, ist der erste Impuls die Augen zu verdrehen, wobei die Serie oft genug ihre übermenschlichen Codeknacker-Eigenschaften demonstriert hat und man das nach sechs Staffeln vielleicht einfach hinnehmen sollte. Immerhin gelingt ihr nicht die sofortige Lösung, aber der Lösungsweg stammt von ihr. Der 18-Zeichen-Code basiert auf der Fibonacci-Folge, bei der die Summe zweier Zahlen die nächste Zahl ergibt. Eine Hürde stellen die beiden Startzahlen dar, die jedoch schnell mit dem Gründungsjahr der League of Assassins und dem Geburtstag von Malcolm (10/13) übereinstimmen.
Schnitzeljagd

Der Schnitzeljagd-Aspekt der Folge macht Spaß. Denn nachdem der Code geknackt ist, befindet sich ein leerer Zettel darin, wobei auch der gute alte Feuertrick nicht weiterhilft - auch nicht ein 3D-Scan von Felicity. Zudem wird die Episode durchzogen von einigen trocken-witzigen Sprüchen von Nyssa. Oliver nennt sie weiterhin ständig ihren husband, wobei sie bemerkt, wie unangenehm Felicity und Oliver das finden, während sie Felicity beim Rätsellösen nicht von der Pelle rückt und sie genüsslich sister wife nennt, wobei ich herzlich lachen musste. Insgesamt finde ich die Anwesenheit von Nyssa und Roy erfrischend, um die Dynamik mal wieder etwas durchzumischen. Theas Gemütslage folgt einem Auf und Ab und sie selbst weiß erst am Ende der ganze Reise, was sie möchte.
Bei der erneuten Konfrontation mit Athena kommt heraus, dass ihr Blut den Inhalt der Karte zeigen kann. Die Karte zeigt dann das Versteck von drei neuen oder geheimen Lazarus-Gruben, die in den falschen Händen zur Gefahr werden könnten, weswegen Nyssa die alten zerstört hatte, nachdem Exfreundin Sara (Caity Lotz) darin badete, und auch Thea hat schon unangenehme Erfahrungen damit gesammelt. Thea will nun zusammen mit der Schwester im Geiste ihrer Verantwortung folgen und sich darum kümmern.
Mit Roy versuchen die Autoren clever zu sein und ihn immer wieder hinterfragend einzubringen. Er hat es satt, vor etwas wegzurennen und will lieber aktiv auf etwas hinarbeiten. Dabei finden sie aber im Endeffekt doch das Gleichgewicht. Denn zunächst wirkt es so, als wäre er bereit zum Absprung und zum erneuten Rückzug, eigentlich aber will er Thea bei allem unterstützen, was sie vorhat. Nun ist er also dabei, zusammen mit Nyssa die Gruben zu finden und unschädlich zu machen. Thea ist also bereit für eine neue Mission, erfährt von Oliver aber, warum er sich umentschieden hat und wieder zu Green Arrow wurde. Ursprünglich wollte er die Rolle aufgeben, um ein besserer Vater für William zu sein. Weil sein Sohn diese Rolle jedoch inzwischen akzeptiert und sogar bewundert, will er ihr wieder gerecht werden. Dass er dabei sein Versprechen Diggle gegenüber bricht, nimmt er als Problem wahr, was er zunächst damit begründet, dass eine Person alleine nicht dem ressourcenreichen Diaz gewachsen ist.
Es liegt auf der Hand, dass dieser Konflikt noch nicht gelöst ist und wahrscheinlich für Stress sorgen wird. Theas letzter Rat, bevor sie geht, ist also, dass sie das klären müssen. Damit sieht es stark danach aus, als würde hiermit ihr Ausstieg aus der Serie besiegelt sein. Gastauftritte sind wegen ihrer Mission nicht gänzlich ausgeschlossen, aber als feste Darstellerin, die in den letzten Staffeln ohnehin nur noch in begrenzter Kapazität da war, war es das dann wohl. Auf Wiedersehen, Speedy! Nyssa erklärt außerdem endlich die Ehe von ihr und Oliver für annulliert und überreicht ihm feierlich einen kleinen Dolch als Zeichen dessen.
Fazit

Für mich gehört The Thanatos Guild zu einer der stärksten Folgen der Staffel, da ich das Rätselraten um die Karte, den Einsatz von Nyssa, Thea und Roy und auch die Action an sich sich gut finde. Dass Willa Holland aussteigt, ist schade, aber wahrscheinlich nur der logische Schluss, weil entweder sie keine Lust mehr hatte oder die Autoren keine Ideen mehr für ihre Figur hatten.
Die staffelübergreifende Handlung hängt derweil wieder an einem typischen Zeitpunkt im letzten Drittel einer jeden Staffel fest, an dem die Autoren Zeit schinden. Diesmal ist der big bad und dessen Plan allerdings noch völlig unterentwickelt. Einen Drogenplot hatten wir in der Serie auch schon zur Genüge, ob nun Mirakuru, Diggle, Roy oder Thea. Darum bin ich nur vorsichtig optimistisch, was diesen Teil der Serie angeht.
Trailer zur Episode Brothers in Arms (6x17) der US-Serie Arrow.
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Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 30. März 2018Arrow 6x16 Trailer
(Arrow 6x16)
Schauspieler in der Episode Arrow 6x16
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