Arrow 5x04

Die Episode Penance setzt die Themen der fünften Staffel von Arrow fort. Dabei geht es um Kontrolle und Vertrauen, den Wert von Freundschaft und Familie, aber auch Buße und Vergebung.
Das neue Team mit Wild Dog (Rick Gonzalez), Mr. Terrific (Echo Kellum) und Artemis (Madison McLaughlin) ist momentan allerdings um ein Mitglied ärmer, denn Rory aka Ragman (Joe Dinicol) kann nach Felicitys (Emily Bett Rickards) Offenbarung bezüglich seiner Heimat nicht mehr Teil des Teams sein. Darunter leidet wohl auch die Teamharmonie, aber es liegt schlicht und einfach an Wild Dog, der keine Befehle befolgen kann.
Nachdem Oliver persönlich von Rorys Absichten hört, bleibt kaum Zeit das zu besprechen, denn schon steht Lyla (Audrey Marie Anderson) auf der Matte und möchte die Operation „Diggles Prison Break“ anpacken. Felicity legt ihr Veto ein, weil sie befürchtet, dass Diggle dann als Ausbrecher gilt und erfährt außerdem bald, dass er selbst gar nicht raus möchte. Doch Oliver will verhindern, dass er seine junge Familie im Stich lässt.
Somit fahren Lyla und Oliver mit dem Plan fort, für den sie aber eine neue Erfindung aus den PalmerLabs brauchen, die Oliver dort später klaut.
Olivers Alleingang

Zuvor allerdings bedankt sich District Attorney Adrian Chase (Josh Segarra) für die Ablieferung eines Verbrechers. Gemeinsam mit Quentin (Paul Blackthorne) soll nun ein Gadget in die Asservatenkammer gebracht werden, was sich aber als Falle entpuppt, damit Church (Chad Coleman) dort Waffen stehlen kann. Er hinterlässt außerdem noch ein paar Granaten als Fluchtgeschenk.
Oliver zieht seinen Plan unbeeindruckt durch, wird aber auf Felicitys Geheiß noch kurz von seinem Team-Nachwuchs abgefangen, der jedoch, wenn Oliver ernst macht, bisher nicht den Hauch einer Chance hat. Merkwürdigerweise lässt Felicity die drei auch ziemlich ins offene Messer laufen. Sie müsste wissen, dass Oliver sie noch einhändig besiegen könnte. Die größte Kritik kommt auch von Curtis, allerdings erst, nachdem sie ordentlich auf die Mütze bekommen haben.
Felicity wirkt in dieser Episode wie eine Tagesmutti für die Nachwuchshelden und dazu keine besonders gute. Denn mit ihrer Erfahrung müsste sie Gefahrenpotentiale eigentlich besser abschätzen könnten, als sie es hier mehrfach demonstriert. Vielleicht ist sie aber auch wegen der Havenbrook-Sache rund um Rory abgelenkt.
Denn ohne ihn UND Oliver scheint das Team bei der Mission, die durch Thea (Willa Holland) und Quentin präsentiert wird, auf verlorenem Posten zu stehen.
Vergeben und vergessen?

Felicity findet nicht nur mühelos Rorys Adresse heraus, sondern auch Informationen zur Familientradition des Ragmankostüms (was schon seit Generationen weitergereicht wird) sowie zu Rorys künstlerischem Hobby. Er braucht zwar weiterhin etwas Distanz, taucht dann aber zufällig später doch im perfekten Moment auf, nachdem die drei mit Blessuren wiederkommen.
DA Adrian Chase verhört einen Verdächtigen um hinter Churchs Pläne zu kommen, wobei kurz eine Anspielung auf sein Comic-Alter Ego Vigilante gemacht wird. Ob wir ihn im Kostüm sehen oder nicht, wissen wir aktuell noch nicht. Für einen Moment wirkt es aber fast so, als wolle er die harten Bandagen auspacken. Doch dazu kommt es nicht, weil Church und seine Mannen erscheinen und der DA in Lebensgefahr gerät. Genau zum richtigen Zeitpunkt taucht also Ragman auf, um dem Rest des Team Zugang zu verschaffen und auch einige Kugeln zu absorbieren. Alle schafft er aber nicht, denn Curtis wird von einer getroffen. Wieder einmal finde ich seine Szenen dabei am sehenswertesten in der Folge, auch weil mir das Maß seiner Kräfte noch nicht ganz bekannt ist. Unsicher bin ich mir außerdem, ob seine überfreundliche Art nicht nur eine Maske ist und seine furchtbare Rache doch irgendwann folgt. Ich verabschiede mich erst von dem Gedanken, dass er Prometheus sein könnte, wenn beide in der gleichen Szene zu sehen sind.
Während der verletzte Curtis fortgeschafft wird, will sich der ungestüme Rene dem Gangster Tobias Church entgegenstellen. Der aber holt seinen Schlagring raus, verprügelt den jungen Helden ordentlich und entführt ihn anschließend. Zwar kommt Quentin mit einem Fluchtwagen, doch für eine Rettung scheint keine Zeit, wenn Curtis in Gefahr schwebt.
Ragman verzeiht Felicity später tatsächlich und will sich nicht von Vergangenem konsumieren lassen. Dann kann diese teils nervige Storyline vielleicht auch abgeschlossen werden. Es sei denn, es kommt noch ein Twist. Wild Dog darf sich hingegen auf eine Abreibung von Church gefasst machen, der ihn schon einmal mit Elektroschocks bearbeitet und vorhat, ihn zu brechen.
Freiheit für Diggle

Lyla und Oliver kümmern sich um Diggles Befreiung und müssen Oliver dazu erst einmal per Wäschewagen hinein bekommen. Doch unerwarteterweise ist Diggle gar nicht in seiner Zelle, also muss eine Ablenkung her, sodass die Insassen wieder zurücktransportiert werden. Tatsächlich dreht sich die Argumentation im Kreis, weil Diggle wieder meint, wegen seines Bruders Buße tun zu müssen, Oliver findet, dass er dies aber auch als Spartan machen kann. Dabei lässt er das geltende Rechtssystem einfach außer Acht - und das als Bürgermeister. Wäre die bessere Vorgehensweise vor dem Bruch nicht, dass man versucht, seine Unschuld zu beweisen und die wirklichen Täter zu überführen? Aber irgendwie kommen die Figuren da nicht drauf. Außerdem gibt es wenig, was an diesem Handlungsstrang begeistert oder unterhält. Alles läuft nach Schema F oder Argumente werden zum xten Mal wiederholt. Da ändert auch das stark ätzende Wundermittel nichts, das vorher geklaut wird und die Flucht vereinfacht.
Als die beiden umstellt werden und Lyla irgendwoher einen Flieger organisiert hat, der Diggle und Oliver dann wegschafft, spielen Logik und Gesetze der Physik auch keinerlei Rolle mehr. Dafür sieht das Ganze umso lächerlicher aus.
Now we trust you
Im Flashback gibt Anatoly (David Nykl) Oliver einen Hinweis zu einem Kontaktmann von Kovar, dafür muss er allerdings - wie das der Zufall so will - in den Knast. Dazu muss er sich wie ein betrunkener Idiot aufführen und kommt bequemerweise in das gleiche Gefängnis wie seine Zielperson. Er wäscht Geld für ihn und ist somit die bisher heißeste Spur zu ihm, dabei benutzt er für die Kontaktaufnahme das Darkweb und verrät Oliver die IP-Adresse, was dieser auch prompt mit dem Mord an ihm erwidert. Davor musste er nur seine Familie als Druckmittel verwenden. Bratva-Oliver geht jedenfalls über Leichen und besteht somit den dritten und finalen Test, der ihm nun die Mitgliedschaft sichert. Denn wenn er der Bratva vertraut, kann auch die Bratva ihm vertrauen.
Wir werden sehen, was das für den weiteren Verlauf bedeutet und ob und wann Olivers Gewissen sich wieder zu Wort meldet. Diesmal wirkte das Flashback zu sehr gewollt und das Geständnis auch zu schnell erzielt. Insgesamt finde ich beide Gefängnisteile eher ausreichend als befriedigend.
Fazit

Penance ist in meinen Augen keine besonders runde Folge. Abgesehen davon, dass Curtis und Church vielleicht den Stuntman wechseln sollten, wenn es nicht ohnehin schon der gleiche ist, den man in den Kämpfen sieht, überzeugt mich keine der Storylines wirklich und da kann auch die Action keinen Ausgleich bieten, weil sie mich diesmal leider auch nicht abholen konnte.
Manche Figuren verhalten sich noch fragwürdiger als sonst (Felicitys Aufhalteversuch mit dem Team oder der Plan, Diggle zu befreien ohne über die Folgen nachzudenken) und Spannung wollte auch nicht aufkommen. Das geht deutlich besser, liebe Autoren.
Serientrailer zur Episode Human Target der Serie Arrow (5x05):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 27. Oktober 2016Arrow 5x04 Trailer
(Arrow 5x04)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?