Arrow 4x21

Der Rubicon ist überschritten in der Arrow-Episode Monument Point. In Russland herrscht Alarmstimmung, weil eine Atombombe droht hochzugehen. Die Anwesenden sind sich allerdings nicht sicher, ob es vielleicht eine Übung oder gar nur ein Scherz sein könnte. Der Rest der Welt hat anfangs noch 21 Stunden Zeit, ehe der nukleare Holocaust womöglich ihr Leben beendet. Und Felicity (Emily Bett Rickards) kann ausnahmsweise nicht innerhalb von Sekunden die Lösung herbeihacken. Allerdings meint sie, dass Ihr Vater Noah Kuttler aka Calculator (Tom Amandes) der richtige Fachmann für den Job wäre. Den muss man allerdings erst einmal finden, denn im Gefängnis ist er nicht mehr.
Wie nötig die Hilfe ist, merkt man daran, dass Felicity ihre Wut auf ihn beiseite schiebt. Auch Oliver (Stephen Amell) und Diggle (David Ramsey) sehen ein, dass auch schon eine einzige Bombe die Macht von Damien Darhk (Neal McDonough) immens steigern würde.
Das Arrow-Team ist allerdings nicht allein bei seiner Suche: Auch Darhk will den begabten Computer-Manipulator finden und aus dem Verkehr ziehen. Dafür hat er sich gar die Dienste der verrückten Killer Brick (Vinnie Jones) und Murmur gesichert. Felicity hat ihren Vater zwar kurzzeitig im Auge, doch bevor die Schurken bei ihm ankommen, kann er sich aus dem Staub machen.
Job oder Vermächtnis der Tochter?
Quentin (Paul Blackthorne) hat Besuch von seiner Lebensabschnittsgefährtin Donna (Charlotte Ross). Mit ihr bespricht er eine Verfügung, die ihm seinen Job wiedergeben könnte, wenn er leugnet, dass er von Laurels Aktivitäten als Black Canary weiß. Quentin erwägt dies, weil er mit einer Notlüge leben könnte; doch Donna spricht aus Erfahrung, dass aus solchen vermeintlich kleinen Wahrheitsverschiebungen schnell Ärger entstehen kann.
Ihr Ex Noah hat es mit der Wahrheit nicht so genau genommen und wurde dann zum Verbrecher. Davor will sie Quentin bewahren und tut das mit Erfolg. Später ändert er die Aussage des Schreibens so um, dass er sogar stolz auf die maskierten Abenteuer seiner Tochter ist, auch wenn ihn das den Job kosten könnte.
Firma, Vater oder Weltuntergang?

Donna ist auch bei Noah eine gute Hilfe, denn Felicity bestellt sie in die Firma, um mehr über eine Spur namens Ravenspur zu erfahren (ein Telefonat reicht wohl nicht). Dabei handelt es sich um eine Liebeshütte ihrer Eltern, wo sie früher immer abtauchten und eventuell sogar ihre gemeinsame Tochter gezeugt haben. Informationen, die Felicity eigentlich gar nicht haben wollte, bis auf die Tatsache, dass davon kaum sonst jemand weiß. Während Felicity immer wieder Vorträge hält, dass Oliver Geheimnisse vor ihr verbirgt, tut sie ähnliches auch bei Mutter Donna, unter dem Deckmantel, dass man sie wohl schützen möchte. Eine gewisse Doppelmoral lässt sich aber schwer leugnen.
Diggle und Green Arrow finden Noah auch an besagtem Rückzugsort vor und können ihn vor Brick und Co retten. Er ist bereit auszuhelfen und das ohne lange Diskussionen oder Widerworte, denn er mag zwar ein Krimineller sein, aber kein Monster und verlangt als Gegenleistung „nur“ den Quantum-Prozessor, der bei Palmer entwickelt wurde.
Felicity schiebt derweil ein wichtiges Meeting mit der Geschäftsführung auf die lange Bank, weil natürlich die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht. Das gefällt dem Vorstandsmitglied aber gar nicht und man lässt sie von ihrer Position entbinden, sprich: feuern. Deswegen kommt sie auch nicht ohne weiteres an den Prozessor heran und es muss ein alternativer Plan her.
Der große Bruch
Warum Felicity nicht den eingeweihten Curtis fragt, ob er behilflich sein kann, haben die Autoren dieser Folge der Dramatik wegen wohl unter den Tisch fallen lassen. Stattdessen müssen Ollie, Noah und Felicity selbst einbrechen und den Prozessor entwenden, während Diggle Overwatch spielt.
Dabei ergibt sich eine nette kleine Parallele zwischen den Doppelleben von Oliver und Noah, wobei letzterer schnell merkt, dass Ollie Green Arrow sein muss. Oliver kümmert sich um die Wachen, während die beiden Hacksperten das Gerät suchen. Zuvor aber müssen sie einige Sicherheitsmaßnahmen auf mehr oder minder legale Weise überwinden und im Endeffekt Noahs Klongerät - bekannt durch sein Arrow-Debüt - nutzen, um zumindest 90 Prozent der Baupläne sichern zu können. Als Fluchtfahrer wird auch noch Quentin involviert, denn jede Hilfe ist willkommen. Immerhin sind bald nur noch zwei Stunden übrig, bis es nuklearen Fallout regnen könnte.
Felicitys Vater ist seiner Tochter gar nicht so unähnlich, auch wenn sie das natürlich nicht zugeben will: Beide brabbeln, ohne dass sie jemand fragt, zu den unpassendsten Gelegenheiten und fühlen sich ziemlich überlegen bei dem, was sie machen.
Green Arrow persönlich schaut ihm dann bei seiner Arbeit zu, wobei Calculator hier einige Gemeinsamkeiten zwischen ihm und sich feststellt. So richtig vertiefen können sie das Gespräch nicht, denn die Männer von Hive stehen wegen eines eingebauten Alarms bald auf der Matte. Natürlich kommt es zum Kampf zwischen GA und Brick sowie Spartan aka Diggle und den anderen Angreifern mitsamt Murmur. Dabei kann Oliver Brick ganz schön zusetzen und womöglich auch den Arm brechen; damit hatten Diggle und die Mädels bei seiner Abwesenheit sehr viel größere Probleme. Der Ziegelschädel darf zwar vorher in der Episode auch seinen alten Waffentrick bei Noah anwenden, hat aber sonst reichlich wenig zu tun. Das ist ein wenig schade, weil mir der Darsteller sympathisch ist.
Auch Lyla verstärkt das Team; allerdings wird die Zeit immer knapper. Felicity und Noah werden knapp drei Minuten vor dem Countdownende noch von Murmur verletzt. Mit Mühe und Not können sie die meisten Sprengköpfe in Schach halten - bis auf einen, nämlich den vom Anfang in Russland, der auf Monument Point zusteuert und sich nicht mehr kontrollieren lässt. Lyla gibt bereits den Befehl zur Evakuierung, doch Verluste lassen sich kaum vermeiden. Felicity hat eine Idee, die auf einem Scherz basiert und kann die GPS-Koordinaten auf ein weniger belebtes Städtchen umleiten. Dabei kommen dann nur einige zehntausend Menschen statt Millionen davon ums Leben. Dennoch macht sich Felicity natürlich einen Kopf, weil es trotz der Zusammenarbeit mit ihrem Vater so viele Verluste gab.
Wie Oliver und Diggle bald erfahren, reicht das aber, um Darhk mit extremer Macht auszustatten, die dämonisch gelb leuchtet. Wie kann man ihn jetzt noch aufhalten?
Thea under the dome

Thea (Willa Holland) hat ihren Aufenthalt under the dome tatsächlich ihrem Vater zu verdanken, der inzwischen auch eine neue mechanische Hand hat. Sie ist genervt, wie vorhersehbar ihr Vater agiert, wenn er schon wieder betont, dass er alles nur zu ihrem Schutz tut. Allerdings ist Merlyn von Darhks Plan begeistert, der, wie er selbst sagt, dem seinen rund um die Glades aus Staffel 1 gar nicht so unähnlich ist - nur eben sehr viel größer und ambitionierter. Ist das ein Meta-Eingeständnis der Autoren, die wissen, dass sie sich gerne zum Ende der Staffel ähnlicher Muster bedienen?
Thea möchte Alex sehen; doch bevor das möglich ist, müssen sie und Merlyn sich erst einmal um Anarky aka Lonnie Machin (Alexander Calvert) kümmern, der irgendwie Zutritt zum Fake-Paradies bekommen hat. Der Eigenbrötler schaltet nicht nur einige Wachmänner aus, sondern will auch überlebenswichtige Anlagen in die Luft sprengen und Rache an Darhk üben. Thea gibt sich ihm ohne Kostüm zu erkennen und sorgt somit dafür, dass Alex in Gefahr gerät: Denn Lonnie schockt und verprügelt ihn nach Herzenslust, ehe sie ihm Einhalt gebieten kann.

Immerhin hat der Konflikt zwischen Thea und Lonnie einen interessanten Ansatz. Er gibt ihr zu denken, warum es bei ihr immer nur um die Männer in ihrem Leben geht: Ollie, Merlyn, Roy, der League-of-Assassins-DJ und Alex. Er will sie befreien, möchte das Potential der Queen (oder doch Kween?) in ihr wecken, sie emanzipieren. Doch dieses Verlangen sollte schon aus ihr selbst heraus kommen und nicht auf Veranlassung eines anderen Mannes, der sie manipuliert. Alex hat sich auch als Enttäuschung herausgestellt, da er sich manipulieren ließ. Man kann gespannt sein, ob daraus noch etwas folgt. Etwa eine Abrechnung mit dem Vater oder ein kleines Päuschen vom Team?
Could it be magic?
Im Flashback geht der mühselige und langatmige Kampf gegen Reiter im Schneckentempo weiter. Ein Flugzeug könnte das Fluchtinstrument von der Insel sein. Reiter lebt trotz Olivers Annahme immer noch und sendet sogar Verstärkung. Oliver will die Sache beendet wissen, was bedeutet, ihn zu töten. Doch die Magie und das Totem, das mit der Totenenergie gestärkt wird, sorgt dafür, dass dies schwierig ist. Selbst ein gezielter Messerstich hat kaum einen Effekt.
Wie bei Damien Darhk steigt Reiters Kraft durch seine Morde nur an. Taiana (Elysia Rotaru) rettet Oliver wieder einmal das Leben. Sie denken, dass es damit getan sei, das Totem von ihm zu trennen, indem sie damit wegläuft. Doch das Artefakt selbst scheint von den Menschen in seiner Nähe Besitz zu ergreifen, weswegen bald ihre Augen gelb glühen. Ein Bild, das wir schon in der letzten Episode in Olivers Magie-Test gesehen haben. Wird Oliver jetzt sie töten müssen? Who cares?!
Fazit

Die Arrow-Episode Monument Point macht ein paar Dinge, die man auch hätte anders lösen können, nur um gewisse Momente zu schaffen: der Einbruch in PalmerTech etwa, der zwar durch den Zeitdruck erklärt wird, aber auch mit Curtis Hilfe hätte vermieden werden können. Die Flashbacks, die niemanden interessieren und weiterhin nicht zum Punkt kommen. Die Geschichte rund um Thea, die irgendwie auch nur Zeit schindet, bis wir zum großen Finale kommen. Das Wiedersehen mit Brick, das verschenkt wirkt.
Da gefällt mir am besten noch ein eher kleiner Moment, nämlich der zwischen Quentin und Donna, wo Laurel still und heimlich auf nette Weise eine kleine Würdigung erhält.
Nun ist also tatsächlich eine Atombombe hochgegangen mitten in den USA. Ob und, wenn ja, was für Auswirkungen das auf das politische Gefüge haben wird, lässt sich noch nicht erahnen. Dazu kommt, dass Darhk nun wieder unglaublich mächtig wird. Aber vielleicht hat ja Felicity durch die Kraft der Hoffnung am Ende eine Wunderwaffe parat. Oder alle halten sich wie bei „Guardians of the Galaxy“ an den Händen oder bündeln wie bei Captain Planet ihre Kräfte. Oder Constantine erscheint aus dem Nichts. Es scheint, als sei alles möglich. Ich weiß momentan nicht so recht, wohin das Ganze noch gehen soll und bin mir wie schon lange nicht mehr sicher, ob ich wirklich darauf brenne es zu erfahren.
Trailer zur nächsten Episode, Lost in the Flood (4x22), der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 12. Mai 2016Arrow 4x21 Trailer
(Arrow 4x21)
Schauspieler in der Episode Arrow 4x21
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?