Arrow 4x08

Die Arrow-Episode Legends of Yesterday setzt das Crossover mit The Flash fort. Was dort passiert ist, könnt Ihr natĂŒrlich im Review zu „Legends of Today“ nachlesen. Wie schon im letzten Jahr macht das Crossover insgesamt unglaublich Laune, wobei der Flash-Teil meist den lockeren Ton haben darf.
Im Zentrum stehen Kendra Sanders (Ciara Renee) und Carter Hall (Falk Hentschel), die seit 4000 Jahren als Falkenkrieger/-priester immer wieder wiedergeboren werden und dabei von Vandal Savage (Casper Crump) gejagt und mit RegelmĂ€Ăigkeit ĂŒber 200 Mal getötet wurden. Wieder einmal hat es der unsterbliche Savage auf die beiden abgesehen, doch diesmal kriegt er es mit der geballten Hirn- und Muskelkraft aus Central und Star City zu tun.
Um einen Plan auszuklĂŒgeln, verschlĂ€gt es die Gruppe zunĂ€chst in ein Farmhaus, was wunderbar von Thea (Willa Holland) auf einer Metaebene mit „The Avengers 2: Age of Ultron“ in Verbindung gebracht wird. Savage zieht seine Macht aus dem „Staff of Horus“, gegen den eine Lösung her muss - also wird gegoogelt, Argus befragt und von der Geek Squad nach einer Lösung geforscht.
Um ein Haar...
Oliver (Stephen Amell) geht derweil einer privaten Angelegenheit nach. Denn bei seinem Aufenthalt in Central City sieht er Samantha (Anna Hopkins) mit einem kleinen Jungen, der genau in dem Alter sein sollte wie das Kind der beiden, dass sie angeblich verloren hatte. Also schaut er unangemeldet vorbei und sammelt eine Haarprobe fĂŒr einen spĂ€teren DNA-Test. Barry (Grant Gustin) stellt fest, dass Oliver der Vater ist, was kurz darauf auch Felicity (Emily Bett Rickards) erfĂ€hrt. Als sie Oliver danach befragt, lĂŒgt er sie an. Es ist also nicht unbedingt der Fakt, dass er ein Kind hat, der sie sauer macht, sondern vielmehr das fehlende Vertrauen und die LĂŒgen, die dazu fĂŒhren, dass die Beziehung (zumindest kurzzeitig) zerbricht.
The Spirit of the Hawk

Kendra steht ebenfalls unter Druck, denn stĂ€ndig kriegt sie von Carter zu hören, was sie tun können soll und wie es in einem vormaligen Leben war. Immerhin kann er sich an viele der vorherigen Versuche noch erinnern. Cisco (Carlos Valdes) ist derweil leider das fĂŒnfte Rad am Wagen, derjenige, der nun einige Wochen auf Dates mit ihr gegangen ist und GefĂŒhle fĂŒr sie empfindet - was eigentlich auch andersherum der Fall ist. Auch deswegen fĂ€llt es ihr schwer, ihre KrĂ€fte als Hawkgirl zu aktivieren, selbst wenn das Schicksal der Menschheit dabei auf dem Spiel steht.
Malcolm (John Barrowman) beruft derweil ein Meeting zwischen Savage, Flash, Arrow und sich selbst ein und scheint sich tatsĂ€chlich vor dem mysteriösen Gegner zu fĂŒrchten, weil wenig Konkretes ĂŒber ihn bekannt ist, sich aber viele Legenden um ihn ranken. Er selbst meint, dass er Robin Hood den Umgang mit dem Bogen beigebracht habe und er ihn dafĂŒr wie Schmerz toleriert. Seine Forderung ist klar: Er will die Hawks binnen 24 Stunden haben oder er legt beide StĂ€dte in Schutt und Asche. Warum er das will, ist ebenfalls ĂŒberliefert: Bei jedem Tod der beiden wird er immer stĂ€rker und auch eine gewisse Obsession gegenĂŒber Hawkgirl spielt mit in seinen Wahnsinn hinein. Oliver ist kampfbereit und will weiterhin eine Lösung forcieren. Malcolm spielt dabei die Stimme der Vernunft oder zumindest den besorgten Vater, denn er droht Rache an, wenn Thea etwas zustoĂen sollte.
Barry ahnt derweil, dass etwas Schlimmes passieren könnte, weil er einen Zeitreisegeist seiner selbst neben sich Laufen sieht, was in der Vergangenheit bereits einmal passiert war, als eine groĂe Tragödie geschah. Carter meint, dass in der Vergangenheit teilweise Millionen Menschen gestorben sind, was Kendra weiter an sich zweifeln lĂ€sst.
Wie stoppt man einen Unsterblichen?

ZunĂ€chst glaubt das Team, dass Kendra der SchlĂŒssel fĂŒr den Sieg gegen Savage ist, doch noch immer gelingt es ihr nicht, ihre KrĂ€fte zu manifestieren, wenn es nötig ist. Laut Carter ist Wut der SchlĂŒssel dazu, doch vielleicht kennt er sie trotz ĂŒber 200 Leben doch nicht so gut, wie er denkt.
Laurel (Katie Cassidy) und Diggle (David Ramsey) prĂ€sentieren derweil eine Betamax-Aufzeichnung, die von einem Vandal-Savager-Forscher im Jahr 1975 aufgenommen wurde und gewisse Objekte, die mit ihm verknĂŒpft sind, als diejenigen nennt, die ihm schaden könnten. Doch wie kommt man an den Stab von Horus?
Oliver ist weiterhin damit beschĂ€ftigt, dass er einen Sohn hat und das vor ihm geheim gehalten wurde. Allerdings erfĂ€hrt er, dass Moira der Mutter eine Million Dollar angeboten hat, wenn sie Ollie anlĂŒgt. Wie sich herausstellt, hat sie den Scheck allerdings nie eingelöst und möchte auch nicht, dass Oliver das Familienleben unnötig verkompliziert. Auch wenn die Storyline zunĂ€chst etwas unnötig erscheint, bauen die Autoren sie doch dramatisch geschickt ein. Zudem öffnet das die Möglichkeit, dass einer der beiden im Grab liegen könnte, das im Staffelauftakt prĂ€sentiert wurde. Wahrscheinlich wĂ€re das allerdings die Lösung, die die Zuschauer am wenigsten mitreiĂen und vergleichsweise kalt lassen wĂŒrde, da die Figuren nur eine Randrolle spielen.
Dadurch, dass Oliver nicht ganz bei der Sache ist, werden in der Taktik gegen Savage einige Fehler gemacht. So bleibt das Arrow-Team bei der Konfrontation fern, Kendra schafft es nicht, ihre Kraft zu entfesseln, beide Hawks sterben und Barry verliert den Stab. Savage behĂ€lt die Oberhand und droht, alle Helden zu töten und die Stadt zu zerstören. Nur Barry kann sich aus dem Explosionsfeld retten und in der Zeit zurĂŒckreisen. Allein fĂŒr diesen Moment lohnt es sich bereits, die Episode zu schauen und das, obwohl danach fast alles auf Anfang gesetzt wird, nĂ€mlich zum ersten Treffen zwischen Savage, Malcolm und den beiden Helden.
GlĂŒcklicherweise wird die Zeitreise nicht ĂŒberstrapaziert und nur ein- bis zweimal eingesetzt, dennoch werden dabei oft krasse Momente abgeliefert. Bei The Flash war es damals der âTodâ von Cisco und die kurze Beziehung von Flash und Iris, hier ist es das Beinaheende aller Helden, die durch Barry eine zweite Chance bekommen.

Savage als Widersacher kommt dabei in seinen zwei Auftritten jetzt schon bedrohlicher daher, als es den Autoren mit Ra's al Ghul in der dritten Staffel von Arrow je gelungen war. Das liegt in gewisser Weise vielleicht auch an der mystischen Komponente der Figur, die al Ghul aber eigentlich auch besaĂ. Allerdings ist mir Crump als Schauspieler und Bösewicht vom Fleck weg sympathischer - er wirkt fĂ€higer als Matt Nable.
Let's do the time warp again!
Zugegeben: Dass die Trennung von Felicity am möglichen Ende der Welt oder zumindest des Lebens der Helden schuld ist, wirkt hanebĂŒchen, aber dennoch funktionieren die dramatischen Konsequenzen, die das nach sich zieht, fĂŒr mich in der Folge hervorragend.
Barry sagt Ollie beim zweiten Versuch geradeaus, was passiert, wenn er sich ablenken lĂ€sst und Felicity einweiht (wobei Barry an der Originalsituation auch Schuld trĂ€gt, weil er das Ergebnisblatt hĂ€tte verschwinden lassen können). AuĂerdem sieht Oliver, dass Kendra eben doch wichtig ist und Cisco ihr dabei helfen kann, ihr Heldenschicksal anzunehmen. Statt sich auf die Wutseite zu konzentrieren, soll sie jedoch den Gegenpol zum aggressiven Carter bilden und die Priesterin in sich triggern. Genau das gelingt und sie erinnert sich an den ersten Tod durch Savage, bei dem sie ihn zumindest verletzen konnte und ein Meteoritenschauer auf sie einprasselte. Genau diese Meteoriten sind die fehlende Komponente, die Barry rasch âleihtâ, damit es in Runde zwei gehen kann. Diesmal wird auch das Arrow-Team involviert und mit mehr Teamwork und einem weniger besorgten Oliver schaffen sie es tatsĂ€chlich, Savage einzuĂ€schern.
For the first time in forever!
Es ist also wirklich zum ersten Mal ĂŒberhaupt gelungen, Savage zu besiegen - und wie! Somit können Carter und Kendra nun ein neues Leben anfangen. Der Verlierer ist dabei Cisco, der ganz richtig anmerkt, dass sie diese groĂe Liebe eigentlich gar nicht richtig zu lieben scheint. Aber es ist halt kompliziert. Dennoch bastelt der gutherzige Techniker ihr aus dem gewinnbringenden Meteoritenmaterial ein GPS-Amulett, mit dem man ihn zur Hilfe rufen kann, was sicherlich spĂ€testens bei Legends of Tomorrow irgendwann zum Einsatz kommen wird.
Apropos: FĂŒr einen kurzen Moment sieht es so aus, als hĂ€tte diese Serie keinen Schurken mehr, doch dann taucht der stets zwielichtige Malcolm erneut auf und sammelt seine Asche fĂŒr irgendein Wiederbelebungsritual („You owe me one, buddy“), das wir noch nicht zu Gesicht bekommen haben, ein. Malcolm hat wieder einmal nur einen Teil der Wahrheit erzĂ€hlt und scheint doch enger mit ihm verbandelt zu sein. Vielleicht war das mit der Angst auch gelogen... Irgendwie hatte ich erwartet, dass Damien Darhk (Neal McDonough) und er noch eine Verbindung hĂ€tten, doch der Schurke war nur im Flash-Teil kurz zu sehen.
Son of a...
Da Barry gesehen hat, was passiert, wenn Oliver Felicity von seinem Sohn erzĂ€hlt - obwohl ich noch einmal betonen möchte, dass es dabei um die LĂŒge und nicht um den Fakt der Vaterschaft geht -, rĂ€t er ihm, sie vorerst im Dunkeln zu lassen. Aus eigener Erfahrung weiĂ er jedoch, wie das ist, ohne leiblichen Vater aufzuwachsen, wobei Joe schon ein ziemlich guter Ersatz ist. Oliver versucht also, aus seinem ersten Fehler zu lernen und richtet sich dabei ganz nach den BedĂŒrfnissen der Mutter. Er akzeptiert ihre Bedingungen (niemand soll davon erfahren) und auch William glaubt zunĂ€chst, dass er nur ein Freund ist. Der kleine Superheldenfreund ist jedenfalls schwer beeindruckt, dass Oliver The Flash persönlich kennt.
Im gemeinsamen Heim, das durch Savages Auftritt noch leicht verwĂŒstet ist, unterlĂ€sst Oliver es dann doch, seiner Freundin Felicity die Wahrheit zu sagen. Doch dass das so bleibt, ist sehr unwahrscheinlich. SchlieĂlich hat sie Oliver und Barry schon vorher beschattet. Immerhin hĂ€lt die Beziehung nun schon eine halbe Staffel, was durchaus mal eine positive Abwechslung ist.
Fazit

Legends of Yesterday ist eine wunderbare Episode von Arrow, die ich im Gesamtkontext des Crossovers bewerten möchte. Die Handlung ist diesmal tatsĂ€chlich besonders stark miteinander verbunden, was mir besonders fĂŒr deutsche Zuschauer leidtut, die die Folgen irgendwann auf zwei verschiedenen Sendern und wahrscheinlich mit zeitlichem Abstand sehen mĂŒssen.
Die The Flash-Portion glĂ€nzt dabei durch ein paar humorige Elemente, wie das Instant-Barry-Outing gegenĂŒber Kendra oder den kotzenden Diggle.
Der zweite Teil fĂ€hrt dann den Dramatiklaster vor und kippt eine Ladung auf Oliver und die restlichen Figuren. Mein Highlight ist dabei ohne Frage das Schieflaufen des Plans, der zu Barrys Zeitreise fĂŒhrt. Beim eher soapigen ErzĂ€hlstrang um Olivers Kind erntet man etwas, was man in der zweiten Staffel gesĂ€t hat. Man könnte meinen, dass das in dieser ohnehin schon dramatischen Schlacht zu viel des Guten ist, konnte mich aber zumindest doch ĂŒberraschen und emotional berĂŒhren.
Von Savage und den Hawks haben wir noch lange nicht das Letzte gesehen und auch sonst hat mich dieses zweite #Flarrow-Crossover eigentlich blendend unterhalten. Nicht ganz die Topwertung, aber fast. Mit einer reinen Konzentration auf die epische Schlacht hĂ€tte ich wahrscheinlich fĂŒnf Sterne verteilt.
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 3. Dezember 2015Arrow 4x08 Trailer
(Arrow 4x08)
Schauspieler in der Episode Arrow 4x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?