Arrow 4x05

Die Arrow-Episode Haunted konfrontiert Oliver (Stephen Amell) mit einigen neuen Herausforderungen, sowohl politischer als auch persönlicher Natur. Ein von Thea (Willa Holland) angeheuerter politischer Berater namens Alex Davis (Parker Young) soll Olivers Kampagne auf Vordermann bringen. Dabei betont er, wie wichtig Image für Politiker ist und rät ihm, sich von Laurel (Katie Cassidy) zu distanzieren. Diese Entscheidung muss sich Oliver allerdings erst einmal durch den Kopf gehen lassen.
Derweil sorgt die aus Laurels Obhut entflohene Sara (Caity Lotz) für einigen Ärger. Sie greift auf offener Straße Wildfremde an, wobei natürlich später herauskommt, dass ihre Angriffe nicht wahllos sind. Davon kriegt auch die Polizei rund um Quentin Lance (Paul Blackthorne) was mit, doch Laurel will ihre Schwester vorher finden und am besten auch noch vor Oliver, dem sie nichts davon erzählt hat, dass sie wieder lebt. Doch auch das lässt sich natürlich nicht vermeiden und bei einem Angriff auf einen Club erfährt dann auch Oliver von der Wunderwiederbelebung.
Überraschend ist Olivers Reaktion, die gar nicht so heftig ausfällt, wie man es erwarten würde. Das ist also der neue, verständnisvollere und in gewisser Weise reifere Oliver, den die Autoren versprochen haben. Verärgerung ist zwar schon festzustellen, doch er gibt sich auf jeden Fall lösungs- und teamorientiert dabei. Er kann sich selbst ausmalen, warum sie wieder lebt und anhand der Erfahrung mit Thea kombinieren, dass sie nicht sie selbst ist und Blutlust verspürt. Für Felicity ist es überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit, dass man Tote wieder zum Leben erwecken kann, während Oliver bereits durch seine Zeit im Exil und natürlich auch die Metahumans aus Central City weiß, dass die Welt nicht mehr so normal ist wie noch vor einigen Jahren. Nebenbei erzählt sie Oliver auch von Rays Botschaften - tot bleibt also nicht mehr unbedingt tot in Star City.

Die Frauen, die Sara attackiert, sehen dabei verdächtig wie Thea aus, was auch zu einem Angriff in Theas Wohnung führt und in ihrem anschließenden Krankenhausaufenthalt endet. Dort kommt es zum emotionalen Streit zwischen Oliver und Laurel, bei dem Oliver sich doch wieder gewohnt selbstgerecht zeigt - zumindest in Laurels Augen. Nur am Rande geht es dabei um Saras Wiederbelebung und viel mehr um die Frage, ob Oliver sie als gleichwertig ansieht, denn bei Laurel gab es immer eine Sonderbehandlung. Sie hat nur indirekt über Arrow erfahren und wusste auch nichts über die Möglichkeit der Lazarus Grube, als Sara damals gestorben ist.
Allerdings ist der große Unterschied zwischen der Behandlung Theas und der von Sara, dass Thea nie richtig tot war. Saras animalisches Verhalten spricht hier eine deutliche Sprache und sie gibt mit ihrer von Blutlust getriebenen Suche offenbar nicht auf, bis sie Thea - ihre Killerin - umgebracht hat oder sie anderweitig gestoppt wird. Sara ist die Seele abhandengekommen und Oliver kennt glücklicherweise den Menschen, der beim Wiederbeschaffen helfen kann.
Hellblazer
Oliver lernt John Constantine (Matt Ryan) bei seinem erneuten Inselaufenthalt kennen, was diese Flashbacks endlich einmal sehenswert macht. Oliver steht nämlich kurz davor, wegen seines Kommunikationsequipment aufzufliegen und muss sich vor Baron Reiter (Jimmy Akingbola) verantworten. Doch der ist gerade mit Constantine beschäftigt, der irgendwie auf die Insel gekommen ist und per Landkarte nach Artefakten sucht.
Dabei macht John schnell klar, dass er kein gewöhnlicher Sterblicher ist und demonstriert Oliver ein wenig seine Magie. Gleichzeitig gibt er Oliver zu verstehen, dass Reiter nicht nur Drogen im Sinn hat, sondern noch viel gefährlichere Pläne verfolgt. Konkreter wird er aber auch nicht. Dafür zeigt er ihm eine magische Höhle, in der er den Orb of Horace, ein getarntes magisches Zauberbuch, findet. Dieses will er wie andere magische Objekte aus den Klauen gefährlicher Menschen, wie eben Reiter, entfernen. Oliver rettet ihm dabei das Leben vor einem Fallkäfig, den Constantine offenbar nicht bemerkt, weil er so tief in seine Magie abgetaucht ist.
Nach der erfolgreichen Mission bietet John ihm an, mit ihm abzuhauen, doch Oliver lehnt ab, weil er glaubt, er müsse seinen Auftrag erfüllen und die Zwangsarbeitet retten. Zudem transferiert der Hellblazer eines seiner Tattoos auf den Körper Olivers, was ihm als kleine Versicherung für Reiter dienen soll. Mysteriös. Endlich bewegen sich die Flashbacks einmal etwas und das Interesse steigt wieder. Diese Entwicklung kann also gerne weitergehen. Doch: Bleibt es auch ohne den Hellblazer sehenswert?
Better call Constantine

John wird also in der Gegenwart für Saras Seelenrettung eingespannt, da er Oliver vom gemeinsamen Inselabenteuer noch einen Gefallen schuldet. Bei der Prozedur in der Arrow-Cave kommt der alte britische Schwerenöter nicht umhin, ein paar plumpe Anmachen in Richtung der Damen fallen zu lassen, worauf Thea als einzige anspringt - allerdings erst, als er sich verabschiedet. Zu dritt betreten John, Oliver und Laurel also die andere Seite und kämpfen dort gegen die Seelendiebe, die sich als Assassine manifestieren. Die Darstellung des Kampfs um die Seele hat mich dabei allerdings nicht vollends überzeugen können. Da hätte ich mir eher etwas Abgedrehteres, Dämonischeres gewünscht. Stattdessen gibt es die üblichen Killer, die nach ein wenig Hilfestellung durch ein magisches Feuerzeug und Constantines Zaubersprüche ratzfatz aus dem Weg geräumt werden. Und schwups, ist Sara wieder die alte.
Für seine Hilfestellung bietet Oliver nun John eine Gegenleistung an und erfährt - wieder ziemlich kryptisch - dass mit Damien Darhk (Neal McDonough) nicht zu spaßen ist und er lieber die Stadt verlassen sollte. Die Autoren laufen Gefahr, einen altbekannten Fehler zu wiederholen und einfach zu behaupten, dass Darhk der große böse Wolf ist, ohne zu zeigen, warum das so ist. Warum genau? Gibt Constantine nicht noch eine oder zwei Zusatzinformationen zu seinem großen Widersacher?
Lernprozess
Oliver hat offenbar gelernt, dass er nicht auf diejenigen sauer sein kann, die Geheimnisse haben, weil er das in den letzten Jahren selbst am laufenden Band getan hat. Außerdem lehnt er explizit ab, sich von Laurel zu distanzieren, was sein Wahlkampfhelfer natürlich nicht gutheißt. Allerdings wird er auch bezahlt, wenn Oliver verliert. Ich will noch einmal anmerken, dass Olivers Gewinnchancen derzeit bei einhundert Prozent stehen, dann es gibt keinen Gegenkandidaten. Außer, jemand traut sich bald.
Diggle und Quentin im Team

Durchaus reizvoll ist auch das Team-up rund um Quentin und Diggle (David Ramsey). Ersterer soll in Darhks Auftrag in einer Serverfarm ein Gerät anbringen. Da er auch als Doppelagent mit Oliver unter einer Decke steckt, weiht dieser ihn in seine Mission ein. Felicity (Emily Bett Rickards) ist von der fortschrittlichen und offenbar schwer zu knackenden Technik fasziniert. Diggle soll ihm dabei zur Seite stehen und die beiden einigen sich auf eine Zusammenarbeit, da Quentin Diggle seine verzwickte Situation erläutert, da Quentin zunächst glaubte, dass Darhk der Stadt helfen könne, ehe er Laurel als Druckmittel eingesetzt hat. Seitdem verlangt Darhk immer wieder Gefallen. Diggle wiederum verrät Quentin, warum er HIVE hasst.
Beim Einsatz des Geräts, das auf dem Server Daten und Informationen zu HIVE-Geheimnissen löscht, sieht Diggle auch den Namen seines Bruders. Da der Alarm ausgelöst wird, muss Lance improvisieren und ihn kurzzeitig als Täter präsentieren. Dafür revanchiert Quentin sich, indem er bei Darhk nachbohrt und weitere Informationen zum Fall Andy Diggle herausfindet. Sogar seine Akte bringt er dabei in seinen Besitz, doch die bringt keine guten Neuigkeiten für Diggle zutage. Hatte sein Bruder eine dunkle Seite, von der er nichts wusste? Kann man Darhks Informationen vertrauen? Quentin hat sie offenbar überprüft und kann für ihre Richtigkeit bürgen. Doch ist Diggle damit zufrieden?
Wenn es das jetzt sein sollte, wäre das etwas unbefriedigend, weswegen ich mit einer Wendung rechne. Diggle und Lance als Team gefällt mir gut und auch die Tatsache, dass Team-Arrow einen Maulwurf gegen Darhk hat, von dem er nichts ahnt. Fragen muss ich mich aber, ob Quentins Angst um Laurel nicht vielleicht unbegründet ist.
Ray lebt
Die Existenz von Legends of Tomorrow ist ein zweischneidiges Schwert, wenn es um die Frage nach dem Verbleib von Ray (Brandon Routh) und anderen Figuren aus dem The CW-Serienuniversum geht. Fans und aufmerksame Leser wissen seit Monaten, dass das letzte Wort um ihn noch nicht gesprochen ist. Darum ist es nun nicht die größte Überraschung für die Zuschauer, dass seine Botschaft jetzt lautet, dass er am Leben ist.
Vielleicht geht es aber auch nicht um das „Was“, sondern um das „Wie“, welches durchaus noch eine interessante Angelegenheit werden kann. Felicity jedenfalls beschäftigt Curtis Holt (Echo Kellum) damit, die Tonaufnahme zu untersuchen. Nebenbei erfahren wir, dass Curtis mal eine Vergangenheit als Leistungssportler hatte und sogar eine Bronzemedaille in Beijing gewonnen hat. Nach zahlreichen Energydrinks schafft er es tatsächlich, die Botschaft zu entschlüsseln. Die Kompetenz von Holt übersteigt also die von Felicity noch. Das ist eine weitere willkommene Änderung, da Super-Felicity in der dritten Staffel womöglich mit wenigen Handgriffen Ähnliches erzielt hätte.
Man kann diskutieren, ob die Vorbereitung für Legends of Tomorrow nun Segen oder Fluch ist, denn durch die vollmundigen Ankündigungen und Trailer sind bestimmte Figuren einfach schon gesetzt. Dabei werden die aktuellen Staffeln von Arrow und The Flash genutzt, um das Spin-off in Stellung zu bringen. Auch wenn der Überraschungsfaktor bei Arrow darunter nun etwas leidet, stimmt der Rest der Entwicklung momentan, so dass ich mich nicht beklagen möchte.
Nicht eingeweihe Zuschauer haben wahrscheinlich etwas mehr Spaß an der ganzen Entwicklung. Ein anderes Problem ist jedoch die Frage nach der Konsequenz von Toden, denn, wenn weder Sara noch Ray tot sind, läuft man Gefahr, die emotionale Wucht eines solchen Verlustes zu verlieren. Ein guter Schritt war deswegen die Zerstörung der Lazarus-Grube. Doch nun, da auch noch Magie im Spiel ist, gibt es eine weitere Möglichkeit zur Wiederbelebung. Oder muss man sich nun davor fürchten, dass vielleicht sogar der in dieser Episode erwähnte Tommy eine Rückkehr feiert?
Fazit
Haunted ist eine solide Arrow-Episode, die für mich durch den charmanten Gastauftritt von Matt Ryan aufgewertet wird. Ich war zwar nicht der größte Fan seiner eigenen Serie Constantine, finde ihn aber als Gaststar sehr gut geeignet.
Obwohl mir die Lösung um Sara fast ein wenig zu einfach war und ich mir die Präsentation des Kampfes etwas ungewöhnlicher gewünscht hätte, bin ich gespannt, was mit ihrer Figur nun passiert. Die Gefahr besteht, dass Laurel unter der doppelten Canary-Präsenz leidet - wir werden sehen.
Das Team aus Quentin und Diggle hat ebenfalls etwas Frische gebracht und selbst die Flashbacks haben nicht genervt.
Der Promotrailer zur Episode Lost Souls (4x06) der US-Serie Arrow (4x06):
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 5. November 2015Arrow 4x05 Trailer
(Arrow 4x05)
Schauspieler in der Episode Arrow 4x05
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