All American - Homecoming: Review der Pilotepisode

© effri Maya in der Serie All American: Homecoming (c) The CW
Zumindest im Durchschnitts-Rating schlägt derzeit keine Eigen-Produktion beim kleinen Network The CW das Sportdrama All American (in den absoulten Zahlen stehen Walker und andere Formate noch besser da). Trotzdem ist die 2018 gestartete Serie eine echte Erfolgsstory für den Sender, sodass ein erstes Spin-off völlig gerechtfertigt erscheint. Anvertraut wurde der Ableger All American: Homecoming der Produzentin Nkechi Okoro Carroll, die das Tennis-Ass Simone Hicks (Geffri Maya) zur neuen Hauptfigur gemacht hat.
Während bereits im Sommer 2021 der Backdoor-Pilot in die dritte Staffel der Mutterserie eingebaut wurde, ging nun auch der reguläre Auftakt unter dem Titel Start Over auf Sendung. Zu Beginn gibt es einen umfassenden Rückblick, um mögliche Quereinsteiger:innen abzuholen, die All American: Homecoming ohne Vorwissen sehen möchten (was aus meiner persönlichen Perspektive durchaus funktionieren kann). Fragt sicht nur, ob sich der Neustart überhaupt lohnt?
Worum geht's?
Simone hat eine schwierige Entscheidung getroffen: Sie gab ihr ungeplantes Baby zur Adoption frei und zieht von Beverly Hills nach Atlanta, Georgia. Dort studiert sie am sogenannten Black Excellence College Bringston und absolviert ein vielversprechendes und daher sehr umkämpftes Tennis-Programm. Unterstützung kriegt sie von ihrer Journalismus-Professorin Aunt Amara (Kelly Jenrette). Mit Jordan (Michael Evans Behling) führt Simone nun eine Fernbeziehung, was sie aber trotzdem nicht davon abhalten soll, ein bisschen Spaß in der Ferne zu haben.
Abgesehen von Simones außerwöhnlicher privater Ausgangssituation und dem besonderen HBCU-Setting entwickelt sich All American: Homecoming im weiteren Verlauf der kurzweiligen ersten Episoden zu einer ziemlich normalen College-Serie. Die Heldin versucht Heimweh, Liebeskummer, Unistress, neue Bekanntschaften und Partys irgendwie unter einen Hut zu kriegen. An politischere Themen traut man sich nur ganz vorsichtig ran. Immer wieder sprechen die Charaktere davon, dass sie „With my people“ sein wollten, weswegen sie sich Bringston ausgesucht hätten.

Vor allem der Baseball-Youngster Damon Sims (Peyton Alex Smith) muss sich oft erklären, warum er nicht lieber gleich Profi werden wollte. Doch das College ist ihm dankbar, denn auf ihm ruhen große Hoffnungen, die Meisterschaft zu gewinnen. Dafür wird seinem strengen, aber sehr sympathischen Coach Marcus Turner (Cory Hardrict) auch ordentlich Druck gemacht. Die Rivalität zwischen dem Trainer und seinem Starspieler erinnert dabei an hundert andere Sportdramen, die man mal gesehen hat (und ehrlich gesagt auch schon deutlich besser, etwa bei Friday Night Lights).
Sportlich gesehen geht es leider auch bei Simone noch nicht viel spannender zu. Sie ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie anfangs sogar gleich riskiert, wieder nach Hause geschickt zu werden, wiel sie auf dem Tennisplatz keine guten Leistungen bringt. Oder tappt sie einfach in eine Falle ihrer neuen Rivalin Thea (Camille Hyde)? So oder so wirkt es wenig überzeugend, dass hier völlig aus dem Nichts so viel Feindseligkeit herrscht. Aber bei einer typischen College-Geschichte braucht es eben auch die fiesen Mobber...
Wie ist es?
Alles in allem passt All American: Homecoming wahrscheinlich perfekt ins Programm von The CW: Lächerlich gutaussehende Schauspieler:innen spielen hundertfach gesehene Stereotype von Figuren, erleben unverbindlich oberflächliches Drama und machen hier und da ein paar clevere Sprüche, die bestenfalls für ein kleines Schmunzeln reichen. Dazu ein paar wichtige, aber höchst unumstrittene politische Aussagen und natürlich Sport und Familie. Eine Rezeptur, die auf jeden Fall den durchschnittlichen Geschmack möglichst vieler Menschen treffen sollte.
Von dem bisschen, was ich von der Mutterserie All American kenne, ist das neue Spin-off nun wahrscheinlich etwas ernster. Das liegt auch daran, dass die Figuren nun älter sind und mehr Verantwortung im Leben tragen. Man hat nach dem Auftakt schon eine ungefähre Ahnung, wo das alles hingehen kann, weil die Serie kaum ein Mysterium um sich hüllt. Das macht es leicht zu entscheiden, ob man Lust auf mehr hat. Ich persönlich bin jedenfalls raus, aber offensiv schlecht war es nicht.
Hier abschließend noch der Trailer zur Sportserie All American - Homecoming:
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