Ahsoka: Teil eins - Meister und Schüler - Review zur Folge 1x01

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Die von der Neuen Republik gefangen genommene machtbegabte Nightsister Morgan Elsbeth (Diana Lee Inosanto, „The Sensei“) wird vom geheimnisvollen Baylan Skoll (Ray Stevenson, Vikings) und seiner Schülerin Shin Hati (Ivanna Sakhno, In From the Cold) während eines Gefangenentransports befreit, nachdem die beiden ebenfalls Machtbegabten sich als Jedi-Ritter ausgegeben hatten.
Ahsoka Tano (Rosario Dawson, aktuell im Film „Geistervilla“ zu sehen) befindet sich derweil auf dem Planeten Arcana, wo sie in einer alten Anlage einen kugelförmigen Wegfinder birgt, der sie zum verschwundenen Großadmiral Thrawn und ihrem alten Freund und Kampfgefährten Ezra Bridger leiten soll.
Sie bringt das Artefakt in ihren Besitz, wird jedoch draußen bereits von vier Kampfdroiden erwartet. Ehe diese sie überwältigen können, wird sie von ihrem Begleiter, dem einst in Diensten der Jedi stehenden Droiden Huyang (Originalstimme David Tennant, bekannt als zehnte Inkarnation des berühmten „Doctor Who“) gerettet.
Von ihrer alten Kampfgefährtin Hera Syndulla (Mary Elizabeth Winstead, Fargo) wird sie über die Befreiung Elsbeths aufgeklärt. Da Ahsoka den Wegfinder nicht entschlüsseln kann, will sie sich an ihre einstige Schülerin Sabine Wren (Natasha Liu Bordizzo, „The Voyeurs“) wenden, da die Aussicht darauf besteht, auch Ezra wiederzufinden.
Die junge Mandalorianerin ist jedoch so flatterhaft wie eh und je und hat sich gerade einer offiziellen Jubiläumsfeierlichkeit unter Leitung von Gouverneur Azadi (Clancy Brown, Dexter: New Blood) entzogen.
Skoll und Hati sind mittlerweile dahintergekommen, dass Ahsoka den Wegfinder in ihren Besitz gebracht hat. Skoll setzt Hati auf Sabine Wren an. Ahsoka hingegen hat die alte Freundin mittlerweile gefunden und es zeigt sich, dass die Konflikte zwischen den beiden nicht ausgeräumt sind. Dennoch will Sabine bei der Entschlüsselung helfen, merkt allerdings nicht, dass sie verfolgt wurde. Huyang, einst als Helfer beim Bau von Lichtschwertern durch die Jedi-Padawane eingesetzt, analysiert inzwischen das Lichtschwert Baylan Skolls und erkennt eine ihm vertraute Bauweise.
Sabine kann dem Wegfinder tatsächlich sein Geheimnis entlocken, allerdings wird sie von ihrem Verfolger, einem weiteren Kampfdroiden angegriffen. Obwohl sie sich tapfer schlägt, kann sie letztlich nicht gegen die Mordmaschine bestehen und wird von dieser niedergestreckt. Allerdings befindet sich Ahsoka bereits auf dem Weg, ihr zu helfen.
Eine neue Runde „Star Wars“
Da ist sie also, die lange und heiß ersehnte neue Streaming-TV-Serie aus der Saga von „Star Wars“, Ahsoka. Wie schon vorher bekannt wurde, präsentiert Disney+ zum Serienstart gleich die beiden ersten Episoden, die bereits ab 3 Uhr morgens abgerufen werden konnten.
Die von Rosario Dawson gespielte, mittlerweile erwachsene einstige Elevin des späteren Darth Vader Anakin Skywalker ist in ihrer Real-Inkarnation ja bereits seit der allerersten Streamingserie von „Star Wars“, The Mandalorian keine Unbekannte mehr.
Trotzdem stellten sich natürlich zahlreiche Fans der Saga die Frage nach Top oder Flop. Werfen wir also nachfolgend einen Blick darauf, welche dieser beiden Möglichkeiten zutrifft.
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Neue alte Heldin
Um es vorwegzunehmen: Von einem Flop kann zumindest in den Augen des Rezensenten keine Rede sein. Nach der recht schwermütigen Vorgängerserie Andor aus dem letzten Jahr und der letztendlich eher leidlich aufgenommenen dritten Staffel von The Mandalorian im Frühjahr bietet Ahsoka eigentlich klassisches Feeling von Anfang an.
Zwar lässt man sich auch diesmal Zeit, um die eigentliche Geschichte in Gang zu bringen, tut dies jedoch in einer erwartungsgemäß kinoreifen und insgesamt gefälligen Art und Weise. Gleich zu Beginn lernen wir die beiden Serienbösewichter Baylan Skoll und Shin Hati kennen, ohne allerdings etwas über ihre genaueren Hintergründe zu erfahren. Erst im Verlauf der Handlung von Teil eins deutet sich an, dass Meister Skoll ein ehemaliger Jedi zumindest sein könnte.
Heldin Ahsoka hingegen darf nach einem Anfang im Stil einer Miniaturausgabe der Abenteuer von „Indiana Jones“ ebenfalls sogleich in die Vollen greifen und sich einer bösartigen Kampfdroidenhorde erwehren. Mit alledem versucht Regisseur Dave Filoni, möglichst alle Fan-Fraktionen des mittlerweile 46 Lenze zählenden Sternenmärchens abzuholen, sowohl Altfans als auch die jüngere Anhängerschaft, die erst durch die Animationsserien hierzu wurde.
Obwohl es zahlreiche Anklänge insbesondere an den Animationsserienklassiker Star Wars Rebels gibt (allein das Auftauchen der Live-Verkörperungen mehrerer Serienhelden), bewahrt sich „Ahsoka“ dennoch seine Eigenständigkeit und entwickelt sich schon in der Auftaktfolge über den Charakter einer angehängten fünften Realstaffel hinaus. Insbesondere der von manchen Fans bei „Andor“ vermisste fehlende Bezug zur mystischen Seite der Saga in Gestalt der Jedi und der Macht wird in der neuen Serie wieder bestens bedient.
Ray Stevenson (der im vergangenen Mai vier Tage vor seinem 59. Geburtstag überraschend verstarb) verkörpert seinen Charakter Baylan Skoll nicht als kaltblütigen Nachfahren der Darths Maul, Vader und Co, sondern gibt der Figur eine gewisse Melancholie mit. Übrigens ist die erste Folge Ray Stevenson gewidmet.
Skolls Schülerin Shin Hati dagegen agiert schon wesentlich gefühlskälter als ihr Meister. Sollte man die beiden Neueinsteiger in die Welten von „Star Wars“ weiterhin eher behutsam charakterisieren, ist die Saga möglicherweise um zwei weitere bekannte Bösewichter reicher.
Interessanter Einstieg
Resümierend lässt sich über die Auftaktfolge von „Ahsoka“ mit Fug und Recht sagen, dass zumindest der Serienstart ziemlich genau das hält, was er versprochen hat. Anklänge an das alte wie das neue „Star Wars“, trotz eher bemessenen Erzähltempos der Gesamtgeschichte, gelungene Actionsequenzen und das Gefühl, man sehe einen weiteren Bestandteil des Gesamtfranchises. Natürlich muss dieser Stil in den weiteren Episoden erst einmal gehalten werden, die Vorsicht wird schließlich nicht umsonst als Mutter der Porzellankiste bezeichnet.
Doch für den Augenblick kann man durchaus zufrieden sein mit der Eröffnung des neuesten Kapitels der Saga. Da wir für den Anfang jedoch nicht allzu überschwänglich sein wollen, vergeben wir zunächst einmal vier von fünf Lichtschwertern, mit hoffentlich der Aussicht auf Steigerung.
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Ahsoka: Force-Teaser
Hier noch ein weiterer Teaser zur nun gestarteten Serie „Ahsoka“: