Eine Familie schlägt sich durch die Postapokalypse und bekommt es mit verrückten, von Geistern besessenen Fieberzombies zu tun. Wer glaubt, das riecht nach Syfy und Space, liegt genau richtig. Unser Pilotreview zur neuen Serie Aftermath.

Familie Copeland aus „Aftermath“ / (c) Syfy
Familie Copeland aus „Aftermath“ / (c) Syfy

Vermehrt auftretende Naturkatastrophen auf der ganzen Welt geben einigen Forschern Rätsel auf, während die Aluhutfraktion vom Jüngsten Gericht zu faseln beginnt und wohl ausnahmsweise Recht hat. Selbst in den USA kommt es zu ungewohnt starken Stürmen, die biblischerweise Fische auf das Grundstück von Familie Copeland regnen lassen. Alles noch relativ subtil, bis in Minute zehn der Aftermath-Pilotfolge RVL 6768 alles extrem schnell eskaliert. Der aufgebrachte Neffe des Sheriffs (Matt Kennedy) steht hilfesuchend vor der Tür und geht kurz darauf wie von Dämonen besessen auf die Familie los. Halb so wild, denn was immer da keine Miete gezahlt hat, verlässt den Körper des jungen Mannes nach ein paar Schüssen in die Brust mit der Familienknarre.

Die Ruhe nach dem Sturm © Syfy
Die Ruhe nach dem Sturm © Syfy

Mutter Karen (Anne Heche), eine resolute Air-Force-Pilotin, findet im Polizeipräsidium weitere Besessene vor und auch auf der Farm muss ein knurrender Mitmensch per Schrotflinte verscheucht werden. Vater Joshua (James Tupper) - zufällig ein Experte im Bereich Religion, Archäologie und Mythen - versucht, die Angelegenheit akademisch, aber praktisch anzugehen, indem er in seinen Büchern nach einer Erklärung für den aus dem Körper ausgetretenen Dampfmann stöbert.

Hilft leider wenig, da Tochter Brianna (Taylor Hickson) am nächsten Tag von einem fliegenden Exemplar am Bein gepackt und abtransportiert wird. Ihre Mutter fällt dabei melodramatisch auf die Knie, reckt die Arme flehend Richtung Himmel und schreit „Nooo!“, was durch die seltsamen Nahaufnahmen der Beteiligten, den per Kran erzielten Superman-Abflug-Effekt und die unerwartete POV-Einstellung des Entführers nur noch ulkiger wird.

Fear the Walking Dickheads

Doch das ist erst der Anfang, denn die Welt, oder was von ihr übrig ist, scheint die letzten Tassen im Schrank rausgeworfen zu haben und so bekommen es die Copelands mit einem Tankstellenwart zu tun, der die Frontscheibe ihres Wohnwagens mit Blut und einem abgetrennten Kopf zu waschen gedenkt, während Brianna wieder am Boden ihren nur kurz zu Sinnen kommenden Entführer mit einem Baumstamm durchbohrt und dann vom mittlerweile ebenfalls in Crazyland angekommenen Sheriff (Jason Gray-Stanford) aufgelesen werden. Ausgerechnet ein Biker aus einer Gruppe Überlebender macht dem Cop und seinem Partner den Garaus und verspricht, das Mädchen nach Yakima zu bringen, wo sie hofft, mit ihrer Familie wieder vereint zu werden.

Andernorts stellt Joshua angesichts der zahlreichen Sternschnuppen und des aufgeschlagenen Meteoriten die Verbindung zu den auf die Erde fallenden Sternen aus der biblischen Offenbarung vom Ende der Welt her, macht dann aber einen Schwenk in die Mythologie der amerikanischen Ureinwohner. In dieser existieren nämlich sogenannte Skinwalker, die durch starke Erdbeben freigelassen werden und von Menschen Besitz ergreifen, die daraufhin ein Fieber vorweisen und wahnsinniges Verhalten an den Tag legen. Unter der Bevölkerung hat sich für die Betroffenen mittlerweile der weniger an gewisse Zombieserien erinnernde Spitzname Feverheads herumgesprochen.

Eigentlich alles; was es zu %26bdquo;Aftermath%26ldquo; zu sagen gibt... © Syfy
Eigentlich alles; was es zu %26bdquo;Aftermath%26ldquo; zu sagen gibt... © Syfy

Die erste Episode endet schließlich zwischen großem Drama und nicht von der Hand zu weisender Komik, als kurz bevor Familie Copland sich vor der rettenden Stadt in Quarantäne wiederfindet, ein weiterer Weltraumbrocken direkt in die City rasselt und nur einen großen Krater hinterlässt. Abschließend erklingt Trompetenmusik aus dem Radio, um das gewollt apokalyptische Bild perfekt zu machen.

Fazit

Aftermath ist ganz großer Syfy-Trash mit fliegenden Indianergeistzombies und abgedroschenen Bibelanspielungen, um dem Weltuntergangsszenario krampfhaft Pseudogewicht zu verleihen (und für die wirklich kein Mythologieexperte vonnöten wäre). Doch im Gegensatz zu gleichermaßen schlecht gespielten und geschriebenen Schnarchpiloten wie Hunters ist das Postapokalypsedrama in seiner ersten Stunde dermaßen überzogen und sogar schon witzig, dass beinahe sympathische B-Movie-Stimmung, nach welcher auch Van Helsing her war, aufkommt.

Leider scheitert das Ganze aber an zu vielen Baustellen, als dass man sich ein Nachspiel wünscht. Fragwürdige Entscheidungen im Bereich Schnitt und Cinematografie sowie die ständig nonchalante Art, wie die flach ausgearbeitete Familie Copeland auf die um sie herum zerfallende Welt reagiert, mag nach einer Weile doch etwas zu viel des „Guten“ sein.

Trailer zur nächsten Episode, „In Rats Alley“ (1x02), der US-Serie „Aftermath“:

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