Bones 12x12

© rennan (Emily Deschanel) und Booth (David Boreanaz) in der Serie „Bones“ / (c) FOX
Nach zwölf Staffeln findet die Krimiserie Bones mit der Episode The End in the End ein Ende, das in Sachen Action und Emotionen nicht viel zu wünschen übrig lässt. Und endlich ist Hodgins (T. J. Thyne) King of the Lab.
Der letzte Fall für das Dream-Team
Für alle, die nur mal lesen wollen, wie die Serie endet, von der sie gehört haben oder die sie vielleicht selbst ein Stück weit begleitet haben, holen wir kurz auf, in welcher Verfassung wir die Protagonisten in der Finalepisode antreffen. Wir starten im Jeffersonian, natürlich, doch dort sind gerade mehrere Bomben hochgegangen. Gelegt wurden sie von Mark Kovac (Gerard Celasco), dem Sohn eines serbischen Kriegstreibers, welcher von Booth (David Boreanaz) bei einem Militäreinsatz erschossen wurde und nun Rache nehmen will.
Booth, Bones (Emily Deschanel), Hodgins und die schwangere Angela (Michaela Conlin) sind als einzige im Labor eingeschlossen, als die Explosion losgeht. Wir beginnen die finale Episode mit einer Kamerafahrt über die Trümmer der bedeutenden Forschungseinrichtung. Zwischen zerstörten Hightechgeräten und alten Knochen kriechen die drei verletzt aus den Scherben und machen sich auf die Suche nach Bones, die schwerer verletzt ist.
Draußen versuchen unterdessen Cam (Tamara Taylor) und Aubrey (John Boyd) alles Menschenmögliche, um in Kontakt mit ihren Freunden zu kommen. Drinnen gibt es bald gute Neuigkeiten: Angelas Baby hat die Explosion überlebt und Hodgins und Booth kommen sich in einer frühen, emotionalen Szene näher, kurz bevor die Suchtrupps sie rausholen. Doch die Szene ist wichtig für den Agenten, denn Schuldgefühl ist seine Achillesferse. Nun sagt ihm selbst Hodgins, dass er nicht mehr als der Sniper ist und das muss als Abschluss genügen.
In der folgenden halben Stunde wird der Fall um Kovac, den letzten Gegenspieler des Teams, zufriedenstellend aufgelöst. Alles wie immer, könnte man meinen, wenn nicht ein wichtiger Unterschied wäre: Bones hat von der Explosion eine Kopfverletzung davongetragen, die sich auf gewisse Bereiche ihres Gehirns auswirkt und nun dafür sorgt, dass sie sich zwar an vieles erinnern kann, aber es nicht mehr zu den genialen Rückschlüssen und Lösungen, für die sie berühmt ist, zusammenbringen kann. Im ersten Anlauf führt das zu einer emotionalen Szene, in der die Wissenschaftlerin, von ihren Praktikanten umringt, darüber spricht, wie sie jeden Einzelnen kennengelernt hat und woran sie sich bei Ihnen erinnert.
Der Fall wird dann doch dieses Mal zunächst weniger von Knochen als von Hochzeitsfotos und Verhören gelöst. Während Bones gegen die Verletzung kämpft, die ihr zusetzt, laufen alle anderen zu Hochtouren auf und finden heraus, dass ihr Gegenspieler auf Cams Feier ihre Identitätskarte gestohlen hat. Doch der entscheidende Schritt in den Ermittlungen gelingt erst, als sich alle Praktikanten und Kollegen zu einem Bones-All-Star-Team zusammenfinden.
Dazwischen finden sich Booth und Bones jedoch zu einer emotionalen Szene zusammen, in der Brennan um ihre besonderen Fähigkeiten bangt, da sie denkt, dass diese sie ausmachen, doch Bones sagt ihr - mit einem The X-Files-Vergleich - dass sie nicht nur die brillante Wissenschaftlerin ist, sondern auch die Frau seines Lebens.
Damit schließt sich für sie ein Kreis, der seinen Anfang schon am Beginn der Serie gehabt hat. Brennan erkennt, wer sie ist und sie sieht, dass es nicht ausschließlich an den Fähigkeiten liegt, die sie hat. Das, was in ihrem Leben wichtig ist, geht auch weiter, wenn sie diese verliert.
Der große Showdown
Die Vorarbeit leisten dieses Mal die anderen Wissenschaftler, auch wenn sie dabei auf eine Notiz angewiesen sind, die Bones vor dem Unglück schrieb. Für den Showdown ist das Paar wieder alleine mit den Agentenkollegen. Eine Schießerei, einen Autounfall, einen Hubschrauber und dutzende Patronen später findet Bones in der Sekunde der Not zu ihrer alten Größe zurück - als nämlich Booth seine Hand nicht mehr spüren kann während Kovac auf die beiden zuhält. Den sehen wir da zum letzten Mal in Flammen aufgehen und das Bones-Team wendet sich der eigentlichen Arbeit zu, in doppelter Hinsicht.
Einmal müssen sie das Labor ausräumen bevor es neu aufgebaut werden kann und auf der anderen Seite müssen sie sich verabschieden, von uns. Und sie müssen uns erzählen, was sie vorhaben - in Wahrheit und nicht vorgeschoben. Die Serienmacher haben sich dabei zur Regel gemacht, alle Figuren in den Sonnenuntergang reiten zu lassen. Aubrey bekommt die versprochene Beförderung, muss dafür aber nicht einmal wegziehen, sondern kann in Washington DC bleiben.
Richtig emotional wird es unterdessen im zerstörten Labor. In den Trümmern finden sich Spuren derer, die unterwegs von uns gegangen sind, sowie auch Hoffnungen für die Zukunft. Dabei wagen die Autoren sich weit vor und gehen das Risiko ein, kitschig zu werden, als sie Angela und Hodgins ihr Kinderbuch-Projekt vorführen lassen. Kurz darauf eröffnet Cam, dass sie gar nicht nach Europa fliegen wird, sondern nach Mississippi, nämlich um ihre Kinder abzuholen, drei Brüder, die sie zu sich holen will. Um sich der Herausforderung zu widmen, nimmt Cam sich Zeit und befördert unterdessen jemand anderen zum Laborleiter, pardon, zum King of the Lab: Hodgins.
Die letzte Szene der Serie gehört dem zentralen Paar und das nutzt es für einen schönen letzten Dialog. Booth fragt: „Wieso willst du an den Moment erinnert werden, an dem fast alles geendet hätte?“ Darauf antwortet Bones: „Weil es das eben nicht hat.“ Bessere letzte Worte hätte man kaum finden können, wenn man sich schon dafür entscheidet, Fans und Figuren ein umfassendes Happy End zu gönnen. Na gut, die wirklich letzten Worte sind es nicht, die bestehen wie in unzähligen Bones-Episoden zuvor aus einem Hin und Her zwischen Brennan und Booth. Und auch das hat Charme, denn es untermauert das gerade Gesagte, davon, dass es nicht das Ende ist. Es geht weiter, wie es das immer getan hat.
Verfasser: am Mittwoch, 29. März 2017Bones 12x12 Trailer
(Bones 12x12)
Schauspieler in der Episode Bones 12x12
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