
Max (Kat Dennings) ist Kellnerin in einem Diner in Brooklyn. Weil das Geld nicht reicht, jobbt sie außerdem als Kindermädchen für die Zwillinge einer überkandidelten High-Society-Schnepfe in Manhattan. Gemeinsam mit ihrem Freund, einem Pseudo-Rockmusiker mit gut ausgebildeter Bauchmuskulatur, lebt sie in einem kleinen, aber nicht gerade feinen Appartment.
Eines Tages bekommt Max eine neue Kollegin: Caroline (Beth Behrs). Sie ist die Tochter eines ehemals milliardenschweren Börsenspekulanten á la Bernie Madoff, der mit seinen Betrügereien zahlreiche Menschen in den Ruin gestürzt hat, sich nun jedoch vor dem Gesetz verantworten muss, weshalb alle seine Reichtümer eingezogen und Konten gesperrt wurden. Für Caroline heißt das: Auch sie ist vollkommen abgebrannt. Von heute auf morgen hat sie ihr gesamtes Vermögen verloren - und muss sich nun als Kellnerin durchschlagen, obwohl sie für diesen Beruf denkbar ungeeignet ist.
Max ist von Caroline zunächst alles andere als begeistert. Nicht zuletzt deshalb, weil Caroline ihr vorschlägt die Cupcakes, die der Diner anbietet, in Manhattan für einen horrenden Preis weiterzuverkaufen - und den Profit für sich selbst einzustreichen. Der Idiot, der sie herstellt, sei sich doch schließlich selber Schuld, wenn er ihren wahren Wert nicht erkenne. Dabei ahnt Caroline allerdings nicht, dass es Max selbst ist, die für den Diner die Cupcakes bäckt...
Es gibt zwei Arten, auf die man sich 2 Broke Girls nähern kann. Erstens, man kann die Serie unter dem Aspekt der Comedy betrachten. Unter diesem Aspekt sind eindeutig Defizite festzustellen. Für eine Sitcom gibt es einfach viel zu wenig Gags, die wirklich zünden - und dem Zuschauer mal ein Schmunzeln, geschweige denn ein Lachen abringen. Nur ein paar - mehr oder weniger - freche Sprüche reichen da einfach nicht aus.
Da es als vornehmlichster Zweck einer Sitcom gelten kann, den Zuschauer zum Lachen zu bringen, ist dies als eine durchaus ernste Kritik an dem Format zu verstehen.
Trotzdem kann man 2 Broke Girls einen Unterhaltungswert nicht absprechen. Und das liegt an Zweitens: Auch wenn die ganz großen Lacher in der Pilotfolge ausbleiben, so macht die Serie als solches - mehr noch als jede einzelne Figur für sich genommen - einen sehr sympathischen Eindruck.
Dies verdankt die Sitcom vor allem ihrer aktuellen Thematik: 2 Broke Girls spielt im Amerika der Gegenwart, im Amerika der Wirtschaftskrise. Die Finanzelite hat mit ihrer unermesslichen Gier das Land gegen die Wand gefahren. Allüberall stellt sich nun die Frage: Wie kommen wir aus dieser Bredouille wieder heraus?
In dieser Situation bietet 2 Broke Girls eine schöne Utopie von der Überwindung der Klassengegensätze und von einer wirtschaftlichen Neuausrichtung an: Es geht fortan nicht mehr um die Übervorteilung des anderen, sondern darum, gemeinsam etwas Neues - und sei es auch nur eine Bäckerei für Cupcakes - aufzubauen. Nicht Finanztricks, sondern das Herstellen und Anbieten von tatsächlich benötigten Waren und Dienstleistungen - hier die elementarste Ware überhaupt: nämlich Nahrungsmittel - soll erneuten Wohlstand bringen.
Proletarische Tatkraft und wirtschaftlicher Sachverstand arbeiten Hand in Hand auf ein gemeinsames Ziel hin. Was Whitney Cummings und Michael Patrick King zumindest in der Pilotfolge durch die Figuren von Max und Caroline hindurch erzählen, mutet stellenweise fast wie das Plädoyer für einen gesellschaftlichen New Deal, für die Hinwendung zu einer sozialeren Form der Marktwirtschaft an.
Entsprechend ist es kaum verwunderlich, dass der Leitsatz der Pilotfolge von 2 Broke Girls „Jeder braucht einmal Hilfe“ lautet. Dies verleiht der Serie etwas sehr Soziales, ja Warmherziges.
Wenn es in Zukunft nur mit dem Humor noch etwas besser klappt, vielleicht durch Ausbau der bislang nur angerissenen Nebenfiguren, dann könnte 2 Broke Girls mit seiner leichten Aufarbeitung der gesellschaftlichen Spaltung Amerikas auch über die Pilotfolge hinaus beim Publikum reüssieren.