1600 Penn 1x01

Das kreative Team hinter der Serie 1600 Penn besteht aus drei Personen: Josh Gad (Darsteller der Hauptfigur Skip und denkwürdiger Gaststar in einigen Comedys, zum Beispiel in der Serie New Girl als Bear Claw), Jason Winer (Co-Executive Producer und einer der Regisseure der preisgekrönten Serie Modern Family) und Jon Lovett (ehemaliger Redenschreiber für Barack Obama und Hillary Clinton).
Das hört sich nach einem Dream-Team für eine Familienkomödie aus dem Weißen Haus an. Und schlecht ist sie auch nicht, die Pilotepisode Putting Out Fires der Serie 1600 Penn. Aber so vielversprechend wie die Namen dahinter glauben machen könnten eben leider auch nicht.
Die First Family
Ganz klar, im Zentrum der Erzählung steht der trottelige, aber herzensgute älteste Sohn Skip (Josh Gad), Codename „Meatball“. Er ist der unberechenbare Faktor in der Familie, der gelegentlich Dinge in Brand setzt und diese im schlimmsten Fall vor Panik aus dem Fenster wirft. Nach sieben wenig erfolgreichen Jahren am College kehrt er zurück in den Schoß der Familie, in seinem Fall also das Weiße Haus. Skip trägt - wie sein Vater ihm bestätigt - einen gewissen Funken in sich, er kann Menschen mitreißen. Eine Führungsqualität, zu der ihm nur noch die nötige Intelligenz fehlt, denn Skip setzt seine Fähigkeit vor allem zur allgemeinen Blamage der Präsidentenfamilie ein. Doch das alles nur, weil er die Anerkennung seines Vaters sucht.

Über Präsident Gale Gilchrest (Bill Pullman) kann man bisher vor allem eines sagen: Er ist perfekt gecastet worden. Seit „Independence Day“ wissen wir, dass Bill Pullman das Zeug zum Anführer hat. Und in 1600 Penn zeigt er sich dazu von einer lässigen und liebevollen Seite.
Auch seine zweite Ehefrau, Emily (Jenna Elfman, Dharma & Greg), scheint ihrer Aufgabe, First Lady, gewachsen zu sein. Sie ist charmant, clever und dabei elegant.
Das einzige, worüber die beiden stolpern: Das Familienleben in den Griff zu bekommen. Präsident Gale tut sich schwer damit, überhaupt Zeit für die Kinder zu finden, während diese die neue Gattin als Mitglied der Familie kaum anerkennen.
Neben Skip gehören dazu noch die älteste Tochter Becca (Martha MacIsaac, Greek), eine perfekte Präsidententochter, ehrgeizig und adrett. Mit einem Problem: Einer heimlichen Schwangerschaft. Zwei weitere Kinder jüngeren Alters, Marigold (Amara Miller, „The Descendants“) und Xander (Benjamin Stockham, Sons of Tuscon), spielen bisher kaum eine Rolle.
Mit zum engeren Kreis gehört außerdem der Chief of Staff, Marshall Mathers (Andre Holland, Friends with Benefits), dessen Arbeitsleben vor allem durch Skips endlose Eskapaden erschwert wird, der dies jedoch bisher mit angestrengtem Gleichmut und einem Augenrollen erträgt.
Ob es sich lohnt
Ein sehr großer Pluspunkt der Serie 1600 Penn wird schon in der Pilotepisode deutlich: Der wunderbar aufspielende Cast. Nicht nur Bill Pullman und Josh Gad scheinen für ihre Rollen gemacht zu sein. In dieser Hinsicht gibt es nichts zu beklagen.
Anders sieht es jedoch hinter der Kamera aus. Nicht nur die Beteiligung Jason Winers hat viele Vergleiche mit Modern Family ausgelöst, auch das Thema Familie fordert sie heraus. Und in dieser Hinsicht zieht 1600 Penn den Kürzeren. Die Witze sind nicht so scharf geschrieben, oft sind sie gar ein Stück zu offensichtlich und platt. Auch der Plot ist wenig originell. Dass die leicht verklemmte und überehrgeizige Tochter in einem schwachen Moment einen folgenschweren Fehler begeht und nun - natürlich - schwanger ist, fühlt sich ebenso abgestanden an, wie die Tatsache, dass die neue Frau, begabt, schön und hart arbeitend, nicht von den Kindern anerkannt wird.
In der Essenz setzt 1600 Penn auf leichte, herzerwärmende Familienszenen in einem Pizza-Laden, an Stellen, wo Modern Family noch einmal richtig ausgeholt hätte.
Fazit
Wer sich mit Gags wie aus den Fenster fliegenden Sesseln anfreunden kann, der wird mit der Serie 1600 Penn seinen Spaß haben können. Die Schauspieler tun ihr übriges, den Zuschauer zu gewinnen. Dennoch muss man sich klar darüber sein, dass 1600 in einer anderen Liga als Modern Family und Veep spielt. Es ist eine Wohlfühl-Familien-Serie, bei der am Ende des Tages alle füreinander einstehen und zusammenhalten - leichte Unterhaltung zum Lachen mit erstaunlich wenig echten politischen Themen angesichts der Beteiligung eines ehemaligen Redenschreibers für den US-Präsidenten.
Trailer zur Serie 1600 Penn
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 18. Dezember 20121600 Penn 1x01 Trailer
(1600 Penn 1x01)
Schauspieler in der Episode 1600 Penn 1x01
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