Wicked

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Elphaba, ein geächtetes, aber trotziges Mädchen, das mit grüner Haut geboren wurde, und Glinda, eine privilegierte Aristokratin, die beliebt ist, werden im magischen Land Oz zu äußerst unwahrscheinlichen Freundinnen. Während die beiden Mädchen mit ihren gegensätzlichen Persönlichkeiten kämpfen, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt, denn beide beginnen, ihre Bestimmung als Glinda die Gute und die Böse Hexe des Westens zu erfüllen. Der erste Teil einer zweiteiligen Verfilmung des Broadway-Musicals.

Wicked Kritik

Wicked Kritik
Wie ist die Verfilmung des Musicals „Wicked“ gelungen?
Universal Studios

Filmkritik „Wicked" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

Schon seit 2003 begeistert das Musical „Wicked“ zahlreiche Fans weltweit. Nach Jahren in der Entwicklung bringt Regisseur Jon M. Chu den Stoff nun ins Kino. Wird es frei und schwerelos?

2003 debütierte das Musical „Wicked“ und begann seinen Siegeszug. Es basiert auf dem Roman „Wicked - Die Hexen von Oz“ und den Werken von L. Frank Baum, die auch dem Filmklassiker „Der Zauberer von Oz“ als Inspiration dienten. Hierbei erzählt es eine Vorgeschichte, die einiges in ein neues Licht rückt...

Regisseur Jon M. Chu teilt die Musicalvorlage fürs Kino in zwei Teile. Der erste Teil - mit einer Lauflänge von zwei Stunden und 40 Minuten - kommt nun auch ab dem 12. Dezember 2024 ins Kino. Aktuell ist die Fortsetzung dann für den 27. November 2025 geplant, sofern es keine Verschiebungen beim Studio Universal gibt.

Darum geht es in „Wicked“

Elphaba und Glinda in der Serie „Wicked“
Elphaba und Glinda in der Serie „Wicked“ - © Universal Studios

Zeitlebens zieht die grünhäutige Elphaba (Cynthia Erivo („Harriet - Der Weg in die Freiheit“, „Die Farbe Lila“ am Broadway) die Blicke ihrer Mitmenschen auf sich, die sie wegen ihrer Andersartigkeit oftmals ablehnen - ohne sie zu kennen. Als ihre Schwester Nessarose (Marissa Bode) an der Glizz-Universität (aka Shiz) im fantastischen Land Oz zu studieren beginnt, begleitet Elphaba sie und fällt durch eine unbeabsichtigte Machtdemonstration als Hexe auf, die ihr die Aufmerksamkeit der Rektorin Madame Morrible (Michelle Yeoh) zusichert - und plötzlich kann sie sich ebenfalls akademisch versuchen.

Die oberflächliche Glinda/Galinda (Popstar Ariana Grande) träumt derweil davon, ins Seminar von Morrible zu kommen, wird jedoch kaum von ihr wahrgenommen. Kurzerhand macht die Rektorin beide zu Zimmergenossinnen, die partout nicht zusammenpassen wollen. Mit der Zeit freunden sie sich trotz ihrer Differenzen jedoch an und das, obwohl die Ankunft vom schelmischen Prinzen Fiyero (Jonathan Bailey, Bridgerton) bisweilen ihre Aufmerksamkeit in seine Richtung lenkt.

Ihr großes Ziel verliert Elphaba trotz allem nicht aus den Augen, denn sie will ihre Kräfte für einen guten Zweck einsetzen und träumt ihrerseits davon, eine Audienz bei dem Zauberer von Oz (Jeff Goldblum) zu erhalten. Allerdings läuft in Oz nicht alles so, wie es scheint... Besonders die tierischen Wesen leiden und werden schikaniert - ähnlich wie sie selbst. Kann Elphaba etwas an den unfairen Zuständen ändern?

Simple Geschichte mit wichtiger Botschaft

Elphaba hält den Hass ihr gegenüber im Film „Wicked“ nicht mehr aus...
Elphaba hält den Hass ihr gegenüber im Film „Wicked“ nicht mehr aus... - © Universal Studios

Wicked“ erzählt prinzipiell eine einfache Geschichte über mehr Toleranz und über den Appell, Fremdartigkeit nicht automatisch zu verteufeln. Es hat auch eine klare antifaschistische Kante, besonders, was die Tier-Storyline angeht, die in heutigen Zeiten vielleicht aktueller ist denn seit langem. Allerdings muss man auch sagen, dass man stellenweise sehr dick aufträgt und mit dem Holzhammer zeigt, wie ablehnend fast alle in Oz gegenüber Elphaba auftreten oder wie wenig Zivilcourage sie in manchen Situation beweisen, wenn das eigene Wohl oder die eigene akademische Karriere bedroht sein könnten.

Grande spielt Glinda als geborenes, oberflächliches Naivchen und hat ihre Gesten, den Blick und ihre Mimik perfekt drauf. Als Zuschauer muss man sich manchmal unweigerlich fragen, ob das nicht etwas zu viel des Guten ist, es passt jedoch in die Scheinwelt des Zauberers, in der nicht immer alles Gold ist, was glänzt.

Auf dem Papier ist Erivo mit ihren 37 Jahren zwar etwas alt für eine frischgebackene Studentin, dennoch lässt sie das die Zuschauer recht schnell vergessen, wenn sie zu singen ansetzt. Gerade der große Showstopper „Defying Gravity“ (aka „Frei und schwerelos“) sitzt und stellt ein absolutes Highlight des Films dar. Gesungen wurde übrigens offenbar live am Set.

Auch ihre verletzliche Seite kommt immer wieder zum Vorschein, genauso wie ihr unheimliches Machtpotential, das wie eine Art Hulk schlummert und deswegen gut gegen sie genutzt werden könnte...

Was „Wicked“ gut versteht, ist es, die vermeintlichen Schurkenseiten aus einer anderen Warte zu zeigen und mit den Erwartungen zu spielen. Auch wenn „Der Zauberer von Oz“ an sich vielleicht nicht mehr so allgegenwärtig wie früher in der Popkultur ist, kennt man die böse Hexe des Westens wahrscheinlich dennoch halbwegs und hat selten hinterfragt, warum sie eigentlich als Böse/„Wicked“ gilt...

Zwar sieht die Laufzeit von mehr als zweieinhalb Stunden lang aus, aber man langweilt sich eigentlich nicht im Kinosaal, sofern man Musicalstoffen gegenüber offen ist. Das große Spektakel, was hier geboten wird, hinterlässt jedenfalls meistens einen positiven Eindruck - ab und zu muss man eben nur ein Auge zudrücken, wenn Missverständnisse lange Zeit unbeantwortet bleiben - wie bei Nessarose und Boq (Ethan Slater) - oder wenn mehrere Liebesdreiecke konstruiert werden, die mehr oder minder überzeugend ausgearbeitet sind.

Der Cast ist durchgängig gut besetzt, mit kleinen Schwächen hier und dort, vor allem bei den männlichen Figuren. Jeff Goldblum macht eben sein Goldblum-Ding, Slater ist okay, aber fällt insgesamt kaum ins Gewicht, und auch Bailey als Prinz verblasst einfach neben Grande und Erivos Präsenz und Stimmgewalt.

Opulentes Musicalkino

Bei „Wicked“ werden weder Kosten noch Mühen gescheut und die gewaltigen Sets so oft wie möglich tatsächlich gebaut und nicht, wie bei anderen Werken, den CGI-Künstlern überlassen. Da wurden ganze Felder gepflanzt und Kulissen aufgestellt oder ein echter Zug eingesetzt, was ich immer begrüßenswert finde.

Die Song- und Tanzeinlagen sind beeindruckend und holen Fans sicherlich ab. Diese Kritik basiert übrigens auf der Sichtung der deutschen Fassung, die sehr gut gelungen ist. Schaut man ganz genau hin, fallen vielleicht kleine Abweichungen bei den Lippenbewegungen auf, besonders bei den Solonummern, und es gibt eine kleine Diskrepanz zwischen Sprach- und Gesangsstimmen, aber auf keinen Fall auf sonderlich störendem Niveau. Man hat für Elphaba beispielsweise auf die Stimme gesetzt, die sie bereits in der deutschen Musicalfassung gesungen hat, so dass man die „Wicked“-Freunde direkt abholt.

Die Songs haben, auch für Leute, die das Musical nicht rauf- und runtergehört haben, einiges an Ohrwurmpotential. Neben „Populär“ und „Frei und schwerelos“ (ein Gänsehautmoment zum Schluss) findet man sicherlich noch den einen oder anderen Favoriten, den man im Anschluss noch einmal anhört und anstimmt. Insgesamt ist eine Mischung aus Old-School-Stil und modernem Anstrich sehr gut gelungen. Man zollt dem Vergangenen nämlich Tribut und respektiert es, liefert aber eben auch neue Ansätze, die ein Publikum im Jahr 2024 überzeugen können.

Für Beginner und Fortgeschrittene der Welt von Oz

Wie geht es für Elphaba aus „Wicked“ weiter?
Wie geht es für Elphaba aus „Wicked“ weiter? - © Universal Studios

Vorkenntnisse zum „Zauberer von Oz“ oder Ablegern davon sind sicherlich nicht nötig, können aber den Sehgenuss bereichern, weil es immer mal wieder kleine Anspielungen oder Abweichungen gibt. Genug easter eggs finden Hardcorefans ohnehin, denn der Regisseur und auch die Darsteller:innen sind selbst große Freunde der Vorlage, was man auch in jeder Minute merkt. Kennt man das Stück nur im englischen Original, muss man sich stellenweise bei den Namen der Figuren leicht umgewöhnen und auch die Songs sind natürlich nicht unbedingt Wort für Wort übersetzt, sondern auch hier spielen Lippenbewegungen und andere Überlegungen eine Rolle.

Ein weltweiter Kassenschlager ist „Wicked“ bereits. Womöglich könnte daraus auch ein Filmfranchise wie „Harry Potter“ werden, wenn Universal das wollte. Vor allem in den USA gab es nämlich zahlreiche Produkte, die in Pink und Grün daherkamen und die Fans zum Geldausgeben animieren sollten...

Fazit

Wicked“ vereint handgemachte Filmkunst mit opulenten Gesangseinlagen mit potentiellen Ohrwürmern und liefert dabei eine der besten Musicaladaptionen der jüngeren Vergangenheit ab. Fans fühlen sich sicherlich beim Anschauen auch stellenweise frei und schwerelos...

Von mir gibt es für den ersten Teil von „Wicked“ daher vier von fünf fliegenden Hexenbesen (und Äffchen).

Wicked Trailer

Wicked Schauspieler

Soundtrack zum Film Wicked

Komponist: Ariana Grande
1. No One Mourns the Wicked (19:06)
2. Dear Old Shiz (19:06)
3. The Wizard and I (19:06)
4. What Is This Feeling? (19:06)
5. Something Bad (19:06)
6. Dancing Through Life (19:06)
Wicked: The Soundtrack

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