Als es auf der Erde ein Weltkrieg ausbricht, nehmen die Vereinigten Staaten und Russland heimlich Kontakt zu ihren Astronauten an Bord der I.S.S. Raumstation auf und geben ihnen die Anweisung, mit allen Mitteln die Kontrolle über die Station zu übernehmen.
Gabriela Cowperthwaite führte bei dem Film Regie. Das Drehbuch stammt von Nick Shafir und Anne Nikitin steuerte den „I.S.S. (Original Motion Picture Soundtrack)“,sjfilmmusik-21 (Affiliate-Link) bei.
I.S.S. ist ein zum Nachdenken anregender Science-Fiction-Thriller unter der Regie von Gabriela Cowperthwaite, der trotz seiner fesselnden Prämisse letztlich nicht sein volles Potenzial ausschöpft. Ich bin mit großen Hoffnungen in diesen Film gegangen, denn ich wollte unbedingt in die Weiten des Welalls entführt werden und die psychologische Entwicklung einer Gruppe von Astronauten miterleben.
Die Geschichte beginnt mit einer bunt gemischten Crew von Astronauten aus verschiedenen Ländern, die auf der Internationalen Raumstation zusammenarbeiten. Das Ensemble, das sowohl aus erfahrenen Schauspielern als auch aus Newcomern besteht, schafft eine glaubwürdige Dynamik. Der Alltag und das Gefühl der Normalität unter den Bewohnern der Station wird jedoch bald durch eine kryptische und alarmierende Nachricht von der Erde gestört.
Die Nachricht deutet auf ein katastrophales Ereignis in der Heimat hin, das möglicherweise einen Großteil der Bevölkerung auslöschen wird. Da die Kommunikation mit der Bodenkontrolle unterbrochen ist, wird die Besatzung in Ungewissheit gelassen. Sollen sie versuchen, zur potenziell feindlichen Erde zurückzukehren, oder in der relativen Sicherheit der Raumstation bleiben? Diese Frage bestimmt einen Großteil des folgenden Dramas, und hier glänzt der Film wirklich, wenn auch nur kurz.
Die Reaktionen der Figuren auf diese Krise offenbaren ihre tiefsten Ängste und Überzeugungen. Leider wirkt das Drehbuch trotz der starken Leistungen manchmal unausgewogen, was zu Momenten führt, die erzwungen oder übermäßig dramatisch wirken. Einige Entwicklungen in der Handlung wirken vorhersehbar, was der ansonsten intensiven Atmosphäre abträglich ist. Die zwischenmenschlichen Konflikte der Astronauten bzw. Kosmonauten und das sich entfaltende Mysterium haben mich gefesselt, aber ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass dem Film ein emotionaler Kern fehlt, der ihn großartig hätte machen können.
Visuell ist „I.S.S.“ atemberaubend. Die Kinematographie fängt das klaustrophobische Innere der Raumstation mit engen, einschränkenden Aufnahmen ein, denen die unendliche Leere des Weltraums gegenübergestellt wird. Auch das Sounddesign trägt zur Spannung bei: Die unheimliche Stille des Weltraums und das konstante, beunruhigende Brummen der Maschinen in der Station sorgen für ein fesselndes Erlebnis. Diese technischen Aspekte sind zweifelsohne die Highlights des Films.
Im weiteren Verlauf der Geschichte entdeckt die Besatzung, dass die ominöse Nachricht Teil einer größeren Verschwörung war. Die Reise der Astronauten auf dem Weg zum Verständnis und zur Überwindung ihrer Differenzen ist fesselnd, liefert aber nicht ganz die kraftvolle Auflösung, die ich erwartet hatte.
Letztendlich ist „I.S.S.“ eher gemischtes Hack. Der Film bietet einen faszinierenden Blick auf die menschliche Natur unter extremen Bedingungen und hat Momente von echter Spannung und Schönheit. Das unregelmäßige Tempo und die vorhersehbaren Wendungen der Handlung verhindern jedoch, dass der Film die angestrebten Ziele erreicht.
Für mich landet „I.S.S.“ bei soliden drei von fünf Sternen (pun intended). Ein anständiger Film, aber nicht ganz das herausragende Erlebnis, das er hätte sein können.
John Gallagher, Jr.
als Christian Campbell
Maria Mashkova
als Weronika Vetrov
Costa Ronin
als Nicholai Pulov