Ant-Man and the Wasp

Ant-Man and the Wasp

Ant-Man and the Wasp im Stream

Gerade als seine Zeit unter Hausarrest zu Ende geht, setzt Scott Lang erneut seine Freiheit aufs Spiel, um Hope van Dyne und Dr. Hank Pym dabei zu helfen, in die Quantenwelt einzutauchen und zu versuchen, eine sehr gefährliche Rettungsmission gegen die Zeit und jede Chance auf Erfolg durchzuführen.

Ant-Man and the Wasp Kritik

Ant-Man and the Wasp Kritik
Poster zu „Ant-Man and the Wasp“ (c) Marvel Studios/Walt Disney
oster zu „Ant-Man and the Wasp“ (c) Marvel Studios/Walt Disney

Filmkritik „Ant-Man and the Wasp" durch Adam Arndt exklusiv für Serienjunkies.de

Der 20. Film des Marvel-Cinematic-Universe ist Ant-Man and the Wasp und wie schon nach Avengers: Age of Ultron folgen die Abenteuer von Scott Lang, Hope van Dyne und Hank Pym nach einem Avengers-Streifen. Wie ist das Sequel des Erfolgsfilms gelungen?

Die Planungsverantwortlichen der Marvel Studios müssen einen Narren an Scott Lang (Paul Rudd) aka „Ant-Man“ und dessen Abenteuern gefressen haben. Anders kann man nicht erklären, warum der kleine und bisweilen große Held bisher jeweils nach den gigantischen Epen rund um die „Avengers“ ins Kino kommt. Ist es, um wieder mehr Lockerheit und Heiterkeit ins Marvel-Cinematic-Universe zu bringen? Nach „Avengers: Age of Ultron“ folgte das erste Soloabenteuer und bot einen Heist-Film in Marvel-Manier. Nun, nach Avengers: Infinity War, dem vielleicht düstersten Film des Franchise, folgt ein weiterer Heist-Film, nur geht es diesmal darum, eine Person aus dem Quantum-Realm zu befreien, nämlich die seit mehreren Dekaden vermisste Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer).

Der Haken an der Sache: Scott Lang steht seit seiner Mithilfe beim Flughafenvorfall in Deutschland aus „The First Avenger: Civil War“ unter Hausarrest und darf sich nicht aus seinem Haus bewegen, wenn er nicht gegen die Bewährungsauflagen verstoßen will. Das FBI, vertreten durch Jimmy Woo (Randall Park), hat ihn per Trackingfußfessel unter strenger Kontrolle. Scott arbeitet als Sicherheitsberater mit seinen Freunden Luis (Michael Peña), Kurt (David Dastmalchian) und Dave (T.I.) und die Firma Ex-Con baut sich einen Ruf auf. Da wird er unfreiwillig von Hope (Evangeline Lilly) und Hank Pym (Michael Douglas) in ihre Rettungsaktion gezogen. Denn seit Scotts Ausflug in die „Quantum Realm“ haben sie neue Hoffnungen, ihre Mutter respektive Ehefrau aus dem unfreiwilligen Exil zu holen. Dafür haben sie ein Minilabor gebaut, das allerdings auch die mysteriöse Ghost (Hannah John-Kamen) und den undurchsichtigen Geschäftsmann Sonny Birch (Walton Goggins) auf den Plan ruft. Der Kampf rund um den Besitz der Technik im Labor, die den Zugang zur Quantum Realm und damit dem Wissen aus Janets Kopfs ermöglicht, interessiert dabei alle beteiligten Parteien. Und all das, während Scott, Hope und Hank nach den Sokovia-Abkommen auf der Liste der meistgesuchten Personen stehen...

Hinweis: „Ant-Man and the Wasp“ spielt knapp vor „Infinity War“.

Väter und Töchter

Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“
Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“ - © Marvel Studios/Walt Disney

Ein zentrales Thema des Films sind die Beziehungen zwischen Vätern und ihren Töchtern. Hank und Hope sind hier zuallererst zu nennen, denn seit dem Verschwinden von Janet versuchen die beiden, einen Weg zu finden, sie zu befreien und brechen dabei auch zahlreiche Gesetze, obwohl es nach den Ereignissen von „Civil War“ sehr riskant ist. Scott und dessen Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson) sind hier ebenfalls zu nennen, denn Scott hat seine Exkurse als Ant-Man zwar sehr genossen, tut für seine Tochter und die Familie aber alles. Dementsprechend muss man ihn zu seinem Glück und der Rückkehr ins Kostüm nach zwei Jahren wortwörtlich zwingen. Scott ist ein Jedermann-Charakter, also kein wissenschaftliches Genie wie Hank oder sein Leben lang auf den Einsatz im Kostüm trainiert wie Hope, deren Wasp-Kostüm im Gegensatz zu Scotts Anzug einige Verbesserungen vorweisen kann. Scotts Motivation für seine Familie ist nachvollziehbar: Er will die erneute Trennung durchs Gefängnis nicht riskieren und ist ein Mann, der erst nach einem kugelsicheren Plan mit Alibi aktiv wird, wofür sich im Film beispielsweise diverse Ameisen anbieten.

Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“
Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“ - © Marvel Studios/Walt Disney

Eine dritte Vater-und-Tochter-Beziehung im Film gibt es ebenfalls, der ich aber nicht unbedingt vorgreifen möchte. Mehr spoilerige Details dazu gibt es aber in unserem Podcast zu hören. Leider ist diese Beziehung aber auch die schwächste der im Film präsentierten.

Hilfe, wir haben die Schurken geschrumpft?

Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“
Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“ - © Marvel Studios/Walt Disney

Ant-Man and the Wasp“ ist ein turbulenter, witziger und actionreicher Marvel-Streifen. Durch das Schrumpfen, Phasen und Wachsen der Figuren, ist es den Filmemachern möglich, einige wirklich sehenswerte und abwechslungsreiche Actionszenen und Kampfchoreografien in den Film einzubauen. Andernfalls würden diese vielleicht gar nicht so besonders wirken, werden durch diese dynamische Komponente aber extrem aufgewertet und unterhalten zumindest mich blendend.

Die Upgrades für Wasp und ihr natürliches Talent für Kämpfe stehen dabei schön im Konstrast zu Scotts unbeholfenem, improvisierten und bisweilen auch trotteligem Kampfstil, während Ghosts Durchlässigkeit ebenfalls in den Fights auf viele unterschiedliche Wege eingeflochten wird.

Bestimmte Aspekte an der Figur funktionieren sehr gut: Sämtliche Actionszenen etwa sind schönes eye candy und auch die Hintergrundgeschichte, die ihr in der Kindheit einen Schicksalsschlag verpasst hat, ist tragisch und beklemmend. Allerdings ist John-Kamen ohne die coole Maske gezwungen, eine gequälte Seele mit viel Hass und wenig Tiefe, aber anderer emotionaler Vielfalt respektive Gesichtsausdrücken zu spielen. Es wäre hier Aufgebe des Regisseurs Peyton Reed gewesen, die Figur vielleicht etwas vielfältiger auszulegen. Zudem werde ich nicht den Eindruck los, dass der Konflikt des Films dermaßen gestaltet ist, dass alle das gleiche Ziel verfolgen und nach einer Aussprache auch am gleichen Strang ziehen könnten. Ghost und ihre Motivation ist überdies in keiner Weise mit Titelheld Scott Lang, dafür aber mit Pyms Familie verknüpft, was auch eine Distanz schafft. Nach guten Schurken wie Hela, Killmonger und Thanos lassen Ghost und auch der Sekundärschurke Sonny Birch - und vielleicht auch noch eine dritte Person - zu wünschen übrig...

Wasp und der Ameisen-Typ

Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“
Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“ - © Marvel Studios/Walt Disney

Insgesamt müsste der Film eigentlich „The Wasp and Ant-Man“ heißen, weil der narrative Motor des Films ganz klar Hope ist und Scott eher ein Beifahrer, über den sich lustig gemacht wird, der das wissenschaftliche Kauderwelsch, wie wohl die meisten Zuschauer, nicht versteht und oft als comic relief fungiert. Der Fokus auf Hope ist, ob ihrer Fähigkeiten, sogar völlig gerechtfertigt, denn trotz aller Kritik erhält Scott immer wieder die witzigsten Szenen und sogar manch spektakuläre, muss aber auch oft genug gerettet werden. Den vielen Serienjunkies als Kate aus Lost bekannte Lilly beweist mit diesem Film, dass sie sich schon lange ein Actionvehikel verdient hat und das nicht nur in einer Nebenrolle wie bei „Real Steel“ (2011). Hoffentlich wird ihre Rolle im Marvel-Universum ausgebaut. In den Comics gehört die Figur Wasp, dort aber als ihre Mutter Janet van Dyne, schließlich zu den Gründungsmitgliedern der Avengers. Vertraut man den Ankündigungen von Marvel-Studios-Präsident Kevin Feige wird die Anzahl von wichtigen weiblichen Figuren ohnehin stark zunehmen. Dass Wasp nicht in „Civil War“ aufgetaucht ist, wird ebenfalls im Film thematisiert, weil Hope anders als Scott für die Heldenrolle geboren wurde. Der echte Grund, warum sie ausgespart wurde: Regisseur Reed wollte sich nach dem Debüt von Giant-Man nicht noch mehr die Butter für das Sequel vom Brot nehmen lassen. Das war im Endeffekt eine gute Idee, denn Hope ist der wahre Star des Films.

Eine weitere Häufung, die im Film auffällt: Ständig wird jemand überrumpelt und gefesselt oder wie bei „Tom und Jerry“ klauen sich die verschiedenen Parteien ein Objekt der Begierde. Besonders der Show-Down des Films ist eine gewaltige Hatz durch San Francisco.

Spaß mit kleinen Details

Besonders Spaß macht der Film bei kleinen Details, die in den Schrumpf- und Wachstumsszenen eingebaut werden. Wenn ein Salzstreuer etwa innerhalb Sekunden zu einem schmerzhaften Hindernis wird, jemand wortwörtlich auf Messers Schneide läuft, Ameisen von Hank als Bauarbeiter abgestellt werden, Amöben zu tödlichen Bedrohungen werden können oder Scotts treue Flugameisen ihren großen Auftritt haben und das für eine meiner liebsten witzigen Szenen sorgt, machen die Filmemacher einiges richtig. Auch ein unerwarteter Körpertausch sorgt im Saal für schallendes Gelächter. Neben dem Actionaspekt und dem Humor stimmt auch größtenteils der emotionale Aspekt. Wenn etwas zu dick aufgetragen ist, dann wahrscheinlich die Pseudowissenschaft des Films, über die sich Normalo Scott aber auch passenderweise lustig machen darf.

Neben einer obligatorischen Recap-Szene durch Luis, in der diskutiert wird, ob es ein Wahrheitsserum gibt oder nicht, welche wunderbar eingeleitet wird und die Bauchmuskeln strapaziert, ist von Scotts Kameraden diesmal Kurt einer der scene stealer, was ich so vorher nicht erwartet hätte. Mythen aus seiner Kindheit sorgen in diesem Kontext für Schenkelklopfer.

Bis auf einige Erwähnungen der Ereignisse von „Civil War“ und dem Vorgänger ist der Film auch relativ gut ohne Marvel-Vorkenntnisse zu genießen. Die erste von zwei Abspannszenen des Films ändert dies natürlich wieder und nimmt Bezug auf die aktuellen großen Ereignisse im MCU, dazu aber an anderer Stelle, beispielsweise im Podcast, mehr.

Quantum-Fazit

Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“
Szenenfoto aus „Ant-Man and the Wasp“ - © Marvel Studios/Walt Disney

Wie schon der erste Teil ist „Ant-Man and the Wasp“ eine schöne bodenständige Überraschung und ein maximaler Kontrast zur Bedrohung gegen das gesamte Universum in „Avengers: Infinity War“, weswegen es eine kluge Wahl ist, die schrumpfenden Helden nach der bedrückenden Kost als emotionalen Zwischengang zu servieren. Zumindest, bis die Wunden in der Post-Credits-Szene noch einmal gesalzen werden und uns daran erinnern, was in „Avengers 4“ auf dem Spiel steht und für die übrigen Helden Realität wird. Wahrscheinlich sollte man das Quantum Realm und die besondere Beschaffenheit davon im Hinterkopf behalten, ich kann mir vorstellen, dass hier noch mehr für eine etwaige Auflösung rund um den großen Konflikt versteckt liegt.

Zusammenfassend sei gesagt: Der gute Mix aus Action, Humor, Familienpathos und Einfallsreichtum machen „Ant-Man and the Wasp“ zu einem echten Anschautipp im Kino für alle Superheldenfreunde mit Herzen für kleine Tierchen und Helden. Vier von fünf fleißigen Arbeits-Ameisen/-Sternen.

Trailer zu „Ant-Man and the Wasp“:

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Ant-Man and the Wasp Trailer

Ant-Man and the Wasp Schauspieler

Walton Goggins

als Sonny Burch

Judy Greer

als Maggie

T.I.

als Dave

Hannah John-Kamen

als Ava Starr / Ghost

Abby Ryder Fortson

als Cassie

Laurence Fishburne

als Dr. Bill Foster

Divian Ladwa

als Uzman

Goran Kostic

als Anitolov

Rob Archer

als Knox

Sean Kleier

als Agent Stoltz

Ben Davis

als Agent Burleigh

Michael Cerveris

als Elihas Starr

Riann Steele

als Catherine Starr

Dax Griffin

als Young Hank

Hayley Lovitt

als Young Janet

Langston Fishburne

als Young Bill

RaeLynn Bratten

als Young Ava

Madeleine McGraw

als Young Hope

Tim Heidecker

als Whale Boat Captain Daniel Goobler

Stan Lee

als Shrinking Car Owner

Charles Justo

als Fireman

Brian Huskey

als Elementary School Teacher

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