The Walking Dead: World Beyond Staffel 1
The Walking Dead: World Beyond Staffel 1 Episodenguide
News zur 1. Staffel The Walking Dead: World Beyond
Noch mehr News zur Serie The Walking Dead: World BeyondReview zu The Walking Dead: World Beyond Staffel 1
Manchmal wird man den Eindruck nicht los, dass die Verantwortlichen hinter dem The Walking Dead-Franchise keine Ahnung haben, welche Strahlkraft von dem postapokalyptischen Universum noch ausgeht. Ob die Entscheidungen dazu nun die Kreativen rund um Chief Creative Officer Scott M. Gimple treffen oder der US-Sender AMC, der die Zahlen (Einschaltquoten, Werbeeinnahmen, internationale Aufrufe) sieht und einfach nicht aufgeben will, sondern im Gegenteil noch mehr Serien, Miniserien und sogar Kinofilme plant, ist dabei etwas unklar. Es scheint allerdings oft so, als wolle AMC die Bilanzen schönen, weil Alternativen fehlen. Also wird die Zombiekuh so lange gemolken, bis (bald) nichts mehr übrigbleibt.
Seit Oktober läuft nun weltweit The Walking Dead: World Beyond - durch Amazon Prime Video auch wie gewohnt blitzschnell in Deutschland. In diesem Fall sogar zeitnah zur Ausstrahlung bei AMC+ und somit noch vor der linearen US-Premiere, die sonntags über die Bühne ging.
Schon nach dem Auftakt wirkte die Serie allerdings so, als habe sie keine große Daseinsberechtigung. Mehr als zwei Sterne entlockte mir dieser in dem Pilotreview nicht und Besserung stellte sich in meinen Augen im Verlauf der zehnteiligen ersten Staffel ebenfalls keine ein. Darum stellt sich mir die Frage: Wer hat eigentlich danach gefragt?
Worum geht es in The Walking Dead - World Beyond?
In dieser mittlerweilen dritten Serie und somit dem zweiten Spin-off aus dem Zombiefranchise gehören die Untoten (hier als empties bezeichnet) seit zehn Jahren zur Lebensrealität. Die Community aus Nebraska hat damit zu leben gelernt und auch regen Kontakt mit anderen Gemeinschaften. Die Schwestern Hope (Alexa Mansour) und Iris (Aliyah Royale) leben hier. Deren Vater (Joe Holt) arbeitet als Forscher für die CRM (Civil-Republic Military), die an einem geheimen Ort liegt und die nach außen hin behauptet, sich für die Zukunft der Welt einzusetzen. Dass sie aber auch andere Ziele verfolgt, sieht man bereits ganz früh in der Staffel, da die Community in Omaha nach dem Weglaufen unserer Helden dem Erdboden gleich gemacht wird. Warum dieser drastische Schritt unternommen wird, der wahrscheinlich eine größere Gräueltat darstellt als alles, was der Governor (David Morrissey), Negan (Jeffrey Dean Morgan) oder die Kannibalen aus Terminus in der Originalserie zusammen angestellt haben, bleibt in der Debüt-Season offen. Immerhin sieht man am Ende der Staffel ein paar Überlebende.
Weil Hope und Iris über geheime Morse-Kanäle Botschaften von ihrem Vater erhalten, die andeuten, dass er in Gefahr schwebt, beschließen die Schwestern, auf eine große Reise zum CRM aufzubrechen. Anhaltspunkte, wie sie dort hinkommen, erhalten sie von Elizabeth (Julia Ormond), ein hohes Tier beim CRM. Man merkt früh, dass sie eine eigene Agenda verfolgt, aber nicht, was genau sie eigentlich vorhat oder warum man so viele Menschen dafür zu opfern bereit ist. Zusammen mit den ihnen eigentlich wildfremden Gleichaltrigen Elton (Nicolas Cantu) und Silas (Hal Cumpston) sowie später auch mit den etwas älteren Aufsichtspersonen Felix (Nico Tortorella) und Huck (Annet Mahendru) kämpfen sich die unerfahrenen Geschwister also durchs Land. Sie hatten zwar theoretischen Unterricht im Kampf gegen die Untoten, aber mussten diesen in der Praxis kaum anwenden, weil sie recht behütet aufwachsen konnten.
Hope hat zudem damit zu kämpfen, dass sie einst, wie sie später bemerkt, Eltons schwangere Mutter erschossen hat, die ihrer Mutter zuvor das Leben genommen hatte. Silas hat seinen gewalttätigen Vater umgebracht, der kurz danach als Zombie wieder erwachte und Huck stellt sich im Verlauf der Staffel als Spion des CRM aus. Ihre Mission: Das asset muss unbedingt die CRM erreichen. Dabei wird angenommen, dass es sich um Hope handelt. Im Staffelfinale gibt es dann aber den schwachen Twist, dass die beiden Schwestern nur gemeinsam stark sind und ihr Genie ergänzen. Die Autoren versuchen zwar immer wieder zu zeigen, warum die beiden es drauf haben, scheitern aber in meinen Augen. Es wird einfach nicht glaubhaft, dass sie das Potential für die Rettung der Welt haben, wie auch immer so etwas aussehen könnte. Im Finale sieht man etwa, wie Hope einen defekten PC auseinandernimmt und kurz danach wieder zusammenbaut. Erst später sieht man, dass Iris dabei geholfen hat. Das macht sie nun also zu Genies? Dann gute Nacht.
Empties trifft es ganz gut

The Walking Dead: World Beyond hat ein immenses Problem damit, Spannung und Kurzweiligkeit aufkommen zu lassen. Die ausgewählten Darsteller der Jugendlichen selbst sind zwar nicht unbedingt nervig, wie zum Beispiel in anderen Serien, wobei das sicherlich Geschmackssache ist. Dafür sind sie aber blass und vollkommen uninteressant und müssen recht unmotiviert ihre schlappen Dialoge aufsagen. Das Autoren-Team um Showrunner Matthew Negrete glaubt, dass man dies mit Flashbacks, die sich den Charakteren widmen und der Marke Lost, Heroes oder The Leftovers entstammen, kaschieren zu können. Man kommt dabei aber in keiner Sekunde an die viel sehenswerteren Vorbilder ran. Diese Rückblicke verraten zwar mehr zu den jeweiligen Figuren, bieten aber oft nur bereits erwartbare Antworten auf die Konflikte, die von vornherein niemanden interessieren.
Das The Walking Dead-Franchise war in meinen Augen noch nie besonders stark, was Dialoge angeht, aber dieser Ableger schlägt dem Fass den Boden aus. Belanglosigkeiten, Durchhalteparolen und Pathos gehören bei den schablonenhaften Charakteren wohl einfach dazu. Es kann sein, dass man durch den Coming-of-Age-Ansatz eher auf ein junges Publikum abzielt, wodurch man den Anspruch an das Material und seine Komplexität noch weiter herunterschraubte als sonst. Aber muss die gesamte Staffel dann so dahinplätschern und zum x-ten Mal das zeigen, was wir vom Franchise schon lange kennen? Es gibt so gut wie keine erinnerungswürdige Szene für mich. Keinen Moment, bei dem ich mir dachte: „Ach, guck an, das ist mal ein neuer Ansatz!“ (Eine winzig kleine Ausnahme ist vielleicht der Huck-Twist, der später aber auch wieder belanglos wird.)

Persönlich hatte ich auch ein Problem mit der Figur Iris und ihrer Gestaltung sowie ihrer Art und Weise zu sprechen, aber das mag ein sehr subjektives Empfinden sein. Aber auch Elton, Silas und Hope haben allesamt ihre Problemchen - und alles dreht sich öfter mal im Kreis...
Wenn später Felix und Huck dazukommen, geht es auch viel zu lange um die Frage, ob man die Mission zum CRM fortsetzen sollte oder nicht. So kann man auch Zeit schinden. Ehe dann aufgeklärt wird, dass Huck die ganze Zeit als Doppelagentin für das CRM fungiert und im Auftrag ihrer Mutter aka Elizabeth handelt. Das bringt aber noch lange keine Aufklärung darüber, warum diese willkürlich ausgesuchten jugendlichen Schwestern es wert sind, eine ganze Ortschaft zu opfern und sie auf diese Reise zu schicken. Soll das eine Art Prüfung sein? Man hätte sie auch einfach per Helikopter rüberfliegen können, oder? Das wird sicherlich in der zweiten Staffel, die gleichzeitig auch schon die letzte sein soll, geklärt werden. Immerhin sieht man ein, dass hier weniger mal mehr sein kann, denn so richtig nach der Serie verlangt hat wohl kaum einer der langjährigen Fans, die eher Antworten auf viele offene Fragen haben wollen statt mehr Zeitschinderei und Filler-Material.
Ein anderes Beispiel für komische Drehbuch-Entscheidungen: Silas stellt sich nicht als Mörder zweier Figuren heraus und trifft irgendwann wieder auf Elton. Doch er opfert sich, um Verfolger abzuschütteln, was die Autoren vielleicht als entscheidenden Charaktermoment sehen - es wird aber weder durch die Erzählung sauber erarbeitet noch verdient. Die Gruppe wird im Finale - wie so oft in den Serien des Franchise - in Kleingruppen oder Duos getrennt, so dass die zweite Staffel wohl erst für eine Reunion sorgen wird, ehe es irgendwann Antworten gibt, die aber dann schon kaum noch interessieren werden.
CRM-Infos nur Häppchenweise

Im Vorfeld wurde der Ableger als eine Geschichte beworben, in der man mehr über die Hintergründe der mysteriösen CRM-Gruppierung erfahren wird. Diese hatte Rick Grimes (Andrew Lincoln) per Helikopter in der neunten Staffel ausgeflogen und mutmaßlich sein Leben gerettet. Wie so oft beim Franchise wurde dieses Büchse der Pandora geöffnet und bisher noch nicht genauer mit Antworten bedacht. „World Beyond“ dürfte aktuell zwar parallel zur zehnten Staffel von „TWD“ spielen, aber bis die Rick-Grimes-Filme gedreht werden können und ins Kino kommen, kann es sein, dass sich noch viel weniger Menschen dafür interessieren... Das Timing dieser Franchise-Erweiterungsmaßnahmen ist deswegen vollkommen fragwürdig. Die CRM-Gruppierung kam auch, vertreten durch die Figur Isabelle (Sydney Lemmon) und ihre kurze Affäre mit Althea (Maggie Grace), bei Fear the Walking Dead vor, bei welchem letztere zumindest in Staffel sechs versucht, erstere ausfindig zu machen. Man sieht hier und da also bemühte Versuche, das große Ganze am Leben zu erhalten. Allerdings ist das doch eher mühselig, frickelig und teilweise auch reichlich ungeschickt. Denn die wenigsten dürften überhaupt alle drei Serien verfolgen...
Persönlich glaube ich, dass die Autoren die Bereitschaft der Zuschauer für diese Schnitzeljagd gnadenlos überschätzen. Was sehen wir aber nun in „The Walking Dead: World Beyond“ über die CRM? Bislang wieder nur hauptsächlich Andeutungen, neue Rätsel und Verwirrungstaktiken. Das ist in meinen Augen nicht sonderlich konstruktiv. Besonders das Mittel der Post-Credits-Szenen, die sehr leicht von den Zuschauern verpasst werden können, funktioniert einfach nicht so wie gewünscht. Dort sehen wir beispielsweise Forschungen an den Untoten oder Hinweise zum Verbleib vom Vater der beiden Schwestern im Mittelpunkt. Aber warum riskiert man überhaupt, dass die Zuschauer so etwas verpassen könnten? Man ist eben nicht die Marvel Studios, die sich über Jahre hinweg die Zuschauer dahin erzogen haben, dass sie für den Abspann sitzen bleiben und mehr erwarten...
An einer anderen Stelle erhält man einen Einblick in das Leben von Elizabeth, der allerdings auch keine klaren Antworten gibt. Wer mir verständlich aufschlüsseln kann, warum sie etwa alle Luxusgüter voll aufdreht, der macht einen besseren Job als die Autoren und ich bin in dieser Meinung sicherlich nicht alleine... Insgesamt ist es einfach eine nervige Angewohnheit, wenn viele Figuren aus dem CRM schlichtweg nur in Rätseln und Plattitüden reden, denn so sind es keine dreidimensionalen Charaktere, sondern nur austauschbare Plotelemente. Das ist man zwar von Figuren wie Jadis/Anne (Pollyanna McIntosh) oder Eugene (Josh McDermitt) aus dem Original auch nicht anders gewohnt, aber immerhin gab es um sie herum noch genug interessant andere Ereignisse, so dass man das in dem Moment einfach hinnehmen konnte. Die Autoren steuern darauf zu, dass sie die Zuschauer (oder zumindest mich) verlieren, wenn es um das CRM geht.
Wen interessiert es?

Blickt man auf die Einschaltquoten, muss man sich die Frage stellen, ob das die richtige Taktik ist. Zwar ist man noch mit 1,6 Millionen Zuschauern gestartet, was wohl auch am starken „TWD“-Vorprogramm lag, mittlerweile aber schon in Richtung 600.000 Zuschauer abgefallen. Interessant ist auch, dass die Wertungen der einzelnen Folgen beim deutschen Amazon Prime Video in der Regel recht schwach ausfallen. Normalerweise beachte ich solche Wertungen gar nicht, aber hier fällt es doch auf, wenn man den Streamingdienst startet und dauernd eine Punktzahl von weniger als 5/10 sieht. Das alles spricht dafür, dass die Serie nicht unbedingt gut ankommt...
Warum hast du es dann geguckt?
Das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich, weil ich inzwischen so sehr im Franchise drin bin, dass ich wissen möchte, ob ich etwas Wichtiges verpasse. Es ist die „FoMO“, also „Fear of Missing Out“ beim Serienkonsum.Verpasst hätte ich aber tatsächlich nicht viel. Must-Watch-TV wurde hier nicht gedreht, das sollte allen nach dem Lesen dieser Zeilen klar sein. Zehn Episoden sind in der Corona-belasteten mauen Serienzeit allerdings auch ein eher kleiner Zeiteinsatz, den man durchaus verkraften kann. Darum verfolge ich auch noch nebenbei Fear the Walking Dead, obwohl ich dessen fünfte Staffel für eine Katastrophe hielt.
Die Mutterserie The Walking Dead hat zumindest in der Angela-Kang-Ära wieder etwas die Kurve bekommen und hier ist das Ende ja immerhin schon angekündigt, auch wenn es wieder durch zahlreiche Bonusepisoden künstlich aufgeblasen und in die Länge gezogen wird. Vom nächsten Ableger mit Daryl und Carol sowie den Tales of the Walking Dead ganz zu schweigen... Und das alles, obwohl von den 17 Millionen US-Zuschauern, die man in der Spitze hatte, mittlerweile maximal drei bis fünf Millionen übriggeblieben sind, wenn man alle Serien zusammenrechnet.
Fazit

The Walking Dead: World Beyond ist größtenteils leider ziemlich langweilig und austauschbar. Manchmal wirkt die Serie wie Beschäftigungstherapie und Zeitschinderei, ehe irgendwann vielleicht doch endlich mal verraten wird, was aus Rick Grimes eigentlich wurde und warum er in all den Jahren nicht zu seiner Familie und Freunden zurückkehren kann. Denn die Geschichte von Iris, Hope, Elton, Silas und Co interessiert kaum. Sie ist nur ein Mittel zum Zweck, um das CRM als interessante Community in Stellung zu bringen. So wirkt es zum gegenwärtigen Handlungszeitpunkt zumindest.
Hier abschließend noch der Trailer zur ersten Season „The Walking Dead: World Beyond“:
«The Walking Dead: World Beyond» Trailer
The Walking Dead: World Beyond Staffel 1 Episodenguide
Iris Bennett (Aliyah Royale) begrüßt einen rätselhaften Verbündeten in ihrer Gemeinschaft, während Hope Bennett (Alexa Mansour) die Motive des Besuchers hinterfragt. weiterlesenweiterlesen
Eine Botschaft stellt... weiterlesen
Die Gruppe passt sich an die Realität des Lebens außerhalb der Mauern ihrer Gemeinschaft an. Iris versucht, trotz der Vorbehalte von Hope das Kommando zu übernehmen. Felix und Huck verfolgen... weiterlesen
Angesichts eines massiven Problems werden die Jugendlichen unter Druck gesetzt, nach Hause zurückzukehren. weiterlesen
Mitglieder der Gruppe schließen sich zusammen, während sie in einer alten Highschool Bedrohungen ausgesetzt sind. weiterlesen
Ein Neuankömmling kommt und bietet einen Deal an, der zu Spaltungen innerhalb der Gruppe führt. weiterlesen
Die Gruppe sucht nach etwas, das ihnen bei ihrer Suche hilft. Die Jugendlichen spielen ein Spiel „Truth or Dare“. weiterlesen
Eine schreckliche Entdeckung bringt die Gruppe an einen Scheideweg und veranlasst einen von ihnen, das vergangene Trauma noch einmal zu durchleben. weiterlesen
Ein Unfall bremst die Gruppe, weil sich jemand verletzt, während ein anderer eine Entdeckung macht. weiterlesen
Die gespaltene Gruppe kämpft um die Wiedervereinigung, doch andere richten ihr Augenmerk auf das größere Wohl. weiterlesen