The Lord of the Rings: The Rings of Power 2x08

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Das passiert in der Folge „Schatten und Flammen“ der Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“
Eregion ist gefallen, doch gerade als Adar glaubt, der Frieden sei in greifbarer Nähe, verraten ihn seine Ork-Kinder und schließen sich Sauron an. Doch just als es keine Hoffnung mehr zu geben scheint, trifft Durins Zwergenarmee ein und rettet Gil-Galad, Elrond, Arondir und die überlebenden Elben vor der Massakrierung.
Ar-Pharazôn ergreift in Númenór endgültig als Usurpator die Macht und verfolgt die Getreuen. Elendil flieht auf Wunsch von Miriel, doch bevor er seine Heimat verlässt, schenkt sie ihm noch das Schwert Narsil. In Rhûn trifft der Fremde derweil auf den dunklen Zauberer und muss sich seiner schwersten Prüfung stellen, um zu erkennen, wer er ist.
Gleichzeitig tritt Galadriel gegen Sauron an und verliert die neun Ringe an den dunklen Herrscher. Nun greift er auch nach dem Ring Nenya, doch die Heerführerin widersetzt sich seiner Macht und stürzt sich von einer Klippe. Gil-galad rettet ihr dank seiner Heilkräfte das Leben. Gemeinsam entscheiden er, Galadriel und Elrond, dass die Zeit gekommen ist, Sauron im Feld zu bezwingen...
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Ein versöhnlicher Abschluss

Ich gebe zu, dass ich es mit The Lord of the Rings: The Rings of Power nicht immer leicht habe. Für mich ist und bleibt die Serie vor allem zu langgezogen und teilweise auch nicht gut geschrieben. Doch was Patrick McKay und John D. Payne mit der Finalepisode der zweiten Staffel abgeliefert haben, ist dann doch ein mehr als versöhnlicher Abschluss.
Sicherlich lassen sich auch in der bisher besten Episode der Serie die in den ersten Folgen etablierten Schwächen nicht vollkommen eliminieren. So bleiben Arondir, Adar und Theo insgesamt weiterhin für den Plot vollkommen nutzlos. Allerdings hat zumindest der korrumpierte Elb in Schatten und Flammen seinen endgültig letzten Auftritt und stirbt einen berührenden und sehenswerten Tod. Es ist natürlich kein Zufall, dass die Orks ihn auf dieselbe grausame Weise abschlachten wie einst Sauron, ganz nach dem Motto: pass auf, was du dir wünscht, eine schöne Hommage an den Staffeleinstieg.
Wesentlich erinnerungswürdiger sind aber die vielen epischen und musikalisch hervorragend untermalten Szenen, die den bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, den ich mir schon bei Ewig dem Tode verfallen gewünscht hatte.
Vergleicht man die beiden Folgen direkt stellt man fest, dass das Drehbuch wesentlich straffer daherkommt, obwohl viel mehr geschieht. Erlaubte man sich in der großen Schlacht noch eine ideenlose Filmreferenz nach der anderen, glänzt das Finale nun nur so vor wichtigen Ereignissen, die mich zum Teil im positiven Sinne erschüttern, andererseits aber auch meine Vorfreude auf Staffel drei schüren.
Durin III
Doch beginnen wir von vorne und schauen uns an, was in Khazad-dûm geschieht. Durin III hat endgültig den Verstand verloren und wühlt sich mit einer Ramme durch den Berg, um an reichen Mithrilvorkommen zu gelangen. Gerade als er es geschafft hat und sein Sohn sich beinahe für seine Ängst schämt, erstrahlt ein gleißendes Feuer aus den Tiefen des Berges. Eine aus den Filmen wohlbekannte Feuerpeitsche trifft Durin III am Fuß und reißt ihn beinahe mit sich. Dann ist es endlich soweit: Der Balrog steigt lodernd empor, um blutige Ernte einzufahren. Es ist eine kluge Entscheidung, den Dämon audiovisuell an das Filmdesign anzupassen. Das verstärkt die vom Produzententeam angestrebte Franchise-Kontinuität und stellt auch den Fan der Kinoadaptionen zufrieden.

Bevor sich Durin III mutig auf das Unwesen stürzt und so sein Volk rettet, erfreut uns das Autorenteam mit einem berührend geschriebenen Dialog um Vater- und Sohnliebe. Der König nahm den Ring ab, um sich zu opfern und findet in seinen letzten Lebensminuten zu seinen wahren Stärken zurück: Liebe und Güte, klasse.
In Númenór
Der Teil um die Geschehnisse auf Númenór ist der in der Folge schwächste Part, obwohl er für den weiteren Verlauf der Serie von entscheidender Bedeutung und zweifelsfrei ansprechend gefilmt ist. Die Usurpation des Reiches durch Ar-Pharazôn nach der bestandenen Gottesprüfung ist jedoch zu offensichtlich, da es keinen Sinn ergeben hätte, den Kanon an dieser Stelle zu verändern.
Dass er machtbesessen, hinterlistig und kaltblütig ist, haben wir ja nun zur Genüge erfahren. Es ist auch kein großes Geheimnis, dass seine Charakterschwäche zum Untergang des Reiches führen wird. Vielleicht hätte eine kleine Actionsequenz (Elendil muss sich den Weg freikämpfen…) die Handlung noch etwas aufgepeppt: Nicht falsch verstehen bitte. Schlecht sind die Szenen nicht, aber eben auch nicht so stark wie der Rest der Episode. Es sei aber an dieser Stelle betont, dass dies den tollen Gesamteindruck keinesfalls schmälert.
Eregion
Die Geschehnisse in Eregion sind durchgehend unterhaltsam und mit jeder Faser episch gedacht. Sauron foltert Celebrimbor, um an die neun Ringe zu gelangen, die er einige Minuten später der verletzten Galadriel abnimmt. Die Orks wüten durch die Stadt, lehnen sich gegen Adar auf und nehmen Gil-Galad, Elrond und Arondir gefangen, der leider aber erneut viel zu wenig Screentime bekommt (das wird sich womöglich in Staffel drei allerdings noch ändern).
Jede einzelne Szene ist hier klug getimt und hat etwas zu erzählen. Wir erleben Leid, Hoffnungs- und Hilflosigkeit und hören dann plötzlich das Horn der Zwerge erschallen, die doch noch zur Hilfe eilen. Ich gebe zu, dass ich ihn diesem Moment eine Gänsehaut bekam.
Währenddessen kämpft Galadriel den Kampf ihres langen Lebens gegen Sauron und unterliegt diesem. Das Duell an sich ist routiniert choreografiert und selbst Saurons Psychotricks ergeben Sinn. In dieser Szene verliert die Figur endgültig ihren Mary-Sue-Nimbus und wird zu einer „ganz normalen“ Heldin, für die man echte Sympathie entwickeln kann. Sauron führt der Heerführerin ihre Schwächen gnadenlos vor Augen, doch sie schafft es, sich ihm zu entziehen, indem sie sich von einer Klippe stürzt. Das ist eine konsequente Entwicklung der Figur, auch wenn wir natürlich wissen, dass sie das Debakel überleben wird.
Der erneut toll von Benjamin Walker gespielte Hohekönig avanciert allmählich zu einer Lieblingsfigur. Erst setzt er seine Heilkräfte für Galadriel ein, lässt einen netten kleinen Scherz über ihre bisweilen selbst für ihn schwer zu ertragene Nervigkeit und lässt sie an der Entscheidung über das weitere Vorgehen der Elben teilhaben. Geschickter kann man Figuren kaum zusammenführen.
Abgesehen vom oben erwähnten Eintreffen der Zwerge ist der Moment, in dem der Elbenherrscher kämpferisch das Schwert erhebt und sein Volk, bereit für die Schlacht, seinem Beispiel folgt, meine Lieblingsszene. Die Szene ist nach dem Gemetzel, dass die Elben gerade erleben mussten, äußerst befriedigend und lässt Vorfreude auf die dritte Staffel aufkommen.
Wo ein Gandalf ist, ist auch ein Weg
Kommen wir damit zum vierten Handlungsbogen, der ebenfalls entscheidend uns sinnvoll, wenn auch wenig überraschend weitergeführt wird. Nach einem mehr als unangenehmen Treffen mit dem dunklen Zauberer offenbart sich, dass der Fremde tatsächlich Gandalf ist. Gestik und Mimik seines Opponenten weisen indes immer stärker darauf hin, dass wir es mit Saruman zu tun bekommen.
Inwieweit die Figur in den kommenden Staffeln ins Geschehen eingreift und ob es für Gandalf in Rhûn oder Eriador weitergeht, wird sich in der kommenden Season zeigen. An dieser Stelle sei übrigens ein großes Lob in Richtung Daniel Weyman ausgesprochen, der mit der Annahme der Rolle in große Fußstapfen trat und diese bestens ausfüllt. Er agiert mutig, aber mitfühlend, ohne dabei ins Kitschige abzudriften. Als er seinen altbekannten Stab findet und anschließend mit Tom Bombadil das Ende der Staffel besingt, ist die Herr-der-Ringe-Welt also trotz einiger weniger starken Episoden wieder in Ordnung.
Aus und vorbei

Rekapitulieren wir zum Ende unserer Betrachtungen noch einmal für das Protokoll, wen wir in der Staffel drei nicht wiedersehen werden. Durin III opferte sich für sein Volk und Adar wurde von seinen Kindern ermordet. Ob es ein Wiedersehen mit Theo gibt, ist unklar. Die Wege von Gandalf, Nori und Poppy trennen sich. Inwiefern die beiden Hobbits in Zukunft noch eine Rolle spielen, ist ebenfalls nicht absehbar.
Die stärkste Figurenentwicklung machte last und but not in den letzten beiden Episoden Galadriel durch, die sich vom arroganten Quälgeist zu einer echten Heldin entwickelt hat. Doch auch der weitere Weg Durins IV wird mit großer Sicherheit interessant werden. Gil-Galad etabliert sich als weiser und mutiger Herrscher und Elrond ist ohnehin eine der best geschriebenen Figuren der Serie.
Fazit
Wow, was für ein toller Abschluss für eine Serie mit so vielen Höhen und Tiefen. Insgesamt kommt die Staffel nach ausführlicher Begutachtung aller Folgen auf 3,7 von 5 Punkten und kratzt damit nah an einer Vier. Das ist nicht ganz so gut wie erhofft, aber auch bei Weitem nicht so schlecht wie befürchtet.
Vor allem diese in fast allen Belangen tolle Abschlussfolge haut es noch einmal raus und bringt die Season nach vorne. Es bleibt zu hoffen, dass die Serienmacher auch weiterhin auf die etwas straffere Gangart setzen und die bisweilen nervige narrative Gemächlichkeit hinter sich lassen. Immerhin warten noch 24 Teile mit jeweils mindesten einer Stunde Laufzeit auf uns. Das ist viel Sendezeit für eine Geschichte, die Tolkien einst in rund 14 Stunden erzählte. Für das gelungene Finale gibt es von uns indes 4,5 von 5 Ringen.
Verfasser: Reinhard Prahl am Donnerstag, 3. Oktober 2024The Lord of the Rings: The Rings of Power 2x08 Trailer
(The Lord of the Rings: The Rings of Power 2x08)
Schauspieler in der Episode The Lord of the Rings: The Rings of Power 2x08
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