Ju-On: Origins Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Ju-On: Origins Staffel 1

Ju-On: Origins Staffel 1 Episodenguide

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Review zu Ju-On: Origins Staffel 1

Seit genau 20 Jahren versucht das J-Horror-Franchise „Ju-On“, uns in verschiedenen Formen das Fürchten zu lehren. Zuletzt in Form der Netflix-Serie Ju-On: Origins, an der es seit ihrem Start insgesamt mehr wohlwollendes Interesse gegeben hat als am vierten US-Film vom Anfang des Jahres, der einfach nur „The Grudge“ hieß, als hätte es das Remake von 2004 nie gegeben... Nach unserem Pilotreview von letzter Woche haben wir nun auch den Rest der ersten Staffel gesehen und können nach sechs Episoden berichten, wo wir richtig, wo wir falsch lagen mit unseren Vermutungen und wie sich die origin story, die keine ist, nach dem aufwühlenden Auftakt weiterentwickelt.

Ju-On: Origins“ ist nicht, wie man im Vorfeld hätte vermuten können, die Geschichte der japanischen Geister-Ikone Kayako Saeki, die höchstens von ihrer Kollegin Sadako Yamamura aus dem „Ring“-Franchise in den Schatten gestellt wird, was ihren Status als Nationalfluchgespenst angeht. Zwar bestehen zur Geschichte der Woman in White vom Dachboden des aktuellen Hauses einige Parallelen und auch sonst schneidet sich die Netflix-Serie mehrere Scheiben aus den üppigen Filmvorlagen ab, doch nicht sie und ihr Schicksal sind der Dreh- und Angelpunkt, sondern das Haus selbst. Nicht der Mord an Kayako und ihrem Sohn durch den eifersüchtigen Ehemann und ihr Groll haben den Fluch verursacht, sondern die Gesamtheit aller Schicksale, die sich in jener Residenz zugetragen haben und dazu verdammt sind, sich stets zu wiederholen.

Selbst die Schülerin Kiyomi (Ririka) aus den ersten beiden Episoden, die nach ihrer Vergewaltigung nicht mehr dieselbe ist und wie besessen scheint, begibt sich in die gleiche Familienkonstellation wie alle anderen Verfluchten: mit einem gewalttätigen Ehemann und einem unheimlichen Kind, das durch das Unglück der mörderischen Eltern in Mitleidenschaft gezogen wird. Nicht nur das Haus ist das Monster dieser Geistergeschichte, sondern - wenn wir mal kurz unseren Interpretationshut aufsetzen dürfen - die Häuslichkeit selbst. Etwas, das nicht nur das „Ju-On“-Franchise durch die Blume infrage stellt, sondern zum Bespiel auch in Nobuhiko Obayashis klamaukigem Horrorklassiker „House“ von 1977 im Subtext mitschwingt.

Netflix
Netflix - © Netflix

Nach den ersten zwei Folgen von „Ju-On: Origins“ springen wir von 1988 ins Jahr 1995. Kiyomi ist mittlerweile mit ihrem Vergewaltiger verheiratet und hat einen Sohn, der das Äquivalent zum Gruselkind Toshio aus den frühen Filmen der Reihe darstellt. Sie hält bis zuletzt an ihrem Trauma fest, das dankbarerweise nicht unter den Teppich gekehrt wird, doch die Serie ist nicht nur an ihr interessiert. Sie trennt die Segmente der verschiedenen Besucherinnen und Besucher beziehungsweise Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses zwar nicht säuberlich ab wie die episodenhaften Filme, wechselt aber ständig die Perspektive und die Zeitebenen, um sehr ähnliche Konstellationen der häuslichen Gewalt darzustellen, die sich wie Echos in den verfluchten vier Wänden wiederholen.

Auf die groteske Spitze getrieben wird dies in Episode vier, wenn die schwangere Keiko (Nana Yanagisawa) und ihr im Fluchhaus lebender Geliebter Nobuhiko (Shinsuke Kato) planen, Keikos Ehemann Keiichi (Ryota Matsushima) aus dem Weg zu räumen, der längst von der Affäre weiß. Dieser lässt es beinahe über sich ergehen, vergiftet zu werden, entscheidet sich im Eifer des Gefechts aber doch zum Gegenschlag (oder zumindest Doppelsuizid), wobei er seine schwangere Frau schließlich ermordet und ihr den Fötus ihres Kindes (das wohl von ihrem Liebhaber war) aus dem Leib schneidet, um es im Garten des Hauses zu vergraben. Vor Ort ist Nobuhikos Familie ebenfalls längst tot und Keiichi stellt sich der Polizei, woraufhin er vom Geist seines ungeborenen Kindes heimgesucht wird.

Dass im Leib von Keiko später anstelle des Babys ein Telefon steckt, ist nur eine von vielen Referenzen auf prominente Gewalttaten aus dem realen Leben, die in Japan zu jener Zeit durch die Medien gingen. Sogar das berühmte Geisterhaus basiert auf dem (vermeintlich) echten Fall des sogenannten Gelben Hauses, in dem mehrere grausame Morde von Eheleuten geschehen sein sollen. Im Segment von 1995 wird sogar auf den Sarin-Angriff der Sekte Aum Shinrikyo auf die Tokioter U-Bahn hingewiesen. Was dem Realitätsbezug ebenfalls hilft, ist die Tatsache, dass das besagte Serienhaus ein ganz normales Haus ist und keine vor altem Holz und schweren Möbeln nur so knatschende Halloween-Residenz.

Der Okkult-Ermittler Odajima (Yoshiyoshi Arakawa) macht mithilfe von Schauspielerin Haruka, des Geistes ihres verstorbenen Verlobten und dessen als Medium dienender Mutter Michiko (Nobuko Sendo) die gefährliche Adresse ausfindig, zu der auch er eine Verbindung hat. Er lebte in den 50er Jahren als kleines Kind dort und wurde Zeuge, wie die geisterhafte Frau in Weiß seine Schwester auf den Dachboden lockte und ihr das Baby übergab, welches kurz darauf von einer unheimlichen Einbrecherin entführt wurde. Besagte Einbrecherin ist, wie sich herausstellt, Kiyomi in den 80er Jahren, denn in einer der interessantesten Enthüllungen der Serie, existiert das Haus jenseits von Raum und Zeit. Es ist ein Nexus des Leidens, nicht aus einer schrecklichen Tragödie geboren, sondern aus sämtlichen Schrecklichkeiten, die sich je dort abgespielt haben und abspielen werden - kosmisch für immer verwoben und ihren Schatten auf das ganze Land werfend.

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Netflix - © Netflix

Der unheimliche Wandschrank, Schattengeister mit aufgerissenen Augen und eingestreute Schwarz-Weiß-Segmente sind ebenfalls Referenzen auf die Grundsäulen des Franchise. Gruselig sind aber nicht nur diese klassischen J-Horror-Elemente mit schemenhaften Figuren im Hintergrund und Geräuschen, die man nur schwer zuordnen kann, sondern auch die Tatsache, dass man nie genau weiß, was vor sich geht. Die Geschichten der zahlreichen Hausbewohnerinnen und -bewohner schmelzen ineinander und man ist nie über die exakte Spukmechanik des Fluches im Bilde, was die Angelegenheit viel unangenehmer macht als ein verlässliches Videoband, das einen pünktlich nach sieben Tagen abmurkst. Zudem kann man sich nie vollkommen sicher sein, wo die ohnehin vorhandene, häusliche Gewalt aufhört und wo der übernatürliche Spuk beginnt. Und das ist vielleicht sogar der Punkt...

Fazit

Ju-On: Origins ist kein Meisterwerk des Genres, aber ein gern gesehener throwback zu relevanteren Zeiten des J-Horrors und eine interessante Erweiterung des „Grudge“-Franchise. Vermischt wird ein sich manchmal unangenehm real anfühlender Schrecken mit übernatürlichem Spuk, der wie die Originalfilme mehr groteske Konzeptcollage als lineare Storyline ist. Zum besseren Überblick hätte vielleicht eine eindeutigere Struktur mit einem Ehepaar pro Episode geholfen, doch vielleicht geht genau das gegen die Grundidee der sich überschneidenden Schicksale, die sich um das vermaledeite Haus ranken. Was auf jeden Fall etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt, sind der Showdown und die eher abgedroschene finale Schreckszene, die nicht ansatzweise an den herrlichen Horror-Overkill der mittleren Episoden herankommen.

Wie bereits im Pilotreview erwähnt, werden vor allem J-Horror-Fans und Connaisseure von subtilerem Horror, der nur ab und zu in abgefahrene Gefilde abdriftet, ihre fürchterliche Freude an „Origins“ haben. Dermaßen vollgepackt mit kleinen Gruselideen und Inszenierungskniffen zum Einfangen des immer gleichen Blutbads, sollte mit Leichtigkeit noch eine zweite Staffel über den nicht enden wollenden Fluch drin sein...

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie:

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«Ju-On: Origins» Trailer

Ju-On: Origins Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Folge 1
3. Juli 2020

Eine junge Schauspielerin wird von rätselhaften Fußstapfen in ihrer Wohnung verfolgt. Der Forscher der Paranormalen, Yasuo ist interessiert und bittet sie um eine Audioaufnahme. weiterlesen

1x02 – Folge 2
3. Juli 2020

Die Dinge ändern sich für Kiyomi und ihre Angreifer nach einem Vorfall in einem verlassenen Haus. Tetsuyas psychotische Mutter wendet sich an Haruka Honjo (Yuina Kuroshima). weiterlesen

1x03 – Folge 3
3. Juli 2020

Kiyomi ist nun Mutter, dich ihr hartes Leben nimmt eine Wendung zum Schlimmeren. Durch alle Strapazen hat sie weiterhin Visionen von der Frau in Weiß. weiterlesen

1x04 – Folge 4
3. Juli 2020

Seine obsessive Suche nach dem verhexten Haus führt Yasuo zu „M“, einen Kindermörder hinter Gittern. Eine schwangere Frau ruft den Zorn ihres Ehemannes hervor. weiterlesen

1x05 – Folge 5
3. Juli 2020

Yasuo erkennt, dass er eine tiefe Verbindung zum verhexten Haus hat. Nachdem er Kiyomi in einer Vision gesehen hat, beginnt er, sie zu suchen. weiterlesen

1x06 – Folge 6
3. Juli 2020

Ein junges Paar, das ein Kind erwartet, zieht in das Haus. Auf der Suche nach Antworten statten Yasuo, Haruko und Michiko dem verhexten Haus einen Besuch ab. weiterlesen

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