Britannia Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Britannia Staffel 1

Britannia Staffel 1 Episodenguide

Review zu Britannia Staffel 1

Hand aufs Herz: Die erste Folge der Historienserie Britannia hatte mich etwas verwirrt. Meine Erwartungshaltung gegenüber der Koproduktion von Sky Original Production und Amazon Prime Video war, dass man uns ein recht klassisches Geschichtsdrama präsentieren würde, in dem ein Blick auf die römischen Feldzüge im mystischen Britannien um das Jahr 40 nach Christus geboten wird. Und genau das hat man seinem Publikum mit der neunteiligen ersten Staffel auch gegeben - jedoch auf eine Art und Weise, die außergewöhnlich, bisweilen ungemein bizarr und gleichzeitig unvergleichlich einnehmend ist.

Britannia“, das seit dem 23. Februar immer wöchentlich auf Sky Atlantic HD zu sehen und über die VoD-Dienste wie Sky Go oder Sky Ticket abrufbar ist, hat sich zu einem der aufregendsten Serienneustarts des Jahres gemausert. Und keiner hat es so richtig mitbekommen. Womöglich, weil die Einstiegshürde relativ hoch ist. Die Pilotfolge hat viele ähnlich verdattert und irritiert zurückgelassen wie meine Wenigkeit. Und selbst die, die sich demnächst noch einmal an die kostspielige Millionenproduktion heranwagen (pro Episode hat man Berichten zufolge um die 6 Millionen US-Dollar investiert), könnten von der eigenwilligen Machart des Formats abgeschreckt werden.

Doch es lohnt sich, der Andersartigkeit dieser Serie eine verdiente Chance zu geben. Eben genau deshalb, weil es auf dem großen, weltweiten Serienmarkt immer schwieriger wird, Serienprojekte zu entdecken, die sich unorthodoxe Sachen trauen, die Wagnisse eingehen, die ihre Zuschauer überraschen und auf dem falschen Fuß erwischen wollen. „Britannia“ gehört dazu. Anfänglich zieht man der Vereinfachung und Bequemlichkeit willen Vergleiche mit Game of Thrones oder Rome heran, ja selbst ein Hauch des postapokalyptischen „Mad Max: Fury Road“ weht über das farbenfrohe Historiendrama, das seine wunderschönen Bilder realen Drehorten im Süden Großbritanniens sowie in der Tschechischen Republik zu verdanken hat.

Die Serienschöpfer Jez und Tom Butterworth sowie James Richardson wollen aber eigentlich gar nicht mit irgendwelchen Serienkollegen konkurrieren, sie wollen eine eigene, distinktive Welt erschaffen, irgendwo zwischen fabelhafter Fantasy und gnadenlos konsequenter Wirklichkeit. Diese Mixtur ist das einzigartige Verkaufsargument der Serie: In „Britannia“ verschwimmen stetig die Grenzen zwischen dem, was real ist, und dem, was unvorstellbar erscheint und den Zuschauer regelmäßig verdutzt zurücklässt. Der recht einfache Plot der Geschichte, in der es hauptsächlich um die Vorherrschaft in Britannien und eine finstere Prophezeiung der geheimnisvollen Druiden dieser Ländereien geht, wird so fast schon zur Nebensache.

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Sky 1/Amazon - © Sky 1/Amazon

Britannia ist ein visueller wie auch spiritueller Höllenritt, der bei all seinen mystischen Elementen und mysteriösen Facetten vor allem in einer Hinsicht unfassbar viel Spaß macht: Man nimmt sich selbst nicht zu ernst. Zwar gibt es immer wieder Szenen in der ersten Staffel, in denen bedeutungsschwanger vor sich hingesabbelt wird, so zum Beispiel, wenn Veran (Mackenzie Crook), der Anführer der Druiden, das Wort ergreift und fast schon im Wahn seine Visionen teilt. Im Großen und Ganzen präsentieren sich die Charaktere aber allesamt erfrischend untheatralisch, als hätten sie einfach ungemein viel Freude daran, in coolen Kostümen und an beeindruckenden Sets befreit aufspielen zu können.

Gerade Serien aus dem Historiengenre tappen häufig in die Falle, dass sie sich selbst überschätzen. Den Darstellern wird in ihren Darbietungen dann eine gewisse Schwere abverlangt, jedes Wort muss so klingen, als würde es auf der denkbar größten Bühne dieser Welt vorgetragen werden. Die Macher von „Britannia“ hingegen finden einen angenehmen Mittelweg. Die Charaktere reagieren teilweise überraschend ehrlich auf bestimmte Situation, fast schon so, als wären sie aus einer anderen, moderneren Zeit. Aber wer sagt denn, dass sich die Figuren so verhalten müssen, wie es etwaige staubtrockene historische Aufzeichnung immer wieder in anderen Genreserien diktieren?

Britannia“ bricht in dieser Hinsicht mit den sonst so geläufigen Regeln und Mustern seines Genres, was eine wunderbare Abwechslung darstellt und zum hohen Unterhaltungswert der Serie beiträgt. So macht man auf sich aufmerksam, so sticht man heraus, so grenzt man sich vom Einheitsbrei ab. Eine Währung, die in Zeiten von „Peak TV“ nicht unterschätzt werden sollte. Dass diese Machart nicht jedem schmeckt, verwundert nicht. Gelegentlich dreht man gar ein wenig zu sehr frei, worunter wiederum die Handlung leidet, die dann etwas auf der Stelle zu treten scheint. Dafür feilt man in den neun Episoden der ersten Staffel fortwährend an der eigenen Identität, an dem speziellen Profil der Serie, das die Zuschauer in eine ungewöhnliche (Gefühls)Welt verfrachtet, bei deren Wahrnehmung es hier und da ratsam ist, sich einfach mal ein wenig fallen zu lassen.

Natürlich ist es seltsam, wenn im Rahmen eines Handlungsstranges zwei römische Soldaten für eine gesamte Folge einen obskuren Drogentrip schieben und wir hautnah mit dabei sind, wie sie ihr Bewusstsein erweitern. Ebenso kommt es unerwartet, als plötzlich einer der zentralen Charaktere von einer Art Dämon besessen ist und unmenschliche Kräfte entwickelt, was jeder Logik entbehrt. Aber das ist eben auch ein gewinnbringender Aspekt der Serie: im genau richtigen Maße abgehoben zu sein und sich daran zu probieren, Genretropen zu kombinieren oder neu zu interpretieren. Was dabei entsteht, ist eine teils sonderbare, teils faszinierende Erzählung, die dramaturgisch einige „Opfer“ in Kauf nimmt, im Gegenzug sich jedoch selbst mit einer klaren, audiovisuellen Handschrift belohnt.

Als Beobachter wird man auf fast schon auf unerklärliche Weise in den Bann dieses Formats gezogen und kann sich den besonderen Einfällen bei der Umsetzung und Inszenierung kaum entziehen. Die authentischen Darbietungen sind das eine, die wunderbaren, sagenhaften Bilder das andere. Der Einsatz von Licht und unfassbar satten Farbtönen, die malerischen Kontraste und die zahlreichen epischen Kamerafahrten - man möchte fast so weit gehen zu sagen, dass „Britannia“ eine der visuell beeindruckendsten Produktionen des noch jungen Serienjahres ist. Die verantwortlichen Regisseure und Regisseurinnen finden immer wieder ausgefallene, dynamische Einstellungen und holen das Maximum aus den sorgfältig ausgewählten Drehorten heraus, die derartig märchenhaft und surreal aussehen, dass man sich die Frage stellt, ob das alles überhaupt Realität ist oder doch nur ein Traum.

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Dieser Ansatz spiegelt sich ohnehin in der gesamten Serie wieder, die immer wieder in eine Art übernatürliche Zwischenwelt abgleitet. Dabei entsteht der Eindruck, als würden die Charaktere durch einen Fiebertraum taumeln, dessen Ausmaß nicht zu ergründen ist. Das mag jetzt so klingen, als wäre Britannia ein einziger Trip voller wundersamer Erscheinungen, das Format kann aber auch anders. Die zahlreichen ungewöhnlichen Momentaufnahmen sind das Salz in der Suppe, grundsätzlich probiert sich das Drama aber wie bereits erwähnt an einer eher simplen Geschichte, in der sich verschiedene Parteien gegenseitig die Köpfe einschlagen und gegeneinander intrigieren, um an Macht zu kommen. Hier kann „Britannia“ eventuell noch am meisten zulegen, denn die Handlung der ersten Staffel ist tatsächlich recht schnell umrissen. Vielleicht ist diese Einfachheit aber auch der Grund, warum andere Aspekte - die Inszenierung und die mystisch-spirituellen Aspekte - erst so gut zur Geltung kommen.

Manchmal kann sich die Serie durchaus wie ein Flickenteppich anfühlen, wird doch munter zwischen den verschiedensten Handlungssträngen hin- und hergewechselt. Von denen erscheinen wiederum einige arg nebensächlich und nahezu unwichtig für die gesamte Erzählung. Der Cast, angeführt von einer soliden Kelly Reilly als lässige Kriegerkönigin Kerra und einem exzellent aufgelegten David Morrissey als dämonisch-charismatischer Feldherr Aulus Plautius, kann den gelegentlich etwas zu sehr nur vor sich hinplätschernden Plot aber sehr ordentlich auffangen. Ein Sonderlob verdient sich übrigens Eleanor Worthington-Cox und der Däne Nikolaj Lie Kaas. Erstere trumpft als freche Halbwaise Cait, die ein besonderes Schicksal erwartet, hervorragend auf. Letzterer mimt dem schrulligen, gescheiterten Druiden Divis, der gezwungenermaßen ein unerwartetes Duo mit Cait bildet. Deren Zusammenspiel zeichnet einen eigenwilligen „Odd Couple“-Charme aus, womit man anfangs nicht wirklich rechnet.

Das bleibt wahrscheinlich am Ende der ersten Staffel von „Britannia“ am meisten hängen: Die Unberechenbarkeit dieser Serie, was wiederum ein zweischneidiges Schwert ist. Die Handlung leidet stellenweise darunter, weil es mitunter überhaupt nicht klar ist, wohin man eigentlich möchte. Soll es um den Konflikt der ansässigen Stämme in Britannien gehen und wie sich das römische Imperium vor Ort einmischt? Geht es nur um die gigantischen Egos der Charaktere, die Stellvertreterkriege führen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen? Oder gibt eine dubiose Prophezeiung den Ton an, die von einem fiesen Dämon namens Loka berichtet, der sie alle ins Verderben reiten wird? Letztlich ist es eine Mischung aus allem, was im Laufe der Staffel eine paar deftige Überraschungen für das Publikum mit sich bringt. Aber eben auch reichlich Verwirrung. Alles ist möglich, nichts ist verbindlich.

Das ist auf der anderen Seite auch ein Vorteil. Der große Masterplan am Ende von Britannia, das nach wie vor auf eine Verlängerung um eine weitere Staffel hofft, ist eher vage. Diese Ungewissheit und der Umstand, dass hier nicht alles bis aufs kleinste Detail ausformuliert, erklärt und beschrieben ist, macht dieses etwas andere Historiendrama so sehenswert. Manchmal gestaltet sich „Britannia“ wie ein wilder Bilderrausch, eine Fest für alle Sinne, das dazu einlädt, sich einfach mal treiben zu lassen. Durch die schlanke Laufzeit von 40 bis 45 Minuten pro Episode umschifft man geschickt unerwünschte Längen und hält den Wahnsinn clever im Zaum, sodass genau die richtige Dosis entsteht. Das Verhältnis zwischen eher fantasylastigen und weit realistischeren Szenen hat man ohnehin sehr gut raus. Warum also nicht, liebe Serienfans? „Britannia“ könnte Euch in der Tat faustdick überraschen.

Trailer zur ersten Staffel von „Britannia“:

«Britannia» Trailer

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23. März 2018

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