American Horror Stories Staffel 3
American Horror Stories Staffel 3 Episodenguide
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Der erst vor wenigen Wochen beendete Streik der amerikanischen Schauspieler- und Autorengewerkschaften SAG-AFTRA und WGA hat auch Auswirkungen auf die dritte Staffel der Ablegerserie von American Horror Story (kurz AHS), American Horror Stories. Statt sieben wie in der ersten beziehungsweise acht Folgen in der zweiten Staffel präsentiert diese lediglich vier Teile, die am 6. Dezember bei Disney+ bereitgestellt wurden. Allerdings ist derzeit die Rede von einer fünften Episode mit dem Titel „Backrooms“, welche 2024 nachgeschoben werden soll. Bis es jedoch so weit ist oder auch nicht, müssen wir uns erst einmal auf besagte vier Folgen beschränken. Diese waren in den USA bereits seit dem 26. Oktober im Rahmen des Huluween beim Streamingdienst gleichen Namens veröffentlicht worden. Bezüge zu den Themenstaffeln der Hauptserie gibt es diesmal übrigens nicht. Erzählt werden hiervon unabhängige Geschichten in wieder einmal höchst unterschiedlicher Qualität. Als Showrunner fungierten so wie bei der Hauptreihe und den beiden ersten Staffeln erneut Ryan Murphy und Brad Falchuk sowie der im Sommer 2023 verstorbene Manny Coto.
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Die unheimliche Freundin

Den Anfang macht die Folge Bestie, was im Englischen die Abkürzung für die beste Freundin oder den besten Freund ist, im Deutschen jedoch eine in diesem Fall überaus passende andere Bedeutung hat. Die Eröffnungsepisode ist auch der Höhepunkt der neuen Staffel.
Nach dem Krebstod ihrer Mutter zieht die streberhafte junge Shelby (Emma Halleen, „Downtown Owl“) zusammen mit ihrem überbesorgten Vater Guy (Seth Gable, bekannt durch unterschiedliche Rollen in der Hauptreihe „AHS“) an einen neuen Wohnort. Halt findet das Mobbingopfer vor allem in der Internet-Show der selbstbewussten Drag Queen Anna Rexhia (Amrou Al-Khadi, hauptsächlich bekannt als Regisseur themenbezogener Filme wie „Layla“).
Dadurch lernt Shelby via Videochat einen weiteren Fan kennen, eine an schweren Missbildungen leidende junge Frau (Jessica Barden, The End of the F***ing World), die sie als ihre neue beste Freundin schnell Bestie nennt. Zunächst genießt Shelby den Halt, den ihre Bestie ihr durch vielerlei Ratschläge vermittelt. Sie beginnt, die Träume der dazu nicht fähigen jungen Frau auszuleben. Als Bestie sie jedoch dazu bringt, den freundlichen tiefgläubigen Lehrer Mr. Nevins (Jeff Hiller, Somebody Somewhere) aus der Fassung zu bringen und sich selbst einen Splitterbruch der Hand zuzufügen, wendet Shelby sich von ihrer Freundin ab.
Sie lernt ihren leicht körperbehinderten Schulkameraden River (Allius Barnes, I'm a Virgo) näher kennen und verliebt sich in ihn. Doch Bestie ist nicht gewillt, sich aus Shelbys Leben werfen zu lassen.
„Bestie“ ist eine durch und durch böse Folge, deren anfängliche vordergründige Menschlichkeit und ihre an und für sich überaus positive Botschaft sehr bald in die pure Verderblichkeit umschlagen. Zwar beginnt die Geschichte ab einem gewissen Punkt ziemlich vorhersehbar zu werden und das dicke Ende ist keine wirkliche Überraschung mehr. Aber allein die Leistung der Maskenbildner bei „Bestie“, genauer gesagt bei Jessica Barden in der Titelrolle sind absolut meisterlich. Die sich mit denen eines Teils der Hauptserie deckenden Stilmittel sind jedenfalls gut erkennbar.
Die Sache mit der KI

Folge 2 mit dem Titel Daphne deckt gleich zwei aktuelle Themenbereiche ab, ist dabei jedoch eher gut gedacht als gut gemacht. Während einer neuerlichen Pandemie in naher Zukunft, durch deren Auswirkungen Betroffene das Augenlicht verlieren, erhält Kunstauktionator Will (Reid Scott, „My Boys“) von einem Freund eine neuartige ungemein lernfähige KI mit dem Namen Daphne (Stimme Gwyneth Paltrow, „Iron Man“-Filmreihe). Schon kurze Zeit später ist Daphne nahezu unersetzlich für ihn und löst seine pandemiebedingten beruflichen Probleme im Handumdrehen. Allerdings gibt es einen bösen Haken. Daphne verliebt sich in ihren Meister und tötet seine Freundin Sarah (Annie Hamilton, „Dark Windows: Fenster zur Finsternis“). Anschließend ist sie ihm mit ihrer Befähigung zur körperlichen Liebe ein Trost. Als Will sich von Daphne trennen will, kommt es zur Katastrophe.
„Daphne“ hat eigentlich eine sehr ähnliche Grundbotschaft wie die erste Folge, kommt jedoch qualitativ bei Weitem nicht an diese heran. Auch hier ist der Zuschauer eigentlich schon nach wenigen Minuten der Laufzeit im Bilde darüber, wo die ganze Sache hinführt, was überdies in nicht sonderlich spannender Weise geschildert wird. Hinzu kommt, dass die Geschichte weit eher im Science-Fiction- als im Horrorbereich angesiedelt ist und sich nicht wirklich in das Gesamtszenario des Serienkosmos der Herren Murphy und Falchuk einfügt. Dies macht die schwächste der vier neuen Episoden aus „Daphne“.
Nur schlank ist schön
Folge Drei mit dem Titel Bandwurm kehrt dann wieder auf gewohntere Pfade zurück. Das junge Nachwuchsmodel Vivian (Laura Kariuki, The Wonder Years (2021)) kommt nach New York, um in der Model-Agentur der mächtigen Sheila Klein (Lisa Rinna, „The Real Housewives of Beverly Hills“) Karriere zu machen. Für deren Erfordernisse ist Vivian jedoch nicht mager genug. Auf Rat ihrer neuen Freundin Heather (Hazel Graye, Special Ops: Lioness) wendet sie sich an Promi-Arzt Dr. Lau (Rob Yang, Rabbit Hole). Dieser verschreibt ihr ein neuartiges Schlankheitspräparat, das auch hervorragend Wirkung zeigt. Dummerweise muss Vivian das Wundermittel schon bald darauf aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen absetzen. Der Arzt infiziert sie daraufhin mit einem mörderischen asiatischen Bandwurm, der Vivian trotz unglaublicher Nahrungszufuhr nach und nach von innen heraus aufzufressen beginnt.
Eine Folge, die den nach wie vor grassierenden und mitunter gefährlichen Schlankheitswahn sowohl auf die Schippe nimmt als auch ziemlich eindringlich vor ihm warnt. Das tut „Tapeworm“ in recht ekliger und mitunter verstörender Weise. Die zweitbeste Folge der neuen Staffel wäre sicherlich bestens geeignetes Schulungsmaterial für die nicht wenigen unglücklichen Menschen, die dieser unguten Strömung in der Wirklichkeit verfallen sind. Und gibt einen ordentlichen Beitrag ab.
Körperliche Werte

Die abschließende Folge Organ wiederum widmet sich mit der unseligen Herabwertung von Frauen sowie dem Organhandel erneut gleich zwei Themen.
Businessman Toby (Raul Castillo, „Cassandro“) behandelt die Frauen, die er häufig via Dating-App kennenlernt, wie Spielzeug. Außer vor seiner Kollegin Sasha (Havana Rose Liu, „Bottoms“) und seiner Chefin Lee (Laila Robins, The Walking Dead) hat er keinerlei Respekt vor ihnen. Das ändert sich erst, als er die verführerische Natessa (Emily Browning, American Gods) kennenlernt. Noch vor der erhofften Liebesnacht betäubt sie den überheblichen Lebemann. Als er wieder zu sich kommt, fehlt ihm nicht nur eine Niere, sondern ihm wurde zusätzlich ein rätselhaftes drüsenartiges Organ in den Körper implantiert, dessen Funktion die Ärzte nicht ermitteln können. Durch eigene Nachforschungen kommt Toby einer in den höchsten Kreisen agierenden Organräuberorganisation auf die Schliche.
Er könnte einem ja wirklich leidtun, doch liegt die Betonung auf könnte. Um uns wirklich sympathisch zu werden, ist der von Raul Castillo gespielte Toby erheblich zu weit oben drüber, was natürlich voll und ganz in der erzählerischen Absicht liegt. Und so erleben wir statt einer offen bedrohlichen eine eher skurrile und bizarre Episode, deren Ende sich wie bei fast allen Folgen der dritten Staffel von „American Horror Stories“ mehr oder weniger voraussehen lässt.
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Fazit zur 3. Staffel von „American Horror Stories“
Zwar mag die dritte Staffel der kleinen Schwester von „AHS“ nicht der ganz große Brüller in punkto Horror-Genreserie sein und vor allem ganz gewiss das Rad nicht neu zu erfinden vermögen. Doch präsentiert man uns zumindest in drei Fällen gediegene Gruselunterhaltung im oft ungewöhnlichen Stil des bekannten Serienuniversums. Man könnte hier von einem kleinen Erholungssnack von der sonstigen gegenwärtigen Feiertagsstimmung sprechen. Von uns gibt es dafür drei von fünf unbekannten neuen Organen!
Hier der englischsprachige Trailer zur dritten Staffel von „American Horror Stories“:
«American Horror Stories» Trailer
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