Eine weitere Horrorserie buhlt in diesem Jahr um die Gunst geneigter Gruselfreunde. Wie die Pilotfolge der Exorzistenserie South of Hell mit Mena Suvari dabei abschneidet? So oder so: Gott, steh' uns bei...!

„South of Hell“ / (c) WE tv
„South of Hell“ / (c) WE tv

South of Hell ist das neue Serienprojekt von Dexter-Showrunner James Manos, Jr., wobei der Serienpilot von Koproduzent Eli Roth inszeniert wurde, der vor allem für die Torture-Porn-Filme der „Hostel“-Reihe und im Serienbereich als Executive Producer von Hemlock Grove bekannt ist. Teuflisch gut oder Serienkost aus der Hölle?

There are some places that can't be saved

Mena Suvari spielt die Exorzistin Maria Abascal, die in South Carolina damit beschäftigt ist, Dämonen auszutreiben. Dies gelingt ihr deshalb so gut, weil sie dank ihres Vaters (Bill Irwin) eine Dämonin namens Abigail in sich trägt, die sich von ihren bösen Artgenossen ernährt, sobald diese den Wirtskörper verlassen. Damit ihre dämonische Hälfte nicht die Klienten anfällt oder sonstigen Schabernack treibt, geht Maria nur mit ihrem Bruder David (Zachary Booth) Aufträgen nach, der den Piloten per Voice-over kommentiert. Hier sind dann so Dialogschätze wie „We all have our demons“ zu finden, wenn es um seine B-Plot-Drogensucht geht.

Mena Suvari und Zachary Booth als geschwisterliches Exorzistenteam © WE tv
Mena Suvari und Zachary Booth als geschwisterliches Exorzistenteam © WE tv

Warten wir nicht bis zum Fazit, zur Evaluation der Story, Inszenierung oder sonstigen Elementen: Was ein gerade so passabler, wenn auch extrem fader Serienpilot hätte sein können, wird durch die Performance der Hauptdarstellerin dermaßen nach unten gezogen, dass ich mich auf fast nichts anderes konzentrieren konnte. Ich möchte fast eine Sehempfehlung aussprechen, nur damit man mir glaubt, wie mies Suvari als teilbesessene Protagonistin rüberkommt. Die Dialoge tun hier niemandem einen Gefallen, doch bei den Takes, die hier durchgewunken wurden, muss teilweise der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben.

I wanna be good

Die Story beginnt mit einem kleinen Jungen (Hunter Wenzel), von dem ein Dämon Besitz ergreift, den Maria und Abigail zwar austreiben, aber nicht eliminieren können. Es kommt zumindest ans Tageslicht, dass der misshandelnde Stiefvater der Grund für die Besessenheit war. Weitere Prügeleinheiten für den Kleinen (eine Szene, auf die ich in einer albernen Spukserie auch gut hätte verzichten können) führen schließlich dazu, dass der Junge sich wieder für den Dämon öffnet. Wie am Ende offenbart wird, hat die Rückkehr von Marias Vater, dem großen Buhmann Enos, mit der Dämonenkonjunktur und dem Erstarken von Abigail zu tun.

Nebenbei versucht Maria, ihre diabolische Beifahrerin loszuwerden. Etwas, das sich als entweder nicht leicht oder sogar unmöglich herausstellt, selbst mit dem passenden Zauberamulett. Hilfe bietet ihr der Geistliche Elijah Bledsoe (Lamman Rucker) an, der von Enos weiß und selbst ein Anliegen hat. Abgesehen von Maria und ihrem Bruder hat noch ein weiteres Mitglied den Sturm auf den Weltuntergangskult ihres Vaters überlebt: Elijahs Tochter Grace (Paulina Singer). Diese ist seit dem Vorfall, bei dem 200 Menschen ums Leben kamen, ebenfalls besessen und somit heißt es nach ein wenig Gerangel an der Zimmerdecke „Mahlzeit!“ für Abigail.

I see what you did there... © WE tv
I see what you did there... © WE tv

Fazit

Angesichts der Vielzahl an Horrorserien, die Serienjunkies sich derzeit antun können, kann auf South of Hell gut verzichtet werden. Wer nach dem oben erwähnten nicht neugierig auf das unfassbar unterirdische Schauspiel der Hauptdarstellerin geworden ist, das auch noch durch zahlreiche auffällig nachsychnronisierte Szenen sabotiert wird, gibt es keinen Grund, diesen Serienpiloten nicht zu verpassen. Abgesehen von abgedroschenen Dialogen (natürlich darf auch das übliche Gabe-/Fluch-Geschwafel nicht fehlen) und den wirklich albernen Szenen im Dämonenmodus, fühlt sich das ganze Vorhaben irgendwie altbacken an, so als würde es eher in die Nachbarschaft von Serien wie Charmed gehören.

Um auf einer positiven Note zu enden: Das Serien-Opening ist wirklich sehr gelungen. Stimmungsvoll wird Südstaatenszenerie mit gruseligen Bildern gemischt, was eigentlich weniger zum stark nach Amy Winehouse klingenden Song „Wild Side“ von Cross My Heart passen dürfte, aber überraschenderweise zusammen einen interessanten Mix ergibt.

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