Schneller als die Angst: Review der Pilotepisode der ARD-Serie

Schneller als die Angst: Review der Pilotepisode der ARD-Serie

In der deutschen Serie Schneller als die Angst begleiten wir eine Polizistin, die durch ein persönliches Trauma geht, während sie einen entflohenen Frauenmörder jagt. Kann die ARD damit die Zuschauer:innen fesseln?

Der Cast der Serie Schneller als die Angst auf einem Poster (c) Das Erste
Der Cast der Serie Schneller als die Angst auf einem Poster (c) Das Erste
© er Cast der Serie Schneller als die Angst auf einem Poster (c) Das Erste

Sunny Becker (Friederike Becht) ist eine gute Polizistin, sie wird von den Kollegen geschätzt. Doch dann verändert sich alles. In der deutschen Serie Schneller als die Angst begleiten wir eine traumatisierte Ermittlerin, die einen entflohenen Frauenmörder jagt.

Wovon handelt die Serie Schneller als die Angst?

Sunny ist etwas Furchtbares passiert. Nach einer Feier hat ein maskierter Mann sie in ihrer Wohnung überwältigt und vergewaltigt. Erzählt hat sie das ihrem Freund, aber sonst niemandem. Denn Sunny meint, stark sein zu müssen, um in ihrem Job ernst genommen zu werden. Sie ist Polizistin und eine sehr gute dazu. Doch die Ereignisse der tragischen Nacht verfolgen sie auch bis zu den Tatorten, an die sie beruflich kommt. Bei einem Einsatz mit einer Kollegin friert sie im entscheidenden Moment ein, was zu einer Verletzung ihrer Partnerin führt. Die Kollegin verpfeift sie nicht, Sunny erzählt eine Ausrede und lässt sich ein paar Wochen krankschreiben. Das alles erfahren wir in albtraumhaften Rückblicken.

Als die Pilotepisode einsetzt, ist Sunny gerade wieder im Einsatz. Ihre Vorgesetzten würden sie gerne etwas länger am Schreibtisch halten, doch sie wehrt sich. Also darf sie an die Tatorte, solange sie eine angeordnete Therapie absolviert.

Ihr Freund Alex (Golo Euler), ein Forensiker, findet die Ignoranz seiner Freundin alles andere als ideal, doch Sunny lässt sich nicht beirren. Statt sich um ihre eigene psychische Gesundheit zu kümmern, schmeißt sie sich komplett in die Suche nach dem entflohenen Frauenmörder Andre Haffner (Felix Klare). Der hat nach 16 Jahren einen Mitgefangenen in den Selbstmord getrieben und ist aus der Einrichtung geflohen. Er hat schon in der Vergangenheit jeden kleinen Freigang für einen Mord genutzt, daher ist Schnelligkeit gefragt.

Statt Sunny bekommt ihr Kollege die Leitung, doch er will ihren Instinkten nicht glauben. Letztlich geht Sunny auf eigene Faust auf die Suche nach dem Flüchtigen und wird von ihm in einer Bauruine angegriffen.

Wie kommt es rüber?

Schneller als die Angst präsentiert sich in der Pilotepisode wie der Titel: etwas zu gewollt. Wer über die Pilotepisode der Produktion hinaus dranbleibt, der bekommt ein runderes Bild. Denn die erste Episode ist getrübt von Effekthascherei und zu gewollt albtraumhaften Bildern, tut sich jedoch schwer, Spannung und Charakterzeichnung zum Unterfüttern nachzureichen. Das wird allerdings im Laufe der Serie besser. Wir dürfen den Ermittlungen in zwei Fällen folgen, die sich immer wieder gut geschrieben vermischen.

Auf der einen Seite wäre da die Jagd nach dem entflohenen Frauenmörder und demgegenüber die Suche nach dem Vergewaltiger. Während Ersteres insgesamt vor allem für die großen Dramen sorgt, ist es Sunnys Suche nach dem eigenen Angreifer, die psychologisch gut durchleuchtet wird und daher am Ende noch mal mehr mitreißt als die actiongeladene Suche nach dem Flüchtigen.

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