Warum “Rick & Morty: The Anime” nicht sein Potential ausschöpft und mich verwirrt zurücklässt

Warum “Rick & Morty: The Anime” nicht sein Potential ausschöpft und mich verwirrt zurücklässt

Wie der Name schon verrät handelt es sich bei „Rick and Morty - The Anime“ um die animierte Version der Kultserie „Rick and Morty“. Denn statt einer Real-Life-Version beispielsweise, kriegen wir noch eine animierte Variante zur Verfügung. Die Frage, die hier im Raum steht: Brauchen wir das überhaupt?

Ein Szenenfoto aus „Rick and Morty: The Anime“
Ein Szenenfoto aus „Rick and Morty: The Anime“
© adult swim

Ein Sci-Fi-Anime? Viele schräge Charaktere, niederschmetternde Kampfszenen und epische Momente. So stelle ich mir zumindest einen Anime vor, welcher seine Protagonisten zwischen Raum und Zeit springen lässt. Wenn die Vorlage die erfolgreiche amerikanische Zeichentrickserie Rick and Morty ist, dann gibt es nach sieben Staffeln mehr als genug Stoff, um ein Remake mit Inhalt zu füllen. Doch ist die Anime-Version der beliebten Serie gelungen? Ich habe mir die erste Folge angeschaut und das sind meine Gefühle hierzu.

Worum geht es in „Rick & Morty: The Anime“?

Inhaltlich bleibt es bei Rick and Morty: The Anime quasi gleich. Es geht um den exzentrischen Wissenschaftler Rick Sanchez, der gerne einmal einenüber den Durst trinkt und hier und da mal einen fiesen Spruch auf Lager hat. Er lebt bei seiner Tochter Beth und dessen Familie, bestehend aus Ehemann Jerry und den Kindern Summer und Morty. Besonders zu seinen Enkeln hat Rick ein gutes Verhältnis und nimmt die beiden gerne auf Abenteuer durch den Kosmos und diversen Paralleluniversen mit. Während die Kinder das toll finden und ihre verschiedenen Leben genießen, halten die Eltern absolut gar nix davon.

Der Hintergrund der Neuverfilmungen sind die zwischen 2020 und 2021 enstandenen Kurzfilme „Samurai & Shogun“, „Rick and Morty vs. Genocider“ oder „Summer Meets God (Rick Meets Evil). Da diese sehr erfolgreich waren, wurde nun eine zehnteilige Serie produziert, die auf deren Grundlage basieren.

Aus alt mach neu, aber genau wie das alte?

Regie wurde von Takashi Sano geführt, welcher selbst ein riesen Fan des intergalaktischen Duos ist. Es sollte ihm daher leicht fallen, nah an der geliebten Vorlage zu bleiben und trotzdem eine eigene Richtung einzuschlagen. An den Kurzfilmen war er ebenfalls bereits beteiligt. Der Stoff wurde also in vertraute Hände übergeben.

Aber was genau passiert eigentlich in der Serie? In Folge eins wird man quasi direkt in die Handlung hereingeschleudert. Es wird nicht lang gefackelt und man ist direkt mittendrin in einem der abgespaceten Abenteuer. Natürlich inklusive butem Anime-Intro mit quirligen japanischen Pop-Song hinterlegt.

Rick wird von Aliens entführt und als Terrorist beschuldigt, aber eigentlich war es nur eine Attrappe. Der echte Rick lasst es sich in einem gemütlichen Paralleluniversum gut gehen. Morty ist süchtig nach einem von seinem Opa entworfenen VR-Games, welches stark mit Realität und Fiktionalität spielt. Ein Mädchen und potentielles Love Interest für Morty taucht auch auf der Bildfäche auf.

Fazit

Ich bin nach Folge eins von „Rick and Morty: The Anime“ etwas verwirrt und habe keine Ahnung, was jetzt genau Fiktion und Realität war. Ich mag den japanisch angehauchten Stil sehr, weil ich persönlich ein großer Anime-Fan bin. Allerdings finde ich es schade, dass man sich hier nicht getraut hat, mehr in die Richtung zu gehen. Denn alles ist vom Look and Feel einfach viel zu sehr an dem Original dran. Ich hätte mir eine Version gewünscht, die mehr Eigenheiten verspricht, zumal ich den Zeichenstil absolut nicht schön finde. Für Fans sicherlich eine tolle Überbrückung, um auf Staffel acht zu warten. Für Anime-Fans... gibt es sicher epischere Alternativen. Drei von fünf Sterne.

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