Reef Break 1x01

Reef Break 1x01

Seit heute weht bei ABC eine seichte Sommerbrise über den Bildschirm. Mit Reef Break baut der Sender auf die Wirkung von Sonne, Strand und Meer, aufgepeppt durch herzhafte Verbrechen und attraktive Darstellerinnen und Darsteller. Mehr Anspruch ist zumindest bisher nicht zu erkennen.

Poppy Montgomery in „Reef Break“ (c) ABC
Poppy Montgomery in „Reef Break“ (c) ABC
© oppy Montgomery in „Reef Break“ (c) ABC

Eines muss man Reef Break lassen: Die ABC-Serie steht ziemlich offensichtlich zu ihrer Realitätsferne und verzichtet ganz gleichgültig auf überflüssige Logik und zu weitreichende Erläuterungen. Detail und Anspruch sind nicht die Essenzen, aus der „Reef Break“ gebraut sind. Sonst hätten sich die Macher mehr Mühe gegeben, die Hochhäuser und städtische Skyline zu verbergen, wenn alle Figuren immerzu von einem kleinen Inselparadies sprechen, in das sich niemand so schnell verirrt.

Ein kleiner Anflug einer Handlung reicht aus, um die Pilotfolge zum Laufen zu bringen. Im Wesentlichen geht es um die Aufklärung von allerlei Verbrechen, die glücklicherweise in der atemberaubenden Umgebung von Strand, Meer und Inselfeeling stattfinden. Und der Strand ist wirklich toll.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die selbstbewusste und freche Cat Chambers (Poppy Montgomery), die einst als Diebin und Surferin ihr Leben auf dem kleinen Inselatoll bestritt. Aufgrund noch nicht ganz einleuchtender Ereignisse verließ sie vor fünf Jahren ihre Heimat und kehrt nun für eine Verhandlung ihres ehemaligen Angreifers und aus ebenfalls noch nicht genau benannten Gründen zurück.

Direkt bei der Ankunft lässt Cat ihr Können aufblitzen. Offensichtlich hat sie als Kriminelle eine besondere Beobachtungsgabe entwickelt, so dass sie sogar einen Agenten dumm aussehen lässt, indem sie ihm erklärt, wer denn der gesuchte Verbrecher an Bord der Maschine ist. Und als wäre dies noch nicht genug, schafft sie, was ein ausgebildeter, bewaffneter Spezialist und mehrere Sicherheitsleute nicht schaffen: Sie stoppt den Verbrecher, indem sie ihn mittels geschickten Wurfes mit einem Koffer zu Fall bringt.

Wie gesagt, um Logik und Sinnhaftigkeit geht es nicht. Dynamik, Sonne, Strand, Action und schöne Menschen sind hier der Dreh- und Angelpunkt. Und das komplett unverblümt.

Genauso unverblümt wie „Reef Break“s Hauptcharakter. Cat ist eine attraktive Frau im besten Alter. Sie ist sportlich, humorvoll und direkt. Sie lässt sich ungern etwas sagen, weiß, was sie will und nimmt es sich auch. Sie gleitet genauso sicher mit dem Board über die Wellen, wie sie sich den schönen Polizisten der Stadt (Desmond Chiam) an der Bar angelt (keine Überraschung) und auf Verbrecherjagd mit der Waffe umgeht. Ihre Talente scheinen grenzenlos. Nur in wenigen Momenten zeigt sie einen Anflug von Zartheit und Angst.

Einer davon ist, als sie der jungen Petra begegnet (Tamala Shelton), deren Verbindung und Hintergrundgeschichte die Serie sich nicht bemüht zu erklären. Genauso kurz angeschnitten wird Cats Verhältnis zum ehemaligen FBI-Agenten Jake (Ray Stevenson). Die beiden scheinen eine weitreichendere Vergangenheit zu haben und sich emotional noch nicht ganz voneinander gelöst zu haben. Es könnte also in der Zukunft aufregende Szenarien zwischen einer Frau und zwei Männern geben (auch nicht überraschend).

Doch ich möchte anfügen, dass bisher nur eine Episode zur Überprüfung zur Verfügung steht und sich somit Charaktere und Geschichten natürlich durchaus noch entwickeln können. Auch wenn ich nicht daran glaube. Reef Break interessiert sich nicht für diese Geschichten, sondern auf das Wasser und die Kulisse. Die Inselkulisse verleiht dem Ganzen tatsächlich ein gewisses Flair.

Die Koproduktion von ABC Studios und M6 aus Frankreich wurde an der australischen Gold Coast gedreht. Das verleiht den meisten Schauspielerinnen und Schauspielern zumindest etwas Authentizität, stammen sie doch in der Mehrzahl aus Australien (vernachlässigen wir an dieser Stelle mal, dass „Reef Break“ nicht in und um Australien spielt, auch wenn Poppy Montgomery ihren Akzent nicht konsequent unterdrücken kann).

Zusammenfassend bleibt mir hierbei daher zu sagen, dass „Reef Break“ keinen größeren Anspruch hat, als seichte Unterhaltung zu sein. Dahingehend ist die Produktion wenigstens ehrlich. Und es wird sich zeigen, ob die Handlung einigermaßen nachvollziehbar bleibt oder gänzlich ins Lächerliche abdriftet. Aber, wie gesagt: Der Strand ist toll. Und ich vergebe eineinhalb Sterne.

Verfasser: Gine Kreuzer am Freitag, 21. Juni 2019

Reef Break 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Reef Break 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Zurück auf Reef Island
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 20. Juni 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 13. Februar 2020
Autor
Ken Sanzel
Regisseur
Alex Zakrzewski

Schauspieler in der Episode Reef Break 1x01

Darsteller
Rolle
Ray Stevenson
Melissa Bonne
Tamala Shelton
Desmond Chiam

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